Fachbuch, 2011
95 Seiten
Vorwort
Vorgeschichte
Wer war Häuptling Seattle?
Die Versionen der Rede von Seattle
Weisheiten der Indianer
Die Autoren
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die historische Figur des Häuptlings Seattle sowie die Entstehungsgeschichte seiner legendären, der Ökologie-Bewegung zugeschriebenen Rede kritisch zu beleuchten und den mythologischen Charakter von deren verschiedenen Fassungen aufzuzeigen.
Die Versionen der Rede von Seattle
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Abschluss des Vertrages von 1855 zwischen Gouverneur Isaac Ingalls Stevens (1818–1862) und den Duwamish-Indianern veröffentlichte Dr. Henry Smith (1830–1915), einer der ersten Siedler, in der Zeitung „Seattle Sunday Star“ vom 29. Oktober 1887 seine Version der Rede von Häuptling Seattle. Sein Artikel hieß „Early Reminiscences – Scraps from a Diary“ („Frühe Erinnerungen – Tagebuchaufzeichnungen“).
Geradezu enthusiastisch beschrieb Smith die Persönlichkeit von Seattle. Der alte Häuptling erschien ihm als der stattlichste Indianer, den er jemals gesehen hatte und bei weitestem als der mit dem edelsten Gesichtsausdruck. Seattle maß beinahe sechs Fuß, hatte breite Schultern, eine mächtige Brust und war wohlproportioniert. Seine Augen waren – laut Smith – groß, klug, ausdrucksvoll und freundlich, wenn sie in Ruhe waren und spiegelten getreu die unterschiedlichen Stimmungen der erhabenen Seele, die durch sie hindurchschien. Meistens war Seattle von feierlicher Ernsthaftigkeit, still und würdevoll. Doch bei wichtigen Anlässen bewegte er sich durch die versammelte Menge „wie ein Titan unter Liliputanern“, und sein einfaches Wort war Gesetz.
Vorwort: Dieses Kapitel ordnet das berühmte Zitat über den letzten Baum und den letzten Fluss ein und stellt das Anliegen des Buches dar, das Leben von Seattle und die Hintergründe seiner Rede zu schildern.
Vorgeschichte: Der Text beschreibt die Besiedlung des Puget Sound durch weiße Einwanderer und die daraus resultierenden Spannungen, die schließlich zur erzwungenen Abtretung des indianischen Landes führten.
Wer war Häuptling Seattle?: Diese Biografie zeichnet den Lebensweg Seattles nach, von seiner Geburt und Abstammung über sein Wirken als Stammesführer bis hin zu seinem Tod im Jahr 1866.
Die Versionen der Rede von Seattle: Hier wird detailliert aufgezeigt, wie die Rede des Häuptlings im Laufe der Zeit durch verschiedene Autoren verändert, instrumentalisiert und teils als fiktive Literatur umgedeutet wurde.
Weisheiten der Indianer: Eine thematische Sammlung von Zitaten und philosophischen Aussagen verschiedener indianischer Stämme und Persönlichkeiten zu Themen wie Natur, Leben und Frieden.
Die Autoren: Kurzporträts von Sonja Probst und Ernst Probst mit Informationen zu ihrem Werdegang und ihren beruflichen Stationen.
Häuptling Seattle, Duwamish, Indianer, Rede von Seattle, Puget Sound, Umweltbewegung, US-Geschichte, Vertragsverhandlungen, Isaac Ingalls Stevens, Häuptling Leschi, Indianische Weisheiten, Authentizität, Stammesgeschichte, Reservatspolitik, Kolonialisierung.
Die Arbeit untersucht das Leben des Indianerhäuptlings Seattle und analysiert die Entstehungsgeschichte sowie die Authentizität seiner berühmten Rede im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts.
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie Seattles, dem historischen Konflikt zwischen indianischen Stämmen und weißen Siedlern am Puget Sound sowie der literarischen Rezeption der ihm zugeschriebenen Rede.
Ziel ist es, den historischen Kern von den Legenden zu trennen, die sich um die Person Seattle und seine ökologisch interpretierte Rede ranken.
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Aufarbeitung, die Protokolle, Zeitungsberichte und mündliche Überlieferungen analysiert, um die verschiedenen Versionen der Rede kritisch zu hinterfragen.
Im Hauptteil werden der Lebensweg des Häuptlings, die Vertragsverhandlungen von Point Elliott, die juristischen und sozialen Auswirkungen auf die Stämme sowie die evolutionäre Entstehung der modernen Rede-Versionen beschrieben.
Neben dem Häuptling Seattle stehen Begriffe wie Puget Sound, Vertrag von Point Elliott, Indianerkultur und die kritische Auseinandersetzung mit historischer Überlieferung im Mittelpunkt.
Seine Tochter hieß Kikisoblu, wurde von den Siedlern jedoch „Prinzessin Angeline“ genannt und blieb trotz der Zwangsumsiedlungen in der nach ihrem Vater benannten Stadt Seattle.
Zu Lebzeiten von Häuptling Seattle wurden offenbar keine Porträts von ihm angefertigt; spätere Darstellungen basieren meist auf Fotografien, etwa von Edward M. Sammis aus dem Jahr 1864.
Die Rede enthält Anspielungen auf Dinge wie Ziegenmelkervögel, Bisons oder Eisenbahnen, die zum Zeitpunkt der Rede in der Heimat der Duwamish nicht präsent waren oder keine Bedeutung hatten, was auf spätere literarische Hinzufügungen hindeutet.
Während nicht er, sondern andere Anführer wie Leschi im Nachhinein rehabilitiert wurden, steht Seattles Name heute als Symbol für eine Stadt und eine gesamte Umweltbewegung.
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