Bachelorarbeit, 2009
58 Seiten, Note: 1,1
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Einleitung
1. Vorüberlegungen und theoretische Rahmung
1.1 Selektionsmechanismen im Journalismus
1.1.1 Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert: Der Forschungsstand
1.2 Zum Verhältnis von Politik und Medien
1.3 Politische PR: Definition, Abgrenzung und Eingrenzung
1.3.1 PR-Definition für den Bereich der Politik
1.3.2 Abgrenzung zur Propaganda und politischen Werbung
1.3.3 Pressearbeit als „Herzstück“ der politischen PR
1.4 Funktionale und organisierte PR: Akteure politischer Pressearbeit
1.4.1 Das Bundespresseamt und die Ministerien als Akteure der Regierungs-PR
1.5 Legitimation, Funktion und Ziele von Regierungs-PR
1.6 Themenmanagement – Themen strategisch setzten und vermeiden
1.7 Die Pressemitteilung – Standardinstrument der Öffentlichkeitsarbeit
1.8 Journalismus und politische PR: Von der Determination zur Intereffikation
2. Zwischenfazit: Konkretisierung der Fragestellung
3. Inhaltsanalytischer Teil
3.1 Untersuchungszeitraum und Gegenstand der Untersuchung
3.2 Untersuchungsmethode: Die Inhaltsanalyse
3.3 Darstellung des Kategoriensystems
3.4 Darstellung der Ergebnisse: Analyse der Pressemitteilungen
3.4.1 Adaptionsleistungen an journalistische Kriterien
3.4.2 Anpassungsleistungen an journalistische Selektionsmechanismen
3.4.3 Bedeutung der Nachrichtenfaktoren Erfolg, Misserfolg und Kontroverse
3.5 Darstellung der Ergebnisse: Resonanz in den untersuchten Medien
3.5.1 Übernahme der Pressemitteilungen
3.5.2 Bearbeitungspraxis der Pressemitteilungen
3.5.3 Einfluss auf das Selektionsverhalten
4. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussnahme der politischen Public Relations (PR) auf die Themensetzung der Medienagenda. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die politische PR ihre Themen auf der Medienagenda zu platzieren versucht und ob die PR-Akteure durch eine strategische Anpassung an journalistische Kriterien und Selektionsmechanismen ihren publizistischen Erfolg maßgeblich beeinflussen können.
1.1 Selektionsmechanismen im Journalismus
„Von 99 Prozent allen Geschehens auf diesem Erdball erfährt der Zeitungsleser nichts, weil es einfach nicht zur Kenntnis der Presse gelangt“, schreibt der ehemalige dpa-Redakteur Manfred Steffens und fährt fort: „Aber damit nicht genug: über 99 Prozent aller Nachrichten, die schließlich doch der Presse bekannt werden, gelangen nie vor die Augen des Lesers, weil sie […] aussortiert und dem Papierkorb anvertraut werden.“ Die Prozentangaben des Journalisten sind plakativ, doch er veranschaulicht damit gut, dass eine Zeitung bzw. Medien im Allgemeinen eben nicht der Spiegel dessen sind, was in der Welt passiert, sondern allenfalls einen minimalen Ausschnitt davon abbilden. „Das Bild der Welt, das die Medien präsentieren, ist notwendigerweise anders als die ,wahre Welt‘“, schreibt Schulz in Anlehnung an Walter Lippmanns These: „News and truth are not the same thing, and must be clearly distinguished.“ Schulz betont, dass man sich der Tatsache stellen müsse, „daß keine Nachrichtenberichterstattung auch nur im entferntesten ‚umfassend‘ oder ,vollständig‘ sein kann. Sie ist ihrem Wesen nach eher das Gegenteil: Ereignisse werden erst dadurch Nachrichten, daß sie aus der Totalität und Komplexität des Geschehens ausgewählt werden.“
Auf Grund begrenzter Vermittlungskapazitäten auf Medienseite und begrenzter Aufnahmekapazitäten auf Publikumsseite kann ein Journalist auch kaum anders. Es besteht ein Selektions- und Reduktionszwang.
Einleitung: Einführung in die zentrale Rolle der Medien in modernen Demokratien und Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der PR-Einflussnahme auf die Medienagenda.
1. Vorüberlegungen und theoretische Rahmung: Detaillierte Darstellung des theoretischen Rahmens, einschließlich der Nachrichtenwertforschung, des Verhältnisses zwischen Politik und Medien sowie der Definition von politischer PR.
2. Zwischenfazit: Konkretisierung der Fragestellung: Zusammenfassung der vorangegangenen theoretischen Erkenntnisse zur Vorbereitung der praktischen inhaltsanalytischen Untersuchung.
3. Inhaltsanalytischer Teil: Durchführung der Untersuchung, Analyse des gewählten Kategoriensystems, Präsentation der Ergebnisse hinsichtlich der Adaptionsleistungen von Pressemitteilungen und deren Resonanz in ausgewählten Medien.
4. Schlussbetrachtung: Fazit der Forschungsarbeit mit kritischer Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund des Intereffikationsmodells und der Möglichkeiten der politischen PR.
Politische Public Relations, Regierungs-PR, Journalismus, Nachrichtenwertforschung, Nachrichtenfaktoren, Themenmanagement, Agenda-Setting, Agenda-Building, Pressemitteilungen, Intereffikation, Determinierungsthese, Medienresonanz, Politische Kommunikation, Medienagenda, Professionalisierung.
Die Arbeit analysiert die Kommunikationsbeziehung zwischen politischer Public Relations (speziell der Bundesregierung) und dem Journalismus, um zu verstehen, wie PR-Akteure versuchen, Themen strategisch in den Medien zu platzieren.
Die zentralen Themen sind das Themenmanagement der Regierungs-PR, die journalistische Nachrichtenselektion, die Rolle von Nachrichtenfaktoren sowie die wechselseitige Beeinflussung von Politik und Medien.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und inwieweit die politische Öffentlichkeitsarbeit durch eine gezielte Anpassung an journalistische Standards und Selektionskriterien ihren Einfluss auf die Medienberichterstattung erfolgreich erhöhen kann.
Es wird eine empirische Inhaltsanalyse angewandt, um sowohl die Merkmale von Pressemitteilungen der Bundesregierung als auch deren Übernahme bzw. Resonanz in ausgewählten Print- und Onlinemedien zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung zur Nachrichtenwertforschung und PR-Theorie sowie einen praktischen Teil, der das Kategoriensystem und die Auswertung des gesammelten Materials (Pressemitteilungen und Medienartikel) umfasst.
Die wichtigsten Schlagworte sind Politische Public Relations, Regierungs-PR, Nachrichtenfaktoren, Themenmanagement, Agenda-Setting, Intereffikation und Medienresonanz.
Die Analyse zeigt, ob PR-Akteure die journalistischen Arbeitsroutinen durchschauen und ihre Pressemitteilungen so aufbereiten, dass sie den Anforderungen der Redaktionen entsprechen, um die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung zu maximieren.
Intereffikation beschreibt ein Modell der wechselseitigen Abhängigkeit und gegenseitigen Beeinflussung zwischen Politik und Medien, anstatt von einer einseitigen Steuerung auszugehen.
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