Masterarbeit, 2025
102 Seiten, Note: 1,1
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Integration der Angehörigenarbeit in die Delirprävention und Delirtherapie akutstationär versorgter Patient:innen. Das primäre Ziel ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Angehörigenarbeit zu analysieren und zu ermitteln, wie diese Ansätze auf die Angehörigenintegration bei Patient:innen mit Delir im akutstationären Setting übertragen werden können.
3.3 Auswirkungen der Angehörigenarbeit im Behandlungskontext
Es gibt einen wissenschaftlichen und fachlichen Konsens darüber, dass Delir-Geschehen neben den individuellen Belastungen auch soziale Auswirkungen in der Familiendynamik nach sich ziehen. Dementsprechend stellen Angehörige von deliranten Patient:innen eine zentrale Zielgruppe im akutstationären Setting dar. Es gilt, ein flächendeckendes und bedarfsorientiertes Unterstützungsangebot zu schaffen. In der akutstationären Versorgungspraxis lässt die Angebotspalette an Versorgungsstrukturen für diese Zielgruppe zu wünschen übrig (vgl. Hornig 2023, o. S). Angehörige haben das Bedürfnis, über die Ursachen, den weiteren Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankungen informiert zu werden. Die Forschungsrelevanz begründet sich aus der pflegewissenschaftlichen Perspektive. Es gehört zur Aufgabe einer Pflegefachperson, Familie und Angehörige in die Patient:innenversorgung einzubeziehen. Dies gibt auch die Studie von Meilak et al. 2019 wieder. Die Autor:innen untersuchten qualitativ mit halbstrukturierten Interviews die Ansichten von Patient:innen mit Delir und deren Angehörigen zu Interventionen zur Minimierung des Leidens im Zusammenhang mit dem postoperativen Delir. Fünf Angehörige gaben an, dass sie vor der Delir-Episode noch nie von einem Delir zuvor gehört hatten. „Angehörige haben das Gefühl von Frustration, Verwirrung und Sorge, die durch ihr mangelndes Wissen über die Erkrankung entstanden sind, beschrieben.“ Sie waren der Meinung, dass ein Vorwissen und die entsprechende Aufklärung die Situation verbessert hätten“ (Meilak et al. 2019, S. 232). Interessant zu erwähnen ist, dass ein nicht vorhandenes Wissen über Delir keine negativen Auswirkungen auf die Angehörigen hatte. Es wurde dennoch als hilfreich und nützlich genannt, um die Betroffenen besser zu verstehen und zu beruhigen (vgl. Meilak et al. 2019, S. 232). Sie beschreiben, dass sowohl Patient:innen als auch deren Angehörige die emotionalen Auswirkungen spüren. Sie teilten in den Interviewsituationen ihre Ängste, mitunter die Sorge, dass sich ihre Wahrnehmung negativ auf ihren Angehörigen auswirken könnte (vgl. Meilak et al. 2019, S. 232).
1. Delir – medizinische Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die medizinischen Grundlagen des Delirs, einschließlich Definition, Symptomatik, Epidemiologie, Pathophysiologie, Risikofaktoren, die Beziehung zwischen Delir und Demenz sowie Ansätze zur Delirtherapie und -prävention.
2. Delir im akutstationären Versorgungssetting: Hier wird das akutstationäre Versorgungssetting definiert und seine Bedeutung für die Delirversorgung dargelegt, wobei auch die Folgen der Hospitalisierung, Kosten und Konzepte interdisziplinärer Zusammenarbeit thematisiert werden.
3. Angehörige im Versorgungsprozess: Dieses Kernkapitel definiert Angehörige, beleuchtet die Bedeutung der Angehörigenarbeit und -integration, analysiert deren Auswirkungen im Behandlungskontext und identifiziert Forschungslücken sowie die Relevanz des Themas.
4. Methodik: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign eines Scoping-Reviews, die Zielsetzung und Forschungsfrage basierend auf dem PCC-Schema, die Suchstrategie mit Ein- und Ausschlusskriterien sowie die Datenextraktion und -analyse der inkludierten Studien.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und anhand von Unterkategorien wie Aufklärung, Einbindung in den Pflegeprozess, Schulung, Entlastung und Entlassung dargestellt.
6. Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse im Kontext der Forschungsfrage, vergleicht sie mit früheren Studien und beleuchtet die Wirksamkeit und Herausforderungen der Angehörigenintegration.
7. Empfehlungen auf Basis der wichtigsten Ergebnisse: Basierend auf den Forschungsergebnissen werden konkrete Empfehlungen für die pflegerische Praxis und für zukünftige Forschungen zur Angehörigenintegration im Delirmanagement gegeben.
8. Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Fakten zusammen, betont die Wichtigkeit der Angehörigenarbeit und die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Überwindung von Barrieren.
Delir, Delirprävention, Delirtherapie, Angehörigenarbeit, Angehörigenintegration, akutstationäre Versorgung, Scoping-Review, Pflege, Demenz, Interprofessionelle Zusammenarbeit, Risikofaktoren, Patientenergebnisse, Lebensqualität, Unterstützung, Aufklärung.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Integration von Angehörigenarbeit in die Prävention und Therapie von Delirien bei akutstationär versorgten Patient:innen, um Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten und Forschungslücken aufzuzeigen.
Zentrale Themenfelder sind die Delirprävention und -therapie, die Rolle und Einbindung von Angehörigen im Versorgungsprozess, das akutstationäre Setting sowie nicht-medikamentöse Interventionsansätze.
Das primäre Ziel ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Angehörigenarbeit zu analysieren und zu ermitteln, wie diese Ansätze auf die Angehörigenintegration von Patient:innen mit Delir im akutstationären Setting übertragen werden können. Die Forschungsfrage lautet: „Welche Möglichkeiten der Angehörigenarbeit bestehen bereits und wie lassen sich diese auf die Angehörigenintegration von Delirpatient:innen im akutstationären Versorgungssetting übertragen?“
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde das methodische Konzept eines Scoping-Reviews gewählt. Dieses Design ermöglicht einen systematischen Überblick über den Stand der Forschungsliteratur und die Identifizierung von Forschungslücken.
Der Hauptteil der Arbeit behandelt die medizinischen Grundlagen des Delirs, die Bedeutung von Delirien im akutstationären Versorgungssetting, die Rolle von Angehörigen im Versorgungsprozess, die Methodik der Untersuchung und eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Delir, Delirprävention, Delirtherapie, Angehörigenarbeit, Angehörigenintegration, akutstationäre Versorgung, Scoping-Review, Pflege, Demenz, Interprofessionelle Zusammenarbeit, Risikofaktoren, Patientenergebnisse, Lebensqualität, Unterstützung und Aufklärung charakterisiert.
Angehörige empfinden es als besonders belastend, wenn sie von den Patient:innen nicht mehr erkannt werden und Zeugen von wütendem, irrationalem oder paranoidem Verhalten werden. Sie spüren Frustration, Verwirrung und Sorge aufgrund mangelnden Wissens über die Erkrankung und erleben auch die emotionalen Auswirkungen selbst.
Die frühzeitige Einbeziehung von Angehörigen ist wichtig, da sie eine nachweislich zu wenig genutzte Ressource in der Delirprävention darstellen. Durch ihre Integration können nicht-pharmakologische Maßnahmen effektiver umgesetzt und die Delir-Inzidenz reduziert werden, was positive Auswirkungen auf Patient:innen und deren Genesung hat.
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