Bachelorarbeit, 2025
147 Seiten, Note: 1,7
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) im Recruiting, speziell im Hinblick auf die Wahrnehmung von Chancen und Risiken bei Frauen, insbesondere Erstakademikerinnen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern beeinflusst der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Recruiting die Wahrnehmung von Chancen und Risiken für Frauen, insbesondere Erstakademikerinnen?
Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Recruiting unter besonderer Berücksichtigung der Chancen und Risiken von angehenden Akademikerinnen
Künstliche Intelligenz gewinnt in den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen signifikant an Bedeutung. Auch in der Personalauswahl, dem Recruiting, einer der Kernfunktionen des Personalmanagements, bieten KI-gestützte Systeme vielfältige Einsatzmöglichkeiten „um HR-Probleme besser zu lösen, Prozesse zu automatisieren oder Daten nutzbringend zu analysieren und bessere Entscheidungen zu treffen.“ Während KI im Recruiting Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen verspricht, wirft ihr Einsatz jedoch auch kritische Fragen auf: Können KI-Systeme tatsächlich objektive und faire Entscheidungen treffen, oder reproduzieren sie bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten?
Nach einer europaweiten EY-Umfrage wurde festgestellt, dass 49 % der Manager*innen ausschließlich nach Qualifikation und Kompetenzen ihre Mitarbeitenden einstellen. Etwa eins von vier Unternehmen (28 %) verwendet dabei sogenannte Blind-Lebensläufe, in denen auf persönliche Daten wie Namen, Geschlecht oder Alter verzichtet wird. Besonders Frauen und Erstakademikerinnen – weibliche Personen, die als erste in ihrer Familie studieren – sind Gruppen, die häufig strukturellen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Ein Beispiel für die Reproduktion bestehender Ungleichheiten durch ein KI-Recruiting Tool kann anhand des Technologie- und Handelsunternehmen Amazon aufgezeigt werden. Das Unternehmen entwickelte 2014 ein KI-gestütztes Bewertungstool für Bewerber*innen, welches auf Basis von historischen männlichen Bewerbungsdaten trainiert wurde. Dadurch lernte das System, weiblich denotierte Begriffe negativ zu bewerten, sodass das System weibliche Bewerberinnen benachteiligte. Trotz Anpassung der Modelle konnte nicht sichergestellt werden, dass sich die diskriminierenden Muster wiederholen würden. Nichtsdestotrotz besitzt KI entscheidendes Potenzial, um Diversität und Inklusion zu fördern, indem es menschliche Vorurteile minimiert.
Vor dem Hintergrund des Mangels an qualifizierten Fachkräften wie auch der sinkenden Anzahl an Erwerbstätigen ist es für Unternehmen essenziell, zukünftige Talente unabhängig ihres Geschlechts, ihres Alters und ihrer Herkunft für sich zu gewinnen und zu binden. Durch die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung werden konventionelle Arbeitsprozesse im Personalbereich gezwungen, sich anzupassen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Der Einsatz von KI im Recruiting stellt dabei eine hochrelevante Maßnahme dar, Personalgewinnung effizienter zu gestalten, wenn Risiken der Diskriminierung oder Reputationsverluste berücksichtigt werden.
Zudem wächst der Druck auf Unternehmen, nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch sozial verantwortungsvoll zu handeln. Vielfalt und Diversität sind zentrale Themen moderner Unternehmensstrategien geworden, welche sowohl intern wie auch extern (z.B. Kund*innen, Lieferant*innen) an Bedeutung gewonnen haben. In diesem Spannungsfeld dient eine differenzierte Betrachtung der Chancen und Risiken von KI im Recruiting dazu, Organisationen wertvolle Handlungsempfehlungen in Bezug auf Talent Akquise und Diversitätsmanagement zu geben.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt den Hintergrund, die Problemstellung, die Relevanz, die Zielsetzung und den Aufbau der vorliegenden Arbeit dar, wobei die Bedeutung von Diversitätsmanagement und die Relevanz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) hervorgehoben werden.
2 Theoretischer Rahmen: Hier werden die fundamentalen Konzepte der Künstlichen Intelligenz, des Maschinellen Lernens und des Recruitingmanagements erläutert, inklusive einer tiefgehenden Analyse der Diskriminierungsrisiken, die durch KI-Systeme entstehen können, und der Rolle des Diversitätsmanagements im Recruiting.
3 Methodische Vorgehensweise und Datenmaterial: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der quantitativen Untersuchung, die Bestimmung und Gewinnung des Untersuchungssamples mittels einer Online-Umfrage, den Aufbau und die Gestaltung des Fragebogens sowie eine kritische Diskussion der Datenqualität und der angewandten Gütekriterien.
4 Ergebnisse und Diskussion: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Datenauswertung, die mithilfe des Software-Tools R durchgeführt wurden. Es umfasst deskriptive Statistiken und die detaillierte Überprüfung der aufgestellten Hypothesen zur Wahrnehmung von Diskriminierung, des Potenzials von KI sowie persönlicher Chancen und Risiken im Bewerbungsprozess, gefolgt von einer Diskussion im Kontext der Forschungsfrage.
5 Fazit: Das Abschlusskapitel leitet praxisnahe Implikationen aus den Untersuchungsergebnissen ab, beleuchtet die Limitationen der Arbeit und bietet einen Ausblick auf zukünftige Forschungsbereiche im Kontext von KI-gestütztem Recruiting.
Künstliche Intelligenz (KI), Recruiting, Diskriminierung, Chancengleichheit, Diversitätsmanagement, Maschinelles Lernen, Frauen, Erstakademikerinnen, Online-Umfrage, Quantitative Forschung, Bias, Bewerbungsprozess, Talentakquise, Personalmanagement, Ethik
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Recruiting, insbesondere die Wahrnehmung von Chancen und Risiken bei Frauen, die Erstakademikerinnen sind.
Die zentralen Themenfelder umfassen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Recruitingmanagement, Diversitätsmanagement, Diskriminierungsrisiken durch KI und die quantitative Analyse von Wahrnehmungen in Bewerbungsprozessen.
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwiefern KI-basierte Systeme bestehende Diskriminierungsmuster verstärken oder abbauen können. Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern beeinflusst der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Recruiting die Wahrnehmung von Chancen und Risiken für Frauen insbesondere Erstakademikerinnen?
Es wird eine quantitative Forschungsmethode angewendet, basierend auf einer Online-Umfrage, um systematisch und objektiv Unterschiede in den Wahrnehmungen zu messen und Hypothesen zu überprüfen.
Der Hauptteil der Arbeit behandelt den theoretischen Rahmen der Künstlichen Intelligenz, des Maschinellen Lernens und des Recruitings sowie die Ergebnisse der quantitativen Umfrage, inklusive deskriptiver Statistik, Hypothesenüberprüfung und Diskussion der Ergebnisse.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Künstliche Intelligenz (KI), Recruiting, Diskriminierung, Chancengleichheit, Diversitätsmanagement, Maschinelles Lernen, Frauen, Erstakademikerinnen, Online-Umfrage, Quantitative Forschung, Bias, Bewerbungsprozess, Talentakquise, Personalmanagement und Ethik.
KI-Systeme im Recruiting bergen Diskriminierungsrisiken durch systematische Voreingenommenheit (Bias) in Datenerfassung, Sampling und Messungen, was zur Reproduktion bestehender gesellschaftlicher Ungleichheiten führen kann, beispielsweise durch historische Trainingsdaten oder algoritmische Verzerrungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Erstakademiker*innen, insbesondere weibliche, tendenziell skeptischer gegenüber der Fairnessverbesserung durch KI sind und sich bei KI-unterstützten Prozessen häufiger benachteiligt fühlen, auch wenn dies statistisch nur einen kleinen Effekt hat.
Unconscious Bias und Geschlechterstereotype erschweren die Gleichberechtigung im Recruiting, da sie unbewusste Denkmuster darstellen, die die Wahrnehmung und Beurteilung von Kandidat*innen beeinflussen und zu ungerechten Entscheidungen führen können.
KI-Anbieter können Diskriminierung durch die Sicherstellung natürlich unvoreingenommener Assessments und laufendes algorithmisches De-Biasing reduzieren, indem sie Merkmale gewichten oder entfernen, die stark mit geschützten demografischen Merkmalen korrelieren, und ihre Modelle auf negative Auswirkungen auf Untergruppen testen.
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