Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage: Der Neue Liberalismus nach Andrew Moravcsik
2.1. Der kommerzielle Liberalismus
2.2. Der republikanische Liberalismus
2.3. Überblick zum theoretischen Basiswissen
3. Die japanisch-chinesischen Beziehungen im historischen Rückblick
4. Japans Haltung gegenüber China seit 1978 – eine neoliberale Betrachtung
4.1. Wirtschaftsbeziehungen
4.1.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und Motivation
4.1.2. Japans Wirtschaftsbeziehungen gegenüber China – das neoliberale Ideal
4.1.3. Wirtschaftsbeziehungen: Verknüpfung der Theorie und Empirie
4.2. Entwicklungszusammenarbeit
4.2.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und Motivation
4.2.2. Japans Entwicklungszusammenarbeit mit China – das neoliberale Ideal
4.2.3. Entwicklungszusammenarbeit: Verknüpfung der Theorie und Empirie
4.3. Vergangenheitsbewältigung
4.3.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und Motivation
4.3.2. Japans Vergangenheitsbewältigung – das neoliberale Ideal
4.3.3. Vergangenheitsbewältigung: Verknüpfung der Theorie und Empirie
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwiefern der „Neue Liberalismus“ nach Andrew Moravcsik die japanische Außenpolitik gegenüber China seit 1978 erklären kann, und stellt diesen Ansatz dem zuvor dominierenden Neorealismus gegenüber. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Was leistet der Neue Liberalismus zur Erklärung der Haltung Japans in den japanisch-chinesischen Beziehungen seit 1978?
4.1.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und Motivation
Begibt man sich auf die Suche nach den präferenzbestimmenden Akteuren in Japan, die die Haltung in den wirtschaftlichen Beziehungen zu China maßgeblich dominieren, so wird man schnell fündig. Als eine der wichtigsten weltwirtschaftlichen Akteure und als viertgrößter Weltexporteur nach den USA, Deutschland und China, sind die präferenzbestimmenden Akteure im wirtschaftlichen Sektor zu finden. Konkret handelt es sich um Japans Wirtschaftsverbände und -unternehmen. Worauf basiert diese machtvolle Stellung? Der Wirtschaftssektor ist das Rückgrat der japanischen Gesellschaft und auch der Politik. So sind die Wirtschaftsunternehmen, allen voran die verarbeitende Industrie, die wichtigsten Arbeitgeber in Japan (vgl. Franz 2007: 1.3.). Japanische Unternehmen wie Toyota Motor, Mitsubishi UFJ Financial und Nippon Telegraph &Tel, zählen zu den dreißig einflussreichsten Wirtschaftsunternehmen weltweit (vgl. Forbes.com Special Report 2009) und prägen dementsprechend Japan – nicht zuletzt in seinem Außenverhalten gegenüber China. Die japanischen Wirtschaftsunternehmen speisen ihre Macht also vor allem aus zwei Quellen: aus finanziellen bzw. finanziellem Kapital und aus ihrer arbeitsmarktpolitischen Relevanz.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Formulierung der Forschungsfrage zur Erklärungsleistung des Neuen Liberalismus in den japanisch-chinesischen Beziehungen.
2. Theoretische Grundlage: Der Neue Liberalismus nach Andrew Moravcsik: Darlegung der Kernannahmen des Neuen Liberalismus, insbesondere des kommerziellen und republikanischen Liberalismus.
3. Die japanisch-chinesischen Beziehungen im historischen Rückblick: Kurze Darstellung der geschichtlichen Zäsuren und der konflikthaften Phasen in der Historie beider Staaten.
4. Japans Haltung gegenüber China seit 1978 – eine neoliberale Betrachtung: Empirische Anwendung der Theorie auf die Bereiche Wirtschaft, Entwicklungshilfe und Vergangenheitsbewältigung.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse.
Neuer Liberalismus, Andrew Moravcsik, Japan, China, Außenpolitik, Wirtschaftsbeziehungen, Nippon Keidanren, Entwicklungszusammenarbeit, Vergangenheitsbewältigung, Yasukuni-Schrein, Präferenzbildung, Internationale Beziehungen, LDP, Kooperation, Konflikt.
Die Arbeit analysiert die japanische Außenpolitik gegenüber China seit 1978 unter Anwendung der politikwissenschaftlichen Theorie des Neuen Liberalismus nach Andrew Moravcsik.
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei spezifische Politikfelder: Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit und die Vergangenheitsbewältigung.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob der Neue Liberalismus mehr Erklärungspotenzial für Japans Haltung gegenüber China besitzt als der bisher prägende neorealistische Ansatz.
Es wird eine neoliberale Theorieanalyse durchgeführt, bei der präferenzbestimmende Akteure identifiziert und deren Interessenlagen an der empirischen Realität gespiegelt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und eine empirische Überprüfung, in der das „neoliberale Ideal“ der japanischen Haltung jeweils mit realen diplomatischen und wirtschaftlichen Daten verglichen wird.
Wesentliche Begriffe sind Präferenzwettbewerb, staatliche Interessenbildung, das „Eiserne Dreieck“ (Politik, Wirtschaft, Bürokratie) und der Unterschied zwischen Kooperations- und Konfliktfeldern.
Aufgrund der westlich geprägten liberalen Demokratie Japans ist das Land besonders geeignet, um den Einfluss gesellschaftlicher Interessengruppen auf politische Entscheidungsprozesse zu untersuchen.
Hier stößt der Neue Liberalismus an seine Grenzen, da die offiziellen Besuche des Yasukuni-Schreins und die Verweigerung schriftlicher Entschuldigungen kaum durch ökonomische Interessen oder Lobbymacht rational erklärbar sind.
Ja, in den wirtschaftlichen Bereichen bietet der Neue Liberalismus eine sehr präzise Erklärung durch die Identifikation von Akteuren, während der Neorealismus in diesen Fragen an theoretische Grenzen stößt.
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