Masterarbeit, 2010
134 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Gegenstand der Arbeit und Gang der Untersuchung
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN SYSTEMISCHEN DENKENS UND HANDELNS
2.1 Die konstruktivistische Perspektive: Der Mensch
2.1.1 Der Mensch als autopoietisches System
2.1.2 Strukturelle Koppelung als Quelle des Wissens und Anstoß zum Lernen
2.1.3 Schlussfolgerungen für die Personal- und Unternehmensentwicklung
2.2 Die Systemperspektive: Das Unternehmen als soziales System
2.2.1 Begriffsdefinition: Was ist ein (soziales) System?
2.2.2 Das Unternehmen als autopoietisches System
2.2.3 Strukturelle Koppelung, Entwicklung und Lernen
2.2.4 Schlussfolgerungen für die Personal- und Unternehmensentwicklung
2.3 Ausgewählte organisationale Problembereiche aus systemtheoretischer Sicht
2.3.1 Grenzprobleme und deren interne Folgen: Komplexität, Kontingenz und Risiko
2.3.2 Unerwünschte Folgen der Autopoiese: Eigensinn und Selbstzweck
2.3.3 Die Tücken der Kommunikation und Entscheidung
2.3.4 Kontrollverlust: Systemdynamiken und emergente Entwicklungen
2.3.5 Die Beschaffenheit der System-Umwelt-Beziehungen
2.3.6 Paradoxe Anforderungen an Wissen und Lernen, Stabilität und Wandel
2.3.7 Schlussfolgerungen für die Personal- und Unternehmensentwicklung
2.4 Systemische Interventionen als Lösungsangebot
2.4.1 Definition von systemischer Intervention und Beratung
2.4.2 Ziele, Funktionen und Prinzipien systemischer Interventionen
2.4.3 Anlass, Ebenen, Gegenstand und Ansatzpunkte von Interventionen
2.4.4 Prozessschritte einer Intervention
2.4.5 Interventionsmethoden
2.4.6 Wirksamkeit systemischer Intervention
2.4.6.1 Begriffserläuterung
2.4.6.2 Theoretisch abgeleitete Wirkfaktoren
2.4.6.3 Empirische Ergebnisse
2.4.7 Schlussfolgerungen für die Personal- und Unternehmensentwicklung
2.5 Konklusion: Problemlösung mithilfe systemischer Interventionen?
3 EMPIRISCHES DESIGN
3.1 Ziel der Untersuchung, Ableitung eines Bezugsmodells sowie von Forschungsfragen
3.2 Wahl der Untersuchungsmethode
3.3 Beschreibung des Untersuchungsinstruments
3.4 Stichprobenauswahl und Durchführung der Interviews
3.5 Auswertung der Interviews
4 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
4.1 Inhaltliche Ergebnisse
4.1.1 Basis: Systemisches Organisations- und Beratungsverständnis
4.1.1.1 Organisationsverständnis
4.1.1.2 Beratungsverständnis
4.1.2 Wirkfaktoren systemischer Interventionen
4.1.2.1 Prozessfaktoren
4.1.2.1.1 Architekturelemente
4.1.2.1.2 Prozessschritte
4.1.2.1.3 Kognitive Prozesse
4.1.2.1.4 Zeitliche Aspekte
4.1.2.2 Beziehungsfaktoren
4.1.2.3 Methodische Faktoren
4.1.3 Wirkungen systemischer Interventionen
4.1.3.1 Selbstbeobachtung der Berater
4.1.3.2 Fremdbeobachtungen
4.1.3.2.1 Wirksamkeitsverständnis und -überprüfbarkeit
4.1.3.2.2 Wirkungen auf personale Kompetenzen
4.1.3.2.3 Wirkungen auf organisationale Kompetenzen
4.1.4 Hemmende und fördernde Kontextfaktoren
4.1.4.1 Unternehmensinterne Faktoren
4.1.4.1.1 Organisations- und Führungskultur
4.1.4.1.2 Organisationsdesign
4.1.4.1.3 Personalpolitik
4.1.4.1.4 Weitere Faktoren
4.1.4.2 Unternehmensexterne Faktoren
4.1.4.2.1 Systemische Beratung
4.1.4.2.2 Weitere Faktoren: Sozialisation und Wirtschaftssystem
4.1.5 Zugabe: Handlungsempfehlungen der Berater
4.2 Soziale und situative Beobachtungen
4.3 Schlussfolgerungen: Chancen und Grenzen systemischer Interventionen
5 GESTALTUNGSANSÄTZE FÜR EINE GANZHEITLICHE SYSTEMISCHE KOMPETENZENTWICKLUNG IN DER PE UND UE
5.1 Strukturelle Ansatzpunkte der UE zur Förderung systemischer Kompetenz
5.1.1 Kompetenzförderliche Gestaltung der Strategie
5.1.2 Kompetenzförderliche Gestaltung der Kultur
5.1.3 Kompetenzförderliche Gestaltung der Strukturen
5.2 Personelle Ansatzpunkte der PE zur Förderung systemischer Kompetenz
5.2.1 Lerninhalte
5.2.2 Lernprinzipien
5.2.3 Lernformen und -methoden
5.3 Konklusion: Ganzheitliche systemische Kompetenzentwicklung
6 RESÜMEE UND AUSBLICK
7 ANHANG
7.1 Anhang 1: Beispielmethoden
7.1.1 Methode 1: Systemische Fragen
7.1.2 Methode 2: Kollegiale Beratung mit Reflecting Team
7.1.3 Methode 3: Systemische Strukturaufstellungen
7.2 Anhang 2: Übersicht über die Interviewpartner
7.3 Anhang 3: Interviewleitfaden
7.4 Anhang 4: Ablaufmodell der inhaltlichen Strukturierung
7.5 Anhang 5: Kategoriensystem zu den drei Untersuchungsfragen
Die Arbeit untersucht theoretisch und empirisch die Chancen und Grenzen systemischer Interventionen in der Personal- und Unternehmensentwicklung. Dabei wird erforscht, wie, worauf und unter welchen Bedingungen systemische Interventionen wirken, um die Problemlösungsfähigkeit von Organisationen und ihren Mitgliedern angesichts komplexer, dynamischer Anforderungen zu erhöhen.
2.1.1 Der Mensch als autopoietisches System
„Die Kernthese des Konstruktivismus lautet: Menschen sind autopoietische, selbstreferenzielle, operational geschlossene Systeme.“ Dies drückt sich im konstruktivistischen Konzept der Autopoiese von Maturana / Valera aus, das später auch von Luhmann auf soziale Systeme übertragen wurde. Demnach reproduzieren sich Menschen, als lebende Systeme, durch den generativen Mechanismus der Autopoiese (Selbsterzeugung). Sie organisieren ihre eigenen, internen Strukturen, indem sie die Elemente, aus denen sie gebildet werden, selbst produzieren. Da der Mensch ein zusammengesetztes biologisch-psychisch-soziales System ist, sind dies nach innen gerichtet Nervenzellen beim biologischen System sowie Gedanken beim psychischen System. Nach außen – bezogen auf die Umwelt – ist der Mensch an der Produktion von Kommunikation als dessen Träger beteiligt. Die Autopoiese beinhaltet, dass es sich um operational geschlossene Systeme handelt. Dieser Begriff bezeichnet die Selbstbezüglichkeit des Systems auf die eigenen internen Zustände. Die systeminternen Zustände und Relationen folgen einer internen Dynamik, die von außen nicht determinierbar ist. Insofern ist ein menschliches System immer auch selbstreferenziell, da es sich auf seine eigenen Operationen bezieht: Gedanken schließen an vorherige Gedanken an, sie sind rekursiv, indem die Ergebnisse eines Gedankens als Grundlage für jeden weiteren Gedanken dienen. Damit zeichnen sich Menschen ebenfalls durch Strukturdeterminiertheit aus, d. h. sie sind „durch die gegebene Struktur des Systems selbst begrenzt“. Diese Struktur legt fest, wie das System interagiert und welche Welt es konfiguriert.
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung im Kontext dynamischer Umweltbedingungen und leitet die Forschungsfrage sowie den Gang der Untersuchung ein.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN SYSTEMISCHEN DENKENS UND HANDELNS: Erläutert die konstruktivistischen und systemtheoretischen Grundlagen sowie das Verständnis von Unternehmen als soziale Systeme und die Rolle systemischer Interventionen.
3 EMPIRISCHES DESIGN: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Expertenbefragung, einschließlich Zielsetzung, Stichprobenauswahl und Auswertung der Interviews.
4 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Präsentiert die empirischen Befunde zu Wirkfaktoren, Wirkungen und Kontextfaktoren systemischer Interventionen aus der Sicht von Beratern.
5 GESTALTUNGSANSÄTZE FÜR EINE GANZHEITLICHE SYSTEMISCHE KOMPETENZENTWICKLUNG IN DER PE UND UE: Leitet konkrete Ansatzpunkte für die Personal- und Unternehmensentwicklung ab, um systemische Kompetenzen nachhaltig zu fördern.
6 RESÜMEE UND AUSBLICK: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert über zukünftige Anforderungen an die Gestaltung der Arbeitswelt.
Systemische Intervention, Personalentwicklung, Unternehmensentwicklung, Konstruktivismus, Systemtheorie, Autopoiese, Organisationsberatung, Wirksamkeit, Kompetenzentwicklung, Strukturdeterminiertheit, Selbstorganisation, Reflexivität, Kontextsteuerung, Komplexitätsbewältigung, Veränderungsmanagement.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen systemischer Interventionen innerhalb von Unternehmen, um diese in einer komplexen Umwelt handlungs- und entwicklungsfähig zu halten.
Die zentralen Felder sind die konstruktivistische Systemtheorie, systemische Beratungspraktiken sowie deren Anwendung zur Kompetenzsteigerung von Personen und Organisationen.
Die Forschungsfrage lautet: Wie, worauf und unter welchen Bedingungen wirken systemische Interventionen, um die Problemlösungs- und Entwicklungsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen?
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign genutzt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit Organisationsberatern, Trainern und Coaches.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Konstruktivismus, Systemtheorie, Intervention), das empirische Design, die Auswertung der Experteninterviews sowie daraus abgeleitete Gestaltungsempfehlungen.
Systemische Intervention, Personalentwicklung, Unternehmensentwicklung, Konstruktivismus, Systemtheorie und Organisationsberatung sind die wesentlichen Begriffe.
Das Top-Management hält die Schlüsselrollen inne; ohne dessen glaubwürdige Unterstützung und Vorbildfunktion laufen systemische Interventionen gegen bestehende Strukturen und können daher nicht erfolgreich wirken.
Zeit ist sowohl eine Ressource als auch eine Einschränkung; während die Beratung Entschleunigung für Lernprozesse benötigt, fordern Kunden oft schnelle Ergebnisse, was einen ständigen Balancierakt zwischen Zeitdruck und nachhaltigem Prozess erfordert.
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