Diplomarbeit, 2003
117 Seiten, Note: 2
Vorwort
1. Daten, Zahlen und rechtliche Grundlagen zum Thema
1.1 Begriffsdefinition „Flüchtling“
1.2 Der rechtliche Schutz minderjähriger Flüchtlinge
1.2.1 Internationale Abkommen
1.2.2 Deutsche Gesetze
1.3 Der rechtliche Status der Flüchtlinge
1.4 Die aufenthaltsrechtliche Situation der Flüchtlinge
1.5 Zahlen und Statistiken über in Deutschland lebende Flüchtlinge
2. Lebenslagen von Flüchtlingskindern in Gemeinschaftsunterkünften
2.1 Änderung des Asylbewerberaufnahmegesetzes und Änderung des Münchner Betreuungsmodells
2.2 Beschreibung der Gemeinschaftsunterkünfte
2.2.1 Lage und bauliche Beschaffenheit
2.2.2 Personal in den Unterkünften
2.3 Belastungsfaktoren in Unterkünften
2.3.1 Entwurzelung und Entfremdung
2.3.2 Einfluß der Vergangenheit/Traumatisierung
2.3.3 Stigmatisierung und Rassismus
2.3.4 Beengte Wohnverhältnisse/Eingeschränkte Intims- und Privatssphäre
2.3.5 Sachleistungen und finanzielle Mittel
2.3.6 Behörden und Gerichte
2.3.7 Ungeziefer
2.4 Psychische, psychosomatische und physiologische Auswirkungen
2.5 Fallbeispiele von Flüchtlingskindern in Unterkünften
2.5.1 Interview mit einem 12jährigen Mädchen aus dem Kosovo
2.5.2 Interview mit einem 11jährigen Jungen aus dem Irak
2.5.3 Interview mit einem 11jährigen Mädchen aus dem Irak
3. Soziale Netzwerkanalyse
3.1 Begriffsklärung und Geschichte
3.2 Grundlagen der Netzwerkanalyse
3.3 Die ego-zentrierte Netzwerkanalyse
3.4 Durchführung der Analyse
3.5 Ergebnisse der ego-zentrierten Netzwerkanalyse
3.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Bewältigungsstrategien und Lösungsansätze
4.1 Probleme und Lösungsansätze aus der Sicht professioneller Helfer
4.1.1 Interview mit Ulrich Schauler, Erzieher in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft Weiglstraße
4.1.2 Interview mit Margit Türk, Kunsttherapeutin beim Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer Refugio München
4.1.3 Interview mit Christa Nappenbach, Grundschullehrerin an der Blutenburgschule München
4.2 Hilfemöglichkeiten auf der Grundlage sozialen Copings
4.3 Ressourcen zur Problembewältigung bei Flüchtlingskindern
Die Diplomarbeit analysiert die Lebenslagen von Flüchtlingskindern in Gemeinschaftsunterkünften, mit dem Ziel, Belastungsfaktoren zu identifizieren und Bewältigungsformen (Copings) aufzuzeigen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Untersuchung, wie Kinder trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihre Ressourcen aktivieren und wie pädagogische Interventionen zur Unterstützung beitragen können.
2.3.4 Beengte Wohnverhältnisse/Eingeschränkte Intims- und Privatssphäre
Die beengten Wohnverhältnisse in den Unterkünften bringen für die Menschen mangelnde Möglichkeiten sich in eine angemessene Intims- und Privatssphäre zurückzuziehen.
In den allermeisten Unterkünften ist der Platz für die Bewohner sehr eng bemessen. Als Richtgröße werden in staatlichen Gu´s 4 qm Wohnraum pro Person berechnet, in den städtischen ist sie etwas größer, meines Wissens nach liegt sie dort bei 6 qm pro Person. Die meisten Flüchtlinge teilen sich ein Zimmer, entweder mit der Familie, oder bei Einzelpersonen mit anderen alleinstehenden Menschen. Die Gemeinschaftsküchen und gemeinschaftlich genutzten sanitären Anlagen in einigen Unterkünften sorgen in dieser Hinsicht für zusätzliche Reibungspunkte. Gerade für muslimische Frauen, ist es oft besonders schwer, wenn sie Küche und Sanitäranlagen mit fremden Männern teilen müssen, da dies im islamischen Kulturkreis absolut undenkbar wäre und die Frauen derartige Situationen folglich auch nicht gewohnt sind.
Hinzu kommt, daß oft nur wenige Räume als Gemeinschaftsräume freigehalten werden, die für einzelne Personen oder Gruppen nutzbar sind. Darüber hinaus gibt es für die Kinder, gerade bei den in der Stadt gelegenen Gu´s, nur wenige Flächen für Spielmöglichkeiten.
1. Daten, Zahlen und rechtliche Grundlagen zum Thema: Dieses Kapitel erläutert den Flüchtlingsbegriff im Kontext unterschiedlicher Rechtsgrundlagen und gibt einen Überblick über die rechtliche Situation sowie die Zahlen der Flüchtlinge in Deutschland.
2. Lebenslagen von Flüchtlingskindern in Gemeinschaftsunterkünften: Das Kapitel beschreibt detailliert die Lebensumstände, baulichen Gegebenheiten und die vielfältigen Belastungsfaktoren wie Trauma, Rassismus und Wohnraummangel, denen Flüchtlingskinder ausgesetzt sind.
3. Soziale Netzwerkanalyse: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Netzwerkanalyse dargelegt und deren Anwendung zur Erfassung der sozialen Beziehungen und Ressourcen der befragten Kinder erläutert.
4. Bewältigungsstrategien und Lösungsansätze: Dieses Kapitel verknüpft Experteninterviews mit theoretischen Konzepten des Copings, um Ressourcen der Kinder sowie Handlungsansätze für die professionelle soziale Arbeit zu explorieren.
Flüchtlingskinder, Gemeinschaftsunterkunft, Belastungsfaktoren, Coping, Soziale Netzwerkanalyse, Trauma, Integration, Lebenslagen, Asylverfahren, Kinder- und Jugendhilfe, Ressourcen, Migration, Psychosoziale Gesundheit, Pädagogische Betreuung, Identitätsentwicklung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Lebenslagen von Kindern in Flüchtlingsunterkünften, ihren Belastungen sowie den Bewältigungsmechanismen, die sie und ihr Umfeld entwickeln.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für minderjährige Flüchtlinge, die Auswirkungen der prekären Wohnsituation, psychische Belastungsfaktoren und die Analyse sozialer Unterstützungssysteme.
Ziel ist es, die spezifischen Problemlagen dieser Kinder aufzuzeigen und Ansätze für eine gelingendere Problembewältigung sowie Unterstützungsstrukturen zu identifizieren.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Darstellung der rechtlichen und sozialen Bedingungen mit einer ego-zentrierten Netzwerkanalyse der Kinder sowie qualitativen Interviews mit Fachkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Unterkunftsverhältnisse, die soziologische Analyse von Netzwerken und die fachliche Reflexion von Bewältigungsstrategien durch Experten aus pädagogischen Arbeitsfeldern.
Zu den Kernbegriffen gehören Lebenslagen, Flüchtlingskinder, Coping, Netzwerkanalyse, Trauma und soziale Ressourcen.
Die Enge und Lärmbelastung führen häufig zu Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen in der Schule und schränken die Möglichkeiten zur privaten Entfaltung und Einladung von Freunden massiv ein.
Künstlerische Projekte wie Kunsttherapie oder Tanz ermöglichen den Kindern, traumatische Erfahrungen nonverbal auszudrücken und durch Selbstwirksamkeitserfahrungen das Selbstbewusstsein zu stärken.
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