Examensarbeit, 2003
109 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung und Zielsetzung
1.1. Einführung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Lerntheoretische Grundlagen als didaktisches Fundament von Lernsoftware
2.1. Der Begriff 'Lernsoftware'
2.2. Grundgedanken zu den Lerntheorien
2.2.1. Der Behaviorismus - Lernen durch Verstärkung
2.2.1.1. Behaviorismus und Lernsoftware
2.2.1.2. Kritik an der behavioristisch orientierten Didaktik
2.2.2. Der Kognitivismus - Lernen durch Einsicht
2.2.2.1. Kognitivismus und Lernsoftware
2.2.2.2. Kritik an der kognitivistisch orientierten Didaktik
2.2.3. Der Konstruktivismus - Lernen durch Erleben und Interpretieren
2.2.3.1. Konstruktivismus und Lernsoftware
2.2.3.2. Kritik an der konstruktivistisch orientierten Didaktik
2.3. Vergleich und Integration der Lerntheorien
3. Kategorisierung von Lernsoftware
3.1. Übungsprogramme, „Drill & Practice“-Software
3.2. Tutorielle Systeme
3.3. Intelligente Tutorielle Systeme
3.4. Informationsprogramme
3.5. Simulationen
3.6. Mikrowelten
3.7. Lernsoftware mit Spielcharakter
3.8. Werkzeuge
4. Die Bewertung pädagogischer Lernsoftware mit Hilfe von Kriterienkatalogen
4.1. Die Qualität von Lernsoftware
4.2. Mögliche Bewertungsverfahren
4.3. Der Kriterienkatalog als gängigstes Bewertungsverfahren
4.3.1. Ziele von Kriterienkatalogen
4.3.2. Beispiele für Kriterienkataloge
4.3.2.1. Bewertungskriterien nach R. Lauterbach
4.3.2.2. Der Kriterienkatalog der SODIS-Datenbank
4.3.2.3. Die Münsteraner Bewertungsmaske
4.3.3. Bedeutung der Kriterienkataloge für den Einsatz von Lernsoftware im Unterricht
5. Lernsoftware als Lehr- und Lernmedium im Unterricht der Grundschule
5.1. Voraussetzungen für einen sinnvollen Einsatz
5.1.1. Technische Voraussetzungen
5.1.2. Der richtige Standort
5.1.3. Lernvoraussetzungen der Kinder
5.1.4. Das notwendige Wissen der Lehrer
5.2. Unterrichtsspezifische Einsatzbereiche
5.3. Einsatzmöglichkeiten von Lernsoftware in den Fächern der Grundschule
5.3.1. Lernsoftwareeinsatz im Mathematikunterricht
5.3.1.1. Lernsoftware als Trainings- und Übungshilfe
5.3.1.2. Lernsoftware als Veranschaulichungsmittel und Rechenhilfe
5.3.2. Lernsoftwareeinsatz im Deutschunterricht
5.3.2.1. Schriftspracherwerb sowie Schreib- und Leseförderung mit Lernsoftware
5.3.2.2. Textverarbeitung zur Steigerung der Schreiblust
5.3.3. Lernsoftwareeinsatz im Sachunterricht
5.4. Gesamtbewertung von Lernsoftware für den Einsatz im Unterricht
6. Lehrerbefragung zum Lernsoftwareeinsatz in der Grundschule
6.1. Untersuchungsdesign
6.1.1. Arbeitsmethodik der Lehrerbefragung
6.1.2. Vorstellung der Arbeitshypothesen
6.2. Präsentation und Bewertung der Befragungsergebnisse
6.2.1. Struktur und technische Ausstattung der Grundschulen
6.2.1.1. Struktur des Datensatzes
6.2.1.2. Technische Ausstattung der Schulen
6.2.1.3. Zufriedenheit der Lehrer mit der Ausstattung
6.2.1.4. Lernsoftwareausstattungen der Schulen
6.2.2. Bedeutung des Lernsoftwareeinsatzes
6.2.3. Arbeitszusammenhänge und einschränkende Rahmenbedingungen
6.2.4. Lehrerzentrierte Kriterien von Lernsoftware
6.2.5. Aus- und Fortbildung
6.3. Zusammenfassung der Befragungsergebnisse
7. Resümee und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
Die Arbeit analysiert die theoretischen Fundamente und praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Lernsoftware im Grundschulunterricht. Sie untersucht, wie lerntheoretische Konzepte die Softwareentwicklung beeinflussen und bewertet, inwieweit aktuelle Kriterienkataloge Lehrkräfte bei der Auswahl geeigneter Produkte unterstützen können, ergänzt durch eine empirische Lehrerbefragung zur tatsächlichen Nutzung in der Schulpraxis.
2.2.1. Der Behaviorismus - Lernen durch Verstärkung
Die Verfechter des Behaviorismus gehen davon aus, dass Prozesse, die sich im Inne ren der menschlichen Psyche abspielen, von außen nicht beobachtbar sind. Das Ge hirn des Lernenden wird in diesem Zusammenhang als ein zu füllender passiver Be hälter betrachtet und deshalb als „Black Box“ bezeichnet. Die internen Vorgänge, die zum Lernen führen, werden nicht beachtet. Von Interesse sind lediglich „die Wirkun gen bestimmter von außen auf den Organismus wirkender Reize [Stimuli]“ [WÖCKEL 2002, S. 118]. WÖCKEL spricht in diesem Zusammenhang von einer 'Input-Output Relation', bei der der Lernende als passiver und in seinem Verhalten als vorhersagba rer Mechanismus angesehen wird [vgl. WÖCKEL 2002, S. 118]. Demnach lässt sich „das Verhalten eines Individuums durch äußere Hinweisreize und Verstärkungen steuern […]“ [TULODZIECKI 1996, S. 42]. Daraus lässt sich schließen, dass Lernen „das Bilden und Festigen von Reiz-Reaktions-Ketten […]“ [STEINMETZ, 1999, S. 819] ist, und das gezeigte Verhalten dementsprechend aus Reaktionen auf Reize (Response) besteht.
Die Theorie des Behaviorismus tritt in der wissenschaftlichen Debatte in zwei Ansät zen, dem 'Klassischen Konditionieren' (Respondentes Lernen) und dem 'Operanten Konditionieren' (Operantes Lernen) auf. Die Grundlagen für die Theorie des Klassi schen Konditionierens legte der russische Physiologe IWAN PAWLOW (1849-1936) durch seine Untersuchungen an Hunden.
PAWLOW stellte fest, dass der natürliche Speichelfluss der Tiere auch durch andere Ereignisse ausgelöst werden kann, wenn diese mit der Futteraufnahme in Zusammen hang gebracht werden. Erklingt beispielsweise bei jeder Fütterung ein Glockenton, so setzt nach einiger Zeit schon beim alleinigen Läuten der Glocke der Speichelfluss ein. Das Verhalten des Hundes hat sich als Resultat von Erfahrung verändert.
1. Einleitung und Zielsetzung: Hier werden der Kontext des Computereinsatzes in der Grundschule sowie die zentralen Forschungsfragen und der Aufbau der Arbeit dargelegt.
2. Lerntheoretische Grundlagen als didaktisches Fundament von Lernsoftware: Dieses Kapitel analysiert die drei zentralen Lerntheorien – Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus – und deren Bedeutung für die Konzeption von Lernsoftware.
3. Kategorisierung von Lernsoftware: Es erfolgt eine Einteilung der auf dem Markt verfügbaren Software in Kategorien wie Übungsprogramme, Simulationen und Werkzeuge anhand psychologischer Kriterien.
4. Die Bewertung pädagogischer Lernsoftware mit Hilfe von Kriterienkatalogen: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Bewertungsverfahren und die Rolle von Kriterienkatalogen zur Sicherung pädagogischer Qualität.
5. Lernsoftware als Lehr- und Lernmedium im Unterricht der Grundschule: Der Einsatz von Lernsoftware in verschiedenen Fächern und Organisationsformen (z.B. Freiarbeit, Wochenplan) wird praxisorientiert beleuchtet.
6. Lehrerbefragung zum Lernsoftwareeinsatz in der Grundschule: Die empirische Erhebung wertet die Erfahrungen und Einschätzungen von Lehrkräften zur Ausstattung, Nutzungshäufigkeit und den Rahmenbedingungen an Grundschulen aus.
7. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und deutet auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
8. Literaturverzeichnis: Dies umfasst die wissenschaftlichen Quellen, die der Arbeit zugrunde liegen.
Lernsoftware, Grundschule, Lerntheorien, Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Medienkompetenz, Informatik, Lehrerausbildung, Unterrichtsplanung, Kriterienkataloge, Evaluation, Unterrichtsmethoden, Sozialkompetenz, Schulpraxis.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Lernsoftware für die Grundschule, untersucht die theoretischen Anforderungen an solche Programme und wie diese im Unterricht angewendet werden können.
Die Untersuchung basiert auf den drei klassischen Lerntheorien: Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus, die jeweils unterschiedliche Ansätze zur Wissensvermittlung und Lernprozessgestaltung bieten.
Das Ziel ist es, die theoretisch begründeten Anforderungen an Lernsoftware zu analysieren, deren Einsatzmöglichkeiten kritisch zu prüfen und die Probleme bei der Anwendung im Grundschulalltag aufzuzeigen.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Lehrerbefragung an Grundschulen, um eine Verbindung zwischen Theorie und schulpraktischer Realität herzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die lerntheoretische Fundierung, die Kategorisierung von Softwaretypen, die Auseinandersetzung mit Kriterienkatalogen zur Qualitätsbewertung und die konkreten Einsatzbereiche in Mathematik, Deutsch und Sachunterricht.
Zentrale Begriffe sind Lernsoftware, Grundschule, Lerntheorien, Medienkompetenz, Kriterienkataloge, Unterrichtsmedien und die Qualitätssicherung bei der Auswahl digitaler Lernangebote.
Die befragten Lehrkräfte nennen als Hauptbarrieren zu große Klassenstärken, eine unzureichende technische Ausstattung der Schulen, Zeitmangel sowie einen hohen organisatorischen Aufwand.
Obwohl Kriterienkataloge in der Fachliteratur sehr empfohlen werden, nutzen die befragten Lehrer diese in der Praxis nur selten; sie verlassen sich eher auf Empfehlungen von Kollegen und eigene Weiterbildungen.
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