Diplomarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Dienstleistungen und Kunden
2.1 Der Begriff der Dienstleistung
2.2 Der Begriff des Kunden
3. Qualitätsmanagement (Grundlagen, Definitionen)
3.1 Qualität und Qualitätsmanagement
3.2 Leitbilder und Werthaltungen
3.3 Dokumentation von Schlüsselprozessen
3.4 Evaluation
3.4.1 Externe Evaluation
3.4.2 Interne Evaluation
3.4.3 Externe und interne Evaluation im Vergleich
3.5 Zusammenfassung
4. Kundenzufriedenheit in der sozialen Arbeit
4.1 Kundengruppen und ihre Interessen
4.2 Wie „mächtig“ sind die einzelnen Kundengruppen?
4.3 Kundenzufriedenheit – alles nur ein Mythos?
4.4 Kundenzufriedenheit in ausgewählten Feldern der sozialen Arbeit
4.4.1 Kundenzufriedenheit im Job-Center
4.4.2 Kundenzufriedenheit in einem Jugendwohnheim
4.4.3 Kundenzufriedenheit im Betreuten Wohnen für Senioren
4.4.4 Zusammenfassung
4.5 Kundenzufriedenheit durch Aushandlung
4.5.1 Die Bedeutung der internen Positionierung
4.5.2 Die Ermittlung der Klientenperspektive
4.5.3 Die Konkretisierung von Qualitätsvorstellungen
4.6 Zusammenfassung
5. QM-Konzepte
5.1 DIN EN ISO 9000ff.
5.2 Total Quality Management (TQM)
5.3 European Foundation for Quality Management (EFQM)
5.4 Service Assessment (ServAs)
5.5 Zusammenfassung
6. Kundenbefragungen
6.1 Befragungsarten und Befragungstechniken
6.2 Konzipierung einer Umfrage
6.3 Durchführung einer Umfrage
6.4 Auswertung einer Umfrage
6.5 Umgang mit Umfrageergebnissen
6.6 Wiederholung einer Umfrage
6.7 Zusammenfassung
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht kritisch die Rolle und Bedeutung des Konzepts der "Kundenzufriedenheit" im Qualitätsmanagement der sozialen Arbeit. Ziel ist es zu erörtern, ob die proklamierte "Kundenorientierung" in diesem Bereich tatsächlich umsetzbar ist oder lediglich einen Mythos darstellt, während gleichzeitig die spezifische Rolle der Klienten und anderer Interessengruppen im Aushandlungsprozess von Qualität analysiert wird.
3.1 Qualität und Qualitätsmanagement
Das Wort Qualität kommt aus dem Lateinischen („qualitas“) und bedeutet übersetzt „Eigenschaft“, „Beschaffenheit“ oder „Zustand“. Der Begriff „Qualität“ ist also – im Gegensatz zum alltäglichen Sprachgebrauch – neutral. Um ihn für die Beurteilung von sozialen Diensten nutzen zu können, muss man ihn konkreter beschreiben. Im Folgenden sollen daher zunächst einige Definitionen von Qualität kritisch beleuchtet werden.
Die wohl bekannteste Definition ist die des Deutschen Institutes für Normung (DIN): „Qualität ist die Gesamtheit von Merkmalen (und Merkmalseinheiten) einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.“
Diese Formulierung klingt zwar recht starr. Es wird aber deutlich, dass bestimmte Kriterien („Merkmale“) einer Sache („Einheit“) dazu geeignet sein müssen („Eignung“), Erwartungen („Erfordernisse“) zu erfüllen. Hiervon ausgehend muss jedoch beantwortet werden, um welche und wessen Kriterien und Erwartungen es sich handelt.
Die Definition von Gerull „Qualität ist das Maß der Übereinstimmung von Leistungsversprechen und Leistungserbringung.“ ist ganz ähnlich zu jener von Garms-Homolová: „Qualität ergibt sich aus der Übereinstimmung zwischen den Erwartungen hinsichtlich einer Leistung und der tatsächlich erbrachten Dienstleistung.“
In beiden Fällen wird ein SOLL-Zustand mit einem IST-Zustand verglichen. Die Frage nach der Effektivität ist entscheidend. Auf Grundlage dieser Definitionen ist jedoch vorab zu klären, welche Erwartungen bzw. Versprechen (= SOLL) bestehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Qualitätsmanagement in der sozialen Arbeit zunehmend als Antwort auf Haushaltszwänge und Legitimationsdruck an Bedeutung gewonnen hat.
2. Dienstleistungen und Kunden: Dieses Kapitel definiert soziale Arbeit als Dienstleistung und beleuchtet das komplexe Geflecht verschiedener Kundengruppen, die in sozialen Einrichtungen interagieren.
3. Qualitätsmanagement (Grundlagen, Definitionen): Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten von Qualität, Effektivität und Effizienz erläutert und der systematische Prozess des Qualitätsmanagements dargestellt.
4. Kundenzufriedenheit in der sozialen Arbeit: Das Kapitel hinterfragt kritisch die Anwendbarkeit des Konzepts der Kundenzufriedenheit, insbesondere angesichts ungleicher Machtverhältnisse und divergierender Interessenlagen der Beteiligten.
5. QM-Konzepte: Hier werden bekannte Qualitätsmanagement-Modelle wie ISO 9000ff, TQM, EFQM und das Service Assessment im Hinblick auf ihren Nutzen und ihre Grenzen für soziale Einrichtungen vorgestellt.
6. Kundenbefragungen: Dieses Kapitel untersucht die methodischen Aspekte, Vorteile und Grenzen von Befragungen als Instrument zur Messung von Kundenzufriedenheit in der Praxis.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das Konzept des "königlichen Kunden" kritisch zu hinterfragen bleibt und Menschlichkeit als zentrales Gut sozialer Arbeit Priorität haben sollte.
Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Kundenzufriedenheit, Stakeholder, Evaluation, Klientenperspektive, Dienstleistungsqualität, Kundenbefragung, Effektivität, Effizienz, Ko-Produktion, Sozialpädagogik, Prozessqualität, Unternehmensphilosophie, Aushandlungsprozess.
Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept der "Kundenzufriedenheit" im Kontext von Qualitätsmanagement innerhalb der sozialen Arbeit und diskutiert dessen praktische Umsetzbarkeit.
Die zentralen Themen sind Qualitätsdefinitionen, die Rolle des Kunden in sozialen Einrichtungen, Machtstrukturen, Evaluationstechniken sowie der kritische Umgang mit betriebswirtschaftlichen Modellen im Sozialbereich.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der Slogan "Der Kunde ist König" in der sozialen Arbeit eine gültige Realität oder lediglich ein Marketing-Mythos ist, der die komplexen Abhängigkeiten verschleiert.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse wissenschaftlicher Literatur und verbindet diese mit der Reflexion eigener Praxiserfahrungen aus der Durchführung von Bewohnerbefragungen in einer Seniorenwohnanlage.
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen des Qualitätsmanagements, der Definition von Dienstleistungsqualität, der Analyse verschiedener Kundengruppen und konkreten Methoden zur Messung von Zufriedenheit mittels Kundenbefragungen.
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Kundenzufriedenheit, Stakeholder-Analyse, Evaluation und Nutzerbeteiligung.
Der Autor argumentiert, dass Klienten in der sozialen Arbeit oft in Abhängigkeitsverhältnissen stehen und nicht wie zahlende Kunden auf einem freien Markt wählen können, weshalb das "König"-Modell der Wirtschaft hier unpassend ist.
Interne Evaluation wird als wichtiges Werkzeug der "lernenden Organisation" bewertet, da sie die Mitarbeiter aktiv einbezieht und Ängste vor externer Kontrolle mindert, während sie gleichzeitig die fachliche Reflexion stärkt.
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