Diplomarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Analyserahmen
3 Zur programmatischen Entwicklung der SPD
3.1 Das Godesberger Programm von 1959
3.2 Der Orientierungsrahmen `85 – Präzisierung wirtschaftspolitischer Inhalte
3.3 Berliner Programm – Von der Geschichte überholt?
3.4 Grundsatzprogramme: Zwischenfazit
3.5 Das Wahlprogramm von 1998
3.6 Das Schröder-Blair-Papier im Kontext der Programmdiskussion
3.7 Die aktuelle Programmdiskussion: Status Quo Vadis
3.8 Programmatischer Wandel – Fazit
4 Wirtschaftspolitische Hauptelemente der 14. und 15. Legislaturperiode
4.1 Ausgangslage zum Zeitpunkt der Regierungsübernahme
4.2 136 Tage expansive Finanzpolitik: Eskalation des Theorienstreits
4.3 Angebotspolitik „von links“
4.4 Reform der Unternehmensbesteuerung
4.5 Die ökologische Steuerreform
4.6 Konsolidierung als einzige Alternative?
5 Auswirkungen der umgesetzten Reformen: Abkehr vom Postulat der Ergebnisgerechtigkeit
5.1 Methodische Vorbemerkungen
5.2 Zur Bedeutung von Paradigmen bei der Untersuchung der Einkommensverteilung
5.2.1 Die orthodoxe neoklassische Sichtweise
5.2.2 Die keynesianische Sichtweise
5.3 Ein Modell zum Zusammenhang von personeller Einkommensverteilung und Wachstum
5.4 Ein Modell zum Zusammenhang von funktionaler Einkommensverteilung und Wachstum
5.5 Empirische Würdigung I: Verteilungswirkungen der ökologischen Steuerreform
5.6 Empirische Würdigung II: Auswirkungen der Reformen auf die personelle Einkommensverteilung
5.7 Empirische Würdigung III: Veränderung in der funktionalen Einkommensverteilung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Körperschaftsteuerreform
6 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirtschaftspolitik der SPD während der 14. und 15. Legislaturperiode, um zu klären, inwiefern die parteiinterne programmatische Inkonsistenz und der Theorienstreit zwischen neoklassisch-liberalen und keynesianischen Ansätzen zu einer heterogenen und letztlich wirkungslosen Wirtschaftspolitik geführt haben.
3.1 Das Godesberger Programm von 1959
Das Godesberger Programm markiert einen programmatischen Meilenstein in der Geschichte der SPD und des Demokratischen Sozialismus, kodifiziert es doch erstmalig, auf der Basis der weitgehenden Zustimmung der Partei und infolgedessen mit entsprechender Breitenwirkung das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft. Im Ergebnis enthält das Godesberger Programm damit eine deutliche Distanzierung von marxistischen und deutlicher noch von kommunistischen Inhalten, die in vielen Formulierungen des Programms deutlich wird. Gleichwohl liegt eine Akzentuierung auf dem „Sozialen“ im Sinne einer „[…]gerechten Beteiligung aller am Ertrag der Volkswirtschaft […]“.
Das Godesberger Programm sollte – wie die anderen Grundsatzprogramme auch – in erster Linie der langfristigen Orientierung dienen. Eine solche Langfristigkeit geht hinsichtlich der verwendeten Formulierungen immer zu Lasten der inhaltlichen Präzision, um das Programm nicht allzu schnell von der Entwicklung des Zeitgeistes überholen zu lassen. Vielleicht noch wichtiger ist die Feststellung, dass auch das Godesberger Programm weniger eine politische Wende als vielmehr ein Symbol derselben war.
Nach Fischer spielen die Langzeitprogramme und insbesondere das Godesberger Programm in der Regierungspolitik der SPD keine Rolle. Dieser Auffassung kann jedoch insofern nur begrenzt zugestimmt werden, als dass die Inhalte des Godesberger Programms auf eine Art und Weise formuliert sind, dass sie schon ganz automatisch in das wirtschaftspolitische Handlungsraster der SPD hineinpassen – ganz abgesehen davon, dass ein großer Teil des Programms aus Tatsachenfeststellungen besteht.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Regierungswechsel zu Rot-Grün 1998 und identifiziert programmatische Inkonsistenz als zentrales Charakteristikum der 14. und 15. Legislaturperiode.
2 Analyserahmen: Es wird dargelegt, dass sich die Untersuchung auf die SPD-Wirtschaftspolitik konzentriert und die dogmenhistorische Abgrenzung zwischen keynesianischen und neoklassisch-liberalen Denkmustern fokussiert.
3 Zur programmatischen Entwicklung der SPD: Dieser Abschnitt zeichnet den Wandel der SPD von einem nachfrageorientierten Programmverständnis hin zu einer zunehmenden Liberalisierung und Orientierung an einer „Neuen Mitte“ nach.
4 Wirtschaftspolitische Hauptelemente der 14. und 15. Legislaturperiode: Die Arbeit analysiert die realpolitischen Maßnahmen wie das Steuerentlastungsgesetz, die Unternehmenssteuerreform und die ökologische Steuerreform als meist unkoordinierte Anpassungsstrategien.
5 Auswirkungen der umgesetzten Reformen: Abkehr vom Postulat der Ergebnisgerechtigkeit: Dieses Kapitel prüft empirisch die Auswirkungen der Reformen auf die personelle und funktionale Einkommensverteilung und deren Zusammenhang mit Wachstum und Nachfrage.
6 Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert, dass die Abkehr von traditionellen Inhalten und das Fehlen eines geschlossenen Konzepts zu einem Profilverlust führten, der die SPD langfristig schwächt.
SPD, Wirtschaftspolitik, Rot-Grün, Finanzpolitik, Fiskalpolitik, Neoklassik, Keynesianismus, Einkommensverteilung, Programmdiskussion, Agenda 2010, Neue Mitte, Wirtschaftswachstum, Steuersenkung, Globalisierung, Konsolidierung
Die Arbeit analysiert die Wirtschaftspolitik der SPD-geführten Regierung unter Gerhard Schröder zwischen 1998 und 2005 und deren programmatische Grundlagen.
Im Zentrum stehen die programmatische Entwicklung der Partei, die realpolitische Umsetzung von Finanz- und Steuerreformen sowie deren Auswirkungen auf die Einkommensverteilung und das Wirtschaftswachstum.
Ziel ist es zu zeigen, dass das Fehlen eines konsistenten wirtschaftspolitischen Grundsatzprogramms zu einer heterogenen und wenig zielgerichteten Politik führte, die sich an kurzfristigen Anpassungsstrategien orientierte.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus politologischer Programmanalyse und ökonomischer Evaluierung der Auswirkungen von Fiskalreformen unter Verwendung verschiedener theoretischer Paradigmen (neoklassisch vs. keynesianisch).
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Parteiprogramme, die Untersuchung konkreter wirtschaftspolitischer Reformschritte in der Ära Schröder und eine empirische Würdigung der Verteilungswirkungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind SPD, Wirtschaftspolitik, Neoklassik, Keynesianismus, Einkommensverteilung, Programmdiskussion und Neue Mitte.
Das Papier wird als Versuch gewertet, die durch den Rücktritt Lafontaines entstandene programmatische Lücke mit angebotsorientierten Inhalten im Sinne der „Neuen Mitte“ zu füllen, was jedoch nur kurzfristig wirksam war.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die umgesetzten Reformen entgegen sozialdemokratischer Traditionen zu einer ungleicheren Einkommensverteilung beigetragen haben, ohne die gewünschten positiven Impulse für Wachstum und Beschäftigung auszulösen.
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