Masterarbeit, 2026
98 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der Versicherungsberatung, indem sie eine vergleichende Analyse zu klassischer regelbasierter Automatisierung und menschlicher Beratung durchführt. Das primäre Ziel ist es, Chancen, Grenzen und Erfolgsfaktoren von KI-gestützten Beratungssystemen sowie relevante regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu beleuchten.
2.1 Problemstellung und Forschungsfragen
Diese Arbeit hat unter anderem zum Ziel, sich kritisch mit der Idee von KI in der Kundenberatung auseinanderzusetzen. Zum einen bestehen erkennbare Risiken, wie Vertrauensverlust, rechtliche Problematiken (z. B. Datenschutz) oder technische Limitationen (vgl. Versicherungsbote & Capterra, 2024). Diese sollen entsprechende Würdigung erhalten. Auf die Betrachtung der bspw. laut Capterra ebenfalls vorliegenden Cyberrisiken wird verzichtet, um den vorgegebenen Umfang nicht zu überschreiten. Zum anderen gab es in den letzten Jahren zahlreiche Automatisierungsinitiativen in der Versicherungsbranche (vgl. Gondring, 2015, S. 495). Etliche Geschäftsvorfälle (GeVo's) können infolgedessen bereits per Online-Self-Service erledigt werden (vgl. Anhang 2). Zusätzlich bieten Versicherer (vgl. BaFin, 2023) und Vermittler (vgl. Wenig, 2023a) inzwischen oftmals auch Online-Versicherungsabschlüsse an. Daher ist fraglich, ob es KI im Versicherungsvertreib wirklich benötigt.
Laut Capterra (2024) setzen bereits 55% der befragten Unternehmen KI-Lösungen im Kundenservice ein. PwC berichtet, dass bereits 65% der befragten Versicherer auf einen Chatbot-basierten Kundensupport setzen (vgl. Dagianis et al., 2025). Es kann daher angenommen werden, dass die Unternehmen einen Mehrwert in der Investition in KI gesehen haben. Zudem scheinen diese Unternehmen die genannten Risiken angemessen zu beherrschen. Auch sammeln kontinuierliche Erfahrungen mit der Technologie, die sie wiederum zur Weiterentwicklung befähigen. Laut Fraunhofer IOA investieren die befragten Unternehmen in KI, da sie sich bspw. Mehrwerte in der Prozessbeschleunigung, der Entlastung von Mitarbeiter oder Kosteneinsparungen und Wettbewerbsfähigkeit erhoffen (vgl. Feike et al., 2024, S. 11). Tatsächlich ist der Vertrieb der Bereich, in dem KI bereits am häufigsten zum Einsatz kommt (vgl. Feike et al., 2024, S. 9).
Trotz bestehender Fortschritte blieb das Potenzial von KI im Versicherungsvertrieb bislang häufig ungenutzt. Nur 14% der Unternehmen setzen generative KI aktiv ein und 52% planen den mittelfristigen Einsatz (vgl. Initiative gut beraten, 2024). Dies weist auf eine dynamische Entwicklung hin, bei der zögernde Akteure langfristig Wettbewerbsnachteile riskieren. Aus den genannten Überlegungen wurden die in Unterpunkt 2.2 aufgeführten Forschungsfragen abgeleitet.
Kapitel 1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Online-Abschlüsse im Versicherungsbereich ein, beleuchtet die Präferenz für persönliche Beratung und die Herausforderungen der Branche, die den Einsatz von KI relevant machen.
Kapitel 2. Hintergrund und Relevanz von KI in der Versicherungsvermittlung: Hier werden der Rückgang der Vermittlerzahlen, der Fachkräftemangel und die Notwendigkeit digitaler Lösungen thematisiert, wobei die Forschungsfragen zur Machbarkeit und den Herausforderungen von KI im Versicherungsvertrieb abgeleitet werden.
Kapitel 3. Theorie und Grundlagen: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Abgrenzung von Automatisierung und KI, der Unterscheidung beider Konzepte, der menschlichen Versicherungsvermittlung sowie automatisierten und KI-gestützten Beratungssystemen und führt das Konzept der kollaborativen Intelligenz ein.
Kapitel 4. Regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Es werden die rechtlichen Vorgaben wie der EU-KI-Act, Datenschutzbestimmungen (DSGVO) und die Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) untersucht, ergänzt durch die Analyse von Kundenakzeptanz und Vertrauen in KI-gestützte Beratung.
Kapitel 5. Qualitative Analyse: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung von Experteninterviews und einer Fallstudie zum Thema Handyversicherung, um die technische und konzeptionelle Machbarkeit von KI-Beratungssystemen sowie deren Akzeptanz empirisch zu untersuchen.
Kapitel 6. Change-Management als Voraussetzung für eine erfolgreiche KI-Transformation: Das Kapitel hebt die Bedeutung eines professionellen Change-Managements für die erfolgreiche Implementierung von KI im Versicherungsvertrieb hervor, um technologische Innovationen mit menschlichem Handeln zu verknüpfen.
Kapitel 7. Synthese der Erkenntnisse aus Theorie und Empirie: Hier werden die Ergebnisse aus der theoretischen Analyse, der Fallstudie und den Experteninterviews zusammengeführt, um die Haupt- und Unterforschungsfragen zu beantworten und Limitationen sowie weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen.
Künstliche Intelligenz, Versicherungsvermittlung, Automatisierung, Beratungssysteme, Potenziale, Limitationen, Regulatorische Rahmenbedingungen, Akzeptanz, Vertrauen, Kollaborative Intelligenz, Digitalisierung, Chatbots, Kundenbedürfnisse, Change-Management.
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Versicherungsberatung und vergleicht sie mit klassischer Automatisierung sowie menschlicher Beratung.
Zentrale Themenfelder sind die Analyse von KI-gestützten Beratungssystemen, deren Chancen, Limitationen und Erfolgsfaktoren sowie die damit verbundenen regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von KI gegenüber herkömmlichen Automatisierungsansätzen in der Versicherungsberatung zu bestimmen und relevante regulatorische, technische und gesellschaftliche Herausforderungen zu identifizieren.
Die Arbeit verwendet einen interdisziplinären Methodenmix aus Literaturstudie, Experteninterviews, einer quantitativen Befragung (n = 217) und einer Fallstudie zur KI-basierten Beratung im Segment Handyversicherung.
Der Hauptteil behandelt die Theorie und Grundlagen von Automatisierung und KI, menschliche Versicherungsvermittlung, automatisierte und KI-gestützte Beratungssysteme, kollaborative Intelligenz, regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie eine qualitative Analyse durch Experteninterviews und eine Fallstudie.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Künstliche Intelligenz, Versicherungsvermittlung, Automatisierung, Beratungssysteme, Potenziale, Limitationen, Regulatorische Rahmenbedingungen, Akzeptanz, Vertrauen, Kollaborative Intelligenz, Digitalisierung, Chatbots, Kundenbedürfnisse und Change-Management.
Die Handyversicherung wurde als Pilotfeld gewählt, da sie ein einfach strukturiertes Produkt mit überschaubarer Komplexität, geringem Differenzierungspotenzial und geringem rechtlichen Risiko darstellt, was sie zu einem geeigneten Einstiegsfeld für KI-basierte Beratungssysteme macht.
Die EU-KI-Verordnung definiert vier Risikoklassen und legt fest, dass KI-Systeme in der Versicherungsberatung, die weitreichende Entscheidungen treffen oder den Zugang zu essenziellen Leistungen betreffen, als Hochrisiko-KI eingestuft werden und strengen Anforderungen unterliegen.
Kollaborative Intelligenz wird als Schlüsselmodell angesehen, da KI-Systeme standardisierbare Routineaufgaben übernehmen und menschliche Experten sich auf empathische, juristische und situative Urteilsfähigkeit konzentrieren können, was die Beratungsqualität und operative Effizienz steigert.
Die größten Herausforderungen bei vollautomatisierten Entscheidungen liegen in den erheblichen regulatorischen Unsicherheiten, insbesondere bei komplexen und existenzsichernden Produkten, sowie der Notwendigkeit menschlicher Aufsicht und Transparenz.
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