Examensarbeit, 2003
125 Seiten, Note: 2
1 Zivilisatorische Reststoffe – Symptom und Herausforderung unserer Gesellschaft
1.1 Definitionen
1.1.1 Der Begriff: Reststoff, Abfall und Müll
1.1.2 Der Begriff als abhängige Variable von Gesetz und DIN-Norm
1.1.3 Eigene Begriffsfestlegung
1.2 Phänomenologie
1.2.1 Die rechtliche Dimension – der Wert
1.2.2 Die Dimension des Handelns
1.2.3 Die zeitliche und räumliche Dimension
1.2.4 Die Dimension des Objekts und des Materials
1.3 Das Recyceln
1.3.1 Geschichte des Recycling in der westlichen Welt
1.3.2 Kategorisierung von Abfall über Recyclingarten
1.3.3 Techniken in Verwertungsverfahren von Feststoffen
1.3.4 Das Sortieren
1.3.5 Das Reinigen und Instandsetzen
1.3.6 Das Zerlegen und Demontieren
1.4 Das Sammeln
1.5 Das Werfen und das Knüllen
1.6 Umwelterziehung durch Müllsensibilisierung
1.6.1 Die Situation in unserer Gesellschaft
1.6.2 Folgerungen für eine neue Verantwortung
2 Der Aspekt Abfall in der Kunst
2.1 Der Aspekt Abfall in Kunstgeschichtlichem Rückblick
2.1.1 Bildthema Abfall in verschiedenen Epochen europäischer Kunstgeschichte
2.1.2 Verwendung von Abfall als Material in Kunst verschiedener Stile in Europa
2.2 Der Aspekt Abfall in der aktuellen Kunst
2.2.1 Die Topoi
2.2.2 Michel Blazy
2.2.3 Tony Gragg und die jungen britischen Bildhauer
2.2.4 Koken Nomura und Nana Petzet
3 Elemente kunstpädagogischer Arbeit zum Thema Abfall
3.1 Basiselement Ästhetik
3.1.1 Überlegungen zur Ästhetik und Schule im Kontext Abfall
3.1.2 [EXKURS 1: Kunstgeschichte]
3.1.3 Kunstpädagogische Ansätze, die ästhetische Aspekte betonen
3.2 Basiselement Wissenschaft und Kunst
3.2.1 Überlegungen zum Verhältnis der Kunst zur Wissenschaft
3.2.2 Kunstpädagogische Ansätze, die mit dem Dialog von Wissenschaft und Kunst umgehen
3.3 Basiselement Handwerk
3.3.1 Überlegungen zur handwerklichen Seite
3.3.2 EXKURS 2: Das Kunstwerk
3.3.3 Kunstpädagogische Ansätze, die handwerkliche Aspekte bevorzugen
3.4 Basiselement soziale Verantwortung
3.4.1 Überlegungen eine soziale Verantwortung zu initiieren
3.4.2 EXKURS 3: Therapeutische Chancen in der Kunsterziehung
3.4.3 Kunstpädagogische Ansätze, die sich ihrer sozialen Verantwortung stellen
3.5 Basiselement Philosophieren
3.5.1 Überlegungen zum Gehalt des Philosophierens im Kontext Abfallkunst und Pädagogik
3.5.2 EXKURS 4: Kunstpädagogik als künstlerische Praxis (Maset)
3.5.3 Kunstpädagogische Ansätze, die viel Raum für philosophische Fragen lassen
3.6 Basiselement Spiel
3.6.1 Überlegungen zum Spielerischen in der Kunst
3.6.2 Kunstpädagogische Ansätze, die das Spielen im Kunstunterricht bevorzugen
3.7 Abschließender Gedanke
4 Konzeption einer Lerneinheit zum Thema Abfall im Sinne des neuen Lehrplans der Grundschule
4.1 Der neue Bildungsplan Grundschule 2004
4.1.1 Bildungsplanidee und die 6 Basiselemente
4.1.2 Bildungsplanneuerung: Mensch, Natur und Kultur und die Abfallthematik
4.2 Lerneinheit Abfall – Kunst – Ökologie
4.2.1 Unterrichtliche Rahmenbedingungen
4.2.2 Materialbeschaffung und Aufbereitung
4.2.3 Arbeits/Werkstattorganisation
4.2.4 Allgemeine Überlegungen zu Struktur und Konzeption
4.2.5 Konkrete Lerneinheit Müllsünder/Farbendieb
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Bereich der Abfallverwertung in den fächerübergreifenden Kunstunterricht der Grund- und Hauptschulen zu integrieren, wobei das Hauptaugenmerk auf der Förderung ökologischer Verantwortung durch ästhetische Bildung und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen liegt.
1.1.1 Der Begriff: Reststoff, Abfall und Müll
Eigentlich sollte hier eine Differenzierung der Begriffe Reststoff, Abfall und Müll – gängige Bezeichnungen für die anfokussierte Materie – stehen. Nach ausgiebiger Recherche entsteht aber ein anderes Bild der Differenzierung und lässt zum Schluss nur eine (inter?)subjektive Begriffseingrenzung übrig, die glücklicherweise durch den phänomenologischen Teil vertieft werden kann.
Gegenseitig konkurrierende Begriffsstrukturierungen lassen sowohl Reststoff sowie Abfall als Überbegriff stehen, unter dem dann der andere Begriff mit seinem assoziativen Nachhall Einordnung findet.
Ein gegenseitiges Abgrenzen scheint fast unmöglich, weil die Begriffe zu eng miteinander verwoben sind. Auch trägt der Paradigmenwechsel in der Abfallwirtschaft vom Entsorgen hin zum Verwerten dazu bei, dass eine Begriffsbestimmung momentan unzureichend bleibt, weil über neue Erkenntnisse der Verwertungsmöglichkeiten von Stoffen und neuen Einsichten im Umweltschutz, sowie deren Niederschlag in gesetzlichen Regelungen der Abfallbegriff dynamisch gehalten wird und auch der Begriff Reststoff unklar bleibt. Müll lässt sich bei diesen Überlegungen durch seinen Wortklang und den eindrücklichen Assoziationen hin zum Mist, Dung und Fehlleistungen klarer abgrenzen und als unbrauchbar oder als schädlich abtun. Andersherum lässt sich das Wort kurz aussprechen und macht vielleicht auch nur auf den plötzlichen und kurzzeitigen Wertentzug eines bestimmten Objektes aufmerksam ohne seine weitere Verwertung zu überdenken. Somit wäre Müll nur lapidar flapsig bezeichneter Reststoff. Gleichzeitig scheint es sich bei Müll immer um einen festen Stoff zu handeln.
1 Zivilisatorische Reststoffe – Symptom und Herausforderung unserer Gesellschaft: Dieses Kapitel liefert eine kulturtheoretische Grundlage sowie eine phänomenologische und definitorische Einordnung der Materie Abfall im Kontext unserer modernen Industriegesellschaft.
2 Der Aspekt Abfall in der Kunst: Es wird die bildthematische und materiale Verwendung von Abfall in der europäischen Kunstgeschichte aufgearbeitet, mit einem Fokus auf die Entwicklungen seit 1945 und der aktuellen Kunst.
3 Elemente kunstpädagogischer Arbeit zum Thema Abfall: Der Autor stellt sechs pädagogische Basiselemente (Ästhetik, Wissenschaft, Handwerk, soziale Verantwortung, Philosophieren, Spiel) vor, die als Gerüst für eine fachgerechte Unterrichtsgestaltung dienen.
4 Konzeption einer Lerneinheit zum Thema Abfall im Sinne des neuen Lehrplans der Grundschule: Auf Basis der theoretischen Erläuterungen wird eine konkrete, projektorientierte Lerneinheit entworfen, die direkt auf die Anforderungen des Bildungsplans 2004 zugeschnitten ist.
Abfall, Reststoff, Müll, Kunstunterricht, Ästhetik, Recycling, Umwelterziehung, Bildungsplan, Materialkunde, Kunstpädagogik, Nachhaltigkeit, Soziale Verantwortung, Abfallkunst, Prozessorientierung, Schulpraxis
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen und ästhetischen Einbindung von zivilisatorischen Reststoffen in den Kunstunterricht an Grund- und Hauptschulen.
Die zentralen Felder sind die Abfallwirtschaft, die Kunstgeschichte im Hinblick auf Materialverwendung, kunstpädagogische Vermittlungsmethoden und die Implementierung neuer Bildungspläne.
Das Ziel ist es, eine theoretisch fundierte und praktisch anwendbare Basis für einen modernen Kunstunterricht zu schaffen, der ökologische Sensibilisierung mit ästhetischer Forschung verknüpft.
Der Autor nutzt einen deduktiven, hermeneutisch geprägten Ansatz, der rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Quellen mit kunsthistorischen Analysen und pädagogischen Theorien verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine phänomenologische Analyse von Abfall, eine kunsthistorische Aufarbeitung der Abfallverwendung und die Vorstellung von sechs kunstpädagogischen Basiselementen.
Wesentliche Begriffe sind Abfall, Kunst, Ästhetik, Prozessorientierung, soziale Verantwortung und Müllsensibilisierung.
Im Gegensatz zum handwerklichen Fokus legt das Philosophieren den Schwerpunkt auf das Aushalten von Nichtwissen und die spielerische Exploration existentieller Fragen durch die Schüler.
Die ästhetische Operation nach Maset dient dazu, den Unterricht als forschendes Experiment zu gestalten, bei dem das Handeln selbst zum zentralen Erkenntnisgegenstand wird.
Durch projektorientierte Ansätze wie das Müllsammeln, das Sortieren nach Farben, das Bauen von Objekten oder das Inszenieren von "Abfall-Happenings" wird der Abfall zum gestaltbaren künstlerischen Material.
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