Examensarbeit, 2022
27 Seiten, Note: 1.0
Diese Facharbeit untersucht, welche spezifischen Strategien eine Stationsleitung in einem somatischen Setting anwenden kann, um eine optimale Balance zwischen hoher Pflegequalität und der Zufriedenheit des Pflegepersonals im Umgang mit Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen zu fördern.
3 Wie ist die momentane Situation von Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen im somatischen Setting und welche Probleme ergeben sich daraus?
„Gewiss ist aber, dass psychiatrische Krankenhauspatienten (...) sozial exkludiert und somit umfassend benachteiligt sind“ (Eikelmann, 2010, 266). Eikelmann bestätigt meine Beobachtungen aus verschiedenen Bereichen der somatischen Krankenhaus- pflege, dass Patient:innen mit psychischen Problemen mit Stigmata zu kämpfen ha- ben. Niemand weiß hier so recht, wie er auf diese Menschen zugehen soll. Kommt es zur Eskalation, hinterlässt das Spuren auf beiden Seiten und auf beiden Seiten wird die Hemmung bei jedem Vorfall größer. Ich konnte ein Pflege-Team beobachten, das beschloss, weil es mit den Emotionsausbrüchen einer Patientin nicht mehr zurecht- kam, die Kommunikation mit ihr auf das Nötigste zu beschränken.
Es muss nicht immer so drastisch verlaufen. Aber es gilt als belegt, dass sich Pati- ent:innen mit psychischen Störungen erst spät beim Pflegepersonal melden und dass Symptome dieser Patient:innen weniger ernst genommen werden. (vgl. Bänziger & Dr. Abderhalden, 2011, 1) Die meisten Pflegenden sind darauf geschult, mehr auf körper- liche Symptome als auf psychische zu achten. (vgl. Zürner, 2006, 8) Das führt dazu, dass sich psychische Komorbidität auch auf Verlauf, Diagnostik und die Aufenthalts- dauer auswirkt. (vgl. Rose, et al., 2011, 1) So gilt z. B. auch die Wahrscheinlichkeit als höher, dass Menschen mit Schizophrenie oder bipolarer Störung einen Diabetes mel- litus oder eine Herzkrankheit entwickeln. (vgl. Eikelmann, 2010, 226) + (vgl. Rose, et al., 2011, 1) Als Grund wird nicht nur eine schlechtere Lebensweise vermutet, sondern auch zentrale Dysregulationen, die die Krankheitsentstehung begünstigen. (vgl. Eikel- mann, 2010, 2).
Es gibt eine Vielzahl an Studien, die in unterschiedlichen Settings durchgeführt wur- den. Je nach Fachrichtung werden zwischen 27% und 46% der Patient:innen mit psy- chischen Störungen in somatischen Stationen angegeben. In der Onkologie sind es noch mehr (bis 80%). (vgl. Eikelmann, 2010, 1) + (vgl. Zürner, 2006, 3) Umso wichtiger scheint es, das Wissen zu psychisch belasteten Patient:innen in der somatischen Pflege mehr zu erforschen und mit wissenschaftlichen Hintergrund- und Fachinforma- tionen zu erklären. Auch auf ärztlicher Seite wird bemängelt, dass es zu wenig For- schung zu dem Thema gibt, um „diese wichtige Brücke zwischen Psychiatrie und So- matik" zu schließen. (vgl. Eikelmann, 2010, 266)
1 Einleitung & Motivation für dieses Thema: Dieses Kapitel beschreibt die persönliche Motivation der Autorin, sich mit psychischen Begleiterkrankungen im somatischen Setting auseinanderzusetzen und die Wahrnehmung von "Problempatient:innen" durch das Pflegepersonal zu beleuchten.
2 Warum ist dieses Thema wichtig?: Es wird die steigende Anzahl psychisch komorbider Patient:innen im somatischen Setting hervorgehoben und die Notwendigkeit einer besseren Schulung des Pflegepersonals in diesem Bereich erläutert.
2.1 Begriffsbestimmungen: Dieses Unterkapitel definiert Schlüsselbegriffe wie „herausforderndes Verhalten“, „psychische Komorbidität“ und „psychisch belastete Personen“, um ein klares Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
2.2 Literaturrecherche: Die Autorin stellt fest, dass die vorhandene Literatur das Thema überwiegend aus medizinischer Sicht behandelt und pflegerische Perspektiven bisher unterrepräsentiert sind, was die Relevanz der eigenen Arbeit unterstreicht.
3 Wie ist die momentane Situation von Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen im somatischen Setting und welche Probleme ergeben sich daraus?: Dieses Kapitel beleuchtet die Stigmatisierung und Unterversorgung von Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen in der somatischen Pflege und die daraus resultierenden Herausforderungen im Stationsalltag.
3.1 Häufige Krankheitsbilder: Es werden somatische Erkrankungen aufgeführt, die eine starke psychische Komponente aufweisen, und die damit verbundene psychische Belastung thematisiert.
3.2 Psychisch gesunde Patient:innen, die als Coping-Strategie herausforderndes Verhalten zeigen: Hier wird erläutert, dass auch Patient:innen ohne diagnostizierte psychische Erkrankung in Stresssituationen im Krankenhaus herausforderndes Verhalten zeigen können, das oft missverstanden wird.
3.3 Wie wird der/die „herausfordernde“ Patient:in aus Sicht der Pflegenden wahrgenommen?: Anhand von Beispielen wird dargelegt, wie „herausfordernde“ Patient:innen von Pflegenden wahrgenommen werden und welche Missverständnisse dabei entstehen können.
4 Welche Möglichkeiten nutze ich als Stationsleitung auf einer Konservativen Orthopädie, um die Pflegequalität zu stärken?: Das Kapitel stellt konkrete Strategien und Maßnahmen vor, die eine Stationsleitung implementieren kann, um den Umgang mit psychisch komorbiden Patient:innen zu verbessern und die Pflegequalität zu stärken.
4.1 Die Wichtigkeit der Kommunikation in der Pflege: Die zentrale Rolle einer effektiven Kommunikation im Pflegealltag wird betont, sowohl im interprofessionellen Team als auch im direkten Patientenkontakt.
4.2 Spezielle Maßnahmen und Strukturen, um auf Patient:innen mit psychischer Komorbidität besser eingehen zu können: Es werden spezifische Maßnahmen und Strukturen für den Umgang mit Patient:innen mit Depressionen, Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden und Abhängigkeits-/Entzugsproblemen vorgestellt.
4.3 Allgemeine Maßnahmen und Strukturen, um auf Patient:innen mit psychischer Komorbidität besser eingehen zu können: Dieses Kapitel beschreibt übergreifende Ansätze wie Vertrauensbildung, Anpassung von Abläufen und klare Erwartungshaltung, die zur Sicherheit und zum Wohlbefinden der Patient:innen beitragen.
4.4 Wissen wo Hilfe zu holen ist: Die Bedeutung, bei schwierigen Situationen professionelle Hilfe im multidisziplinären Team zu suchen und eine offene Fehlerkultur zu etablieren, wird hervorgehoben.
4.5 Medikamente, Psychopharmaka und Nichtmedikamentöse Strategien: Das Kapitel erläutert den korrekten Einsatz und die Notwendigkeit von Grundkenntnissen über Psychopharmaka sowie alternative, nichtmedikamentöse Ansätze zur Unterstützung von Patient:innen.
5 Der positive Effekt auf die Patient:innen und die Pflegequalität: Es werden die positiven Auswirkungen der beschriebenen Maßnahmen und Strukturen auf das Wohlbefinden der Patient:innen, die Reduzierung von Hemmungen und die Verbesserung der gesamten Pflegequalität zusammengefasst.
6 Der positive Effekt auf das Pflegepersonal und die Mitarbeiterzufriedenheit: Dieses Kapitel beleuchtet, wie geschultes Personal professioneller mit psychischen Ausnahmesituationen umgeht, was die Pflegeprofession stärkt, Stress reduziert und zur allgemeinen Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt.
7 Weitere Pluspunkte & Benefits: Zusätzliche Vorteile wie kürzere Verweildauern, verminderte Komplikationen und Kostenreduktion durch eine ganzheitliche Pflege und verbesserte interprofessionelle Kommunikation werden dargelegt.
8 Tabellarische Zusammenfassung: Eine übersichtliche Tabelle listet die wichtigsten Maßnahmen und Strategien auf, die zur Stärkung der Mitarbeiterzufriedenheit und Pflegequalität beitragen sollen.
9 Mein Fazit: Die Autorin zieht ein Resümee über die Wichtigkeit und Zukunftsrelevanz des Themas, ihre persönlichen Lernerfolge und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Pflege für das Wohl von Patient:innen und Pflegenden.
Pflegequalität, Mitarbeiterzufriedenheit, psychische Begleiterkrankungen, somatisches Setting, Stationsleitung, Kommunikation, Beziehungsaufbau, Coping-Strategien, nichtmedikamentöse Strategien, Psychopharmaka, ganzheitliche Pflege, Stressreduktion, Stigmatisierung, Krisenintervention, interprofessionelle Zusammenarbeit
Diese Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die sich in der Pflege durch Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen im somatischen Krankenhausumfeld ergeben, und sucht nach Strategien zur Verbesserung der Pflegequalität und Mitarbeiterzufriedenheit.
Zentrale Themenfelder sind die Analyse der aktuellen Situation im Umgang mit psychisch komorbiden Patient:innen, die Bedeutung der Kommunikation, spezifische und allgemeine pflegerische Maßnahmen sowie die positiven Effekte dieser Strategien auf Patient:innen und Personal.
Das primäre Ziel ist es, Strategien für Stationsleitungen zu identifizieren, die eine Balance zwischen guter Pflegequalität und der Zufriedenheit des Pflegepersonals im Umgang mit Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse von Fachartikeln sowie eigenen Beobachtungen und Erfahrungen der Autorin in der Praxis.
Der Hauptteil behandelt die momentane Situation von Patient:innen mit psychischen Begleiterkrankungen, deren Wahrnehmung durch das Pflegepersonal und die konkreten Möglichkeiten, die eine Stationsleitung zur Stärkung der Pflegequalität und zur Verbesserung des Umgangs mit diesen Patient:innen nutzen kann, inklusive Kommunikationsstrategien und spezifischen Maßnahmen.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Pflegequalität, Mitarbeiterzufriedenheit, psychische Begleiterkrankungen, somatisches Setting, Stationsleitung, Kommunikation, Beziehungsaufbau und ganzheitliche Pflege.
Die Kommunikation wird als eine der Kernkompetenzen in der Pflege hervorgehoben, die sowohl im Team als auch im direkten Kontakt mit Patient:innen entscheidend ist, um Vertrauen aufzubauen, Missverständnisse zu vermeiden und eine ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten.
Unter „herausforderndem Verhalten“ wird in dieser Arbeit ein Problemverhalten von Patient:innen verstanden, das nicht organisch bedingt ist, sondern auf psychosozialen und kommunikativen Schwierigkeiten beruht und die Interaktion erschwert.
Empfohlene nicht-medikamentöse Strategien umfassen Atemtechniken bei Angstzuständen, Schlafhygiene, Autogenes Training, Aromatherapie bei Depressionen und Entspannungsübungen zur Reduzierung von Anspannung.
Die Arbeit trägt zur Stressreduktion bei, indem sie Hintergrundwissen und Strategien vermittelt, die Pflegenden helfen, das Verhalten psychisch belasteter Patient:innen besser zu verstehen und handzuhaben. Dies stärkt die Selbstwirksamkeit des Personals und verringert das Gefühl der Überforderung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

