Diplomarbeit, 2010
72 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Erneuerbare Energien
3.1 Grundprinzipien der Entwicklung erneuerbarer Energien
3.1.1 Erstes Grundprinzip Dezentralisierung: Die Geburt der „kleinen überschaubaren Einheiten“
3.1.2 Zweites Grundprinzip: Pluralisierte und basisorientierte Verbreiterung des Akteursfeldes
3.1.3 Drittes Grundprinzip: Ökologie als Leitnorm
4 Stromproduktion aus erneuerbaren Energien
4.1 Status quo
4.2 Staatliche Förderung
4.3 Bürger als Stromerzeuger
4.4 Landwirtschaftliche Betriebe als Stromerzeuger
5 Das Bioenergiedorf-Projekt Jühnde
5.1 Biomasse als nachhaltige und dezentrale Energiequelle
5.1.1 Definition und Geschichte von Biomasse
5.1.2 Biomasse und Klimaschutz
5.1.2.1 Energiepflanzenanbau und Ökologie
5.1.3 Biomassereserven auf dem Acker, im Wald und in Reststoffen
5.2 Voraussetzungen für ein Bioenergiedorf (Dorfeignung)
5.3 Technisches Konzept
5.4 Zeitlicher Überblick des Umstellungsprozesses
5.5 Ökonomische Umsetzung
5.6 Beteiligung der Einwohner
5.6.1 Organisation des öffentlichen Planungsprozesses
5.6.2 Aktionsforschung
5.6.3 „Unsicherheitsreduktion“ - Die Rolle des IZNE
5.7 Zwischenfazit
6 Erneuerbare Energien und das Stromsystem
6.1 Das Problem der Netzeinspeisung der dezentralen Stromerzeugung
6.2 Dezentralisierung als energiewirtschaftliches Umbaukonzept
7 Ausblick und Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial von autarken Bioenergiedörfern zur Umsetzung der Energiewende in Deutschland, wobei der soziale Umsetzungsprozess und die Aktivierung lokaler Akteure im Zentrum stehen. Am Fallbeispiel des Bioenergiedorfes Jühnde wird analysiert, wie dezentrale Energieversorgungssysteme als Lösungsansatz für bestehende energiewirtschaftliche und ökologische Probleme dienen können.
5.1.1 Definition und Geschichte von Biomasse
Als Biomasse werden Stoffe organischer Herkunft verstanden, d.h. sie sind in pflanzlicher Form gespeicherte Sonnenenergie. Aus diesen können Elektrizität und/oder Wärme sowie Kraftstoffe produziert werden (Kaltschmitt 2003; Ruppert et al. 2008).
Biomasse als Rohstoff- und Energiequelle war dem Menschen sehr früh vertraut und eine Basis der Entwicklung der frühen Hochkulturen. Das Verbrennen von Holz, Stroh oder Schilf zur Wärmegewinnung ist wohl die älteste Art der Nutzung von Biomasse. Eine ebenfalls seit Jahrhunderten praktizierte Methode zur Energiegewinnung ist die Zersetzung pflanzlicher und tierischer Abfälle durch Bakterien unter Luftabschluss und die Gewinnung von Gärgas zum Kochen (Paturi 1991). Bei dieser sogenannten anaeroben Fermentation entsteht ein Gas, das aus einem Anteil von 55% bis 70% aus Methan besteht. Eine große Bedeutung erhielt der Einsatz von Biomasse durch die Bereitstellung von Energie z.B. zum Brennen von Keramik oder Ziegeln, zur Glasherstellung usw. Entsprechend beruhte z.B. im Mittelalter der Wohlstand ganzer Regionen auf der Erzeugung der sogenannten „Commerzpflanzen“ (Ruppert et al. 2008).
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenstellung durch den dringenden Bedarf an einer Energiewende und stellt die Forschungsfrage zur Rolle von autarken Bioenergiedörfern für diesen Prozess.
2 Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert den umweltpolitischen Druck durch CO2-Emissionen und die Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern als Ausgangspunkt für die Notwendigkeit des Energieumbaus.
3 Erneuerbare Energien: Hier werden die theoretischen Grundprinzipien wie Dezentralisierung und Ökologie als Leitnorm für die Entwicklung alternativer Energiesysteme analysiert.
4 Stromproduktion aus erneuerbaren Energien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Erzeugungstechniken, die staatliche Förderung und die Rolle unterschiedlicher Akteursgruppen.
5 Das Bioenergiedorf-Projekt Jühnde: Der Hauptteil analysiert das Fallbeispiel Jühnde umfassend, von der technischen Umsetzung bis hin zu soziologischen Prozessen der Bürgerbeteiligung.
6 Erneuerbare Energien und das Stromsystem: Hier wird die systemische Herausforderung der Integration dezentraler Energieerzeugung in das bestehende, zentralisierte Stromnetz diskutiert.
7 Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Autarkieprojekten für den gesamtgesellschaftlichen Wandel der Energieversorgung.
Bioenergiedorf, Jühnde, Erneuerbare Energien, Dezentralisierung, Energiewende, Biomasse, Bürgerbeteiligung, Stromproduktion, Autarkie, Wärmeversorgung, Klimaschutz, Aktionsforschung, Energiewirtschaft, Nachhaltigkeit, Energieträger
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Beitrag autarke Projekte auf Basis erneuerbarer Energien zur Energiewende in Deutschland leisten können.
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Realisierung von Bioenergiedörfern, den ökonomischen Rahmenbedingungen und vor allem den sozialen Prozessen der Einwohneraktivierung.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welches Potenzial solche Autarkieprojekte wie das Bioenergiedorf Jühnde für eine flächendeckende Energiewende in Deutschland bieten.
Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Experteninterviews mit Projektverantwortlichen aus Jühnde und dem IZNE Göttingen.
Im Hauptteil wird das Projekt Jühnde detailliert von den technischen Voraussetzungen über die ökonomische Kalkulation bis zur sozialen Planung und Beteiligung der Bevölkerung beschrieben.
Wesentliche Begriffe sind Bioenergiedorf, Energiewende, Dezentralisierung, Bürgerbeteiligung und Biomasse.
Die aktive Einbindung der Einwohner in den Planungsprozess war notwendig, um Akzeptanz zu schaffen und die für das Projekt essenzielle genossenschaftliche Struktur zu etablieren.
Sie dient als methodischer Ansatz, um nicht nur als externer Beobachter zu forschen, sondern den Umstellungsprozess aktiv durch Begleitung und Beratung zu unterstützen und zu beeinflussen.
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