Masterarbeit, 2023
72 Seiten, Note: 2
Diese Masterarbeit untersucht die fundamentale Frage nach der Rolle der Identitätsbildung in der Jugendphase. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den Begriff der Identität sowie für die Lebensphase der Jugend zu vermitteln und ihre wechselseitige Bedeutung klar herauszuarbeiten.
Das „Patchwork“ der Identitäten in der Spätmoderne
Die Identitätsform der kulturell adaptiven Diffusion von Marcia wurde von Elkind aufgenommen und weiterentwickelt. Elkind nennt diese auch „Patchworkidentität“ (vgl. Oerter/Montada 2002: 298). Sie stellt den Ausgangspunkt der aktuellen Identitätsforschung dar. Elkind geht davon aus, dass eine solche Identität im beruflichen Leben durchaus erfolgreich und funktionsfähig ist, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und zu einem höheren Maß an Flexibilität zu gelangen. Dennoch fehlt ihr ein stabiler Kern an Verpflichtungen, sodass sie dem Anspruch einer erarbeiteten Identität nicht gerecht wird (vgl. ebd.). Auch Heiner Keupp greift diesen Begriff in seiner Identitätsforschung auf und entwickelt diesen weiter. Dabei stellt die steigende Individualisierung der Gesellschaft den Ausgangspunkt seiner Forschung dar. Denn durch das Wegfallen traditioneller Institutionen wie z. B. die berufliche Arbeit, Familie, soziale Normen, Traditionen und Milieus, orientieren sich Individuen heute deutlich stärker an Institutionen wie Arbeitsmarkt, Bildungssystem, Systemen sozialer Sicherung, Massenmedien und moderner Medizin (vgl. Beck in: Homepage Bundesministerium). Aufgrund des Wegfall von alten Werten und Normen kann auch ein sogenannter Sinnmangel entstehen, welcher sich durch Orientierungslosigkeit äußert. Dieser wird jedoch durch das Neuentdecken von alten Sinnanbietern, wie die traditionelle Kirche, religiöse Bewegungen aus anderen Gesellschaften, Lebensberatung und Therapien, politische und ideologische Ansichten sowie konservative Ausrichtungen welche versuchen, zu alten Werten und Normen zurückzukehren -, ersetzt (vgl. Scherr 2009: 133).
In der heutigen Identitätsforschung taucht der neue Begriff der „täglichen Identitätsarbeit“ auf, welcher zur Veränderung der aktuellen Forschung beiträgt (vgl. Keupp 2009: 1). Dieser Begriff verdeutlicht, dass es sich bei Identität vielmehr um einen Prozess handelt und weniger um ein festes Konstrukt wie noch in Eriksons Forschung beschrieben. So führt Keupp hier den Begriff des „Patchworks" ein, um zu verdeutlichen, dass das Individuum sowohl aktiv als auch kreativ an dem Prozess der Identitätsarbeit beteiligt ist (vgl. ebd.: 8). Während Erikson noch davon ausging, dass es bei der Identitätsentwicklung am Ende der Adoleszenz zu einer Kohärenz der Identität kommt, also zu einer Übereinstimmung im Denken, Handeln und Fühlen, wodurch ein stabiler Kern einer Identität erreicht wird, welcher die Frage nach dem „Wer bin ich?“ beantwortet (vgl. Fend 1991: 1), bricht die heutige Vorstellung von Identität mit der Grundannahme einer stabilen und sicheren Identität.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema ein, beleuchtet die Relevanz der Identitätsbildung in der Jugendphase und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Identitätsentwicklung: Dieses Kapitel widmet sich einer tiefgehenden Analyse des Identitätsbegriffs und seiner Entwicklung aus soziologischer, psychologischer und pädagogischer Perspektive.
3. Die Jugend als Lebensphase: Das Kapitel befasst sich mit der Jugend als spezifischer Lebensphase, deren Merkmale und Herausforderungen aus psychologischer, soziologischer und pädagogischer Sicht, unter Einbeziehung relevanter Sozialisationsinstanzen.
4. Abschließendes Fazit: Hier werden die wichtigsten Kernthesen der Arbeit zusammengefasst und die dynamische Natur der Identitätsbildung in der Jugendphase betont, sowie die Notwendigkeit von Authentizität und Anerkennung hervorgehoben.
Identität, Jugendphase, Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Erikson, Marcia, Keupp, Patchwork-Identität, Selbstbild, Sozialisationsinstanzen, Schule, Kohärenzgefühl
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Rolle der Identitätsbildung im Kontext der Jugendphase, um ein umfassendes Verständnis für diesen komplexen Entwicklungsprozess zu schaffen.
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Entwicklung von Identität aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven (Psychologie, Soziologie, Pädagogik), die Jugend als Lebensphase sowie die Einflussfaktoren und Sozialisationsinstanzen, die die Identitätsbildung prägen.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Begriff der Identität und die Phase der Jugend zu ermöglichen und die wechselseitige Rolle klar herauszuarbeiten. Die Forschungsfrage lautet: "Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?"
Die Arbeit verfolgt einen theoretischen Ansatz, indem sie Identitätsmodelle und -konzepte aus der Psychologie (z.B. Erikson, Marcia), Soziologie (z.B. Mead, Krappmann) und Pädagogik analysiert und gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden zunächst die Identitätsentwicklung aus soziologischer, psychologischer und pädagogischer Sicht beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Jugend als Lebensphase und den verschiedenen Sozialisationsinstanzen, die deren Identitätsbildung beeinflussen.
Identität, Jugendphase, Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Erikson, Marcia, Keupp, Patchwork-Identität, Selbstbild, Sozialisationsinstanzen, Schule.
Während Meads Modell davon ausgeht, dass Identität aus der Balance zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung entsteht, erweitert Krappmann dies um die Notwendigkeit, widersprüchliche Erwartungen und eigene Ansprüche auszubalancieren, wobei er die gesellschaftliche Veränderung stärker berücksichtigt.
Die „Patchworkidentität“ (nach Elkind, weiterentwickelt von Keupp) beschreibt eine Identitätsform in der Spätmoderne, die sich durch eine hohe Flexibilität und die aktive, kreative Zusammensetzung verschiedener Teilidentitäten auszeichnet, ohne notwendigerweise einen stabilen Kern an Verpflichtungen zu besitzen.
Soziale Medien dienen als wichtige Sozialisationsinstanz, die vielfältige Rollen und Identitätsentwürfe präsentieren und das Experimentieren mit diesen ermöglichen. Sie beeinflussen das Selbstkonzept, die Werte- und Normenentwicklung sowie soziale Kompetenzen Jugendlicher, bergen aber auch Risiken wie Druck durch Schönheitsideale oder Cybermobbing.
Die Schule kann als pädagogischer Handlungsraum die Identitätsbildung durch Rollenerprobung, wertschätzendes Feedback und eine positive Fehlerkultur fördern. Lehrkräfte sollen eine wachstumsorientierte Einstellung zeigen und kulturelle Identitäten explizit ansprechen und wertschätzen.
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