Bachelorarbeit, 2025
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. (Over-)Tourismus in Japan
2.1. Japans Tourismusentwicklung
2.2. Overtourism: Definition, Folgen & Maßnahmen
2.3. Drei-Säulen Modell: Overtourism in Japan
3. Methodische Vorgehensweise
3.1. Die Zeitung Asahi Shinbun und ihre Leser:innenbrief-Kategorie
3.2. Analyse von Leser:innenbriefen: Auswahlprozess und methodische Schritte
4. Ergebnisse der Leser:innenbriefanalyse
4.1. Quantitative Auswertung
4.2. Qualitative Auswertung
5. Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht den öffentlichen Diskurs zum Tourismusanstieg in Japan anhand einer empirischen Analyse von Leser:innenbriefen der Tageszeitung Asahi Shinbun. Ziel ist es, die Perspektiven, emotionalen Reaktionen und Argumentationsmuster der lokalen Bevölkerung im Kontext des Phänomens Overtourism zu identifizieren und diese anhand des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit zu beleuchten.
2.2. Overtourism: Definition, Folgen & Maßnahmen
Der Begriff overtourism ist eine vergleichsweise neue Wortschöpfung im Tourismusjargon, die erstmals 2016 aufkam und sich seitdem rasch als „part of the popular and scholarly lexicon“ etabliert hat (Cheer et al. 2019:556; UNWTO et. al 2018:4). Hierbei stellt das Phänomen des overtourism keinesfalls ein neues Konzept dar, sondern versteht sich als „new term for an old problem“ (Dodds/Butler 2019:520). Aufgrund seines erst kürzlich auftretenden Erscheinens ist seine genaue Bedeutung jedoch noch umstritten. So bleibt das Verständnis trotz zunehmender Diskussion begrenzt und die zugehörige Literatur eklektisch sowie theoretisch unvollständig (Ribeiro/Torkington 2023:288).
Diese Definition nennt als Kernproblem die übermäßige Anzahl an Tourist:innen. Hier wird jedoch auch eine Schwachstelle der overtourism-Forschung erkennbar: Die Frage, wie viel Tourismus ‚zu viel‘ ist, lässt sich nicht allgemein festlegen, da dies stark von der subjektiven Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung abhängt (Yamashita 2022:154). Während einige Destinationen hohe Besucher:innenzahlen problemlos verkraften, kann an anderen Orten bereits eine moderate Zunahme das soziale Gleichgewicht und die Akzeptanz der Bevölkerung gefährden. Hierbei spielt nicht nur die physische Tragfähigkeit (carrying capacity) eine Rolle – wie viele Menschen ein Ort verkraftet, ohne seine Ressourcen zu überlasten –, sondern auch, wann Einheimische das Gästeaufkommen als störend oder belastend empfinden. Overtourism beginnt oft dann, wenn die Einheimischen die Tourist:innen zunehmend als Einschränkung im Alltag wahrnehmen und die Lebensqualität darunter leidet (Erschbamer et al. 2018:3).
1. Einleitung: Einführung in das Thema des Tourismusbooms in Japan, die Relevanz des Phänomens Overtourism und Darlegung der Forschungsfrage sowie des methodischen Vorgehens.
2. (Over-)Tourismus in Japan: Theoretische Einbettung des Tourismuswachstums in Japan und Definition von Overtourism unter Anwendung des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit.
3. Methodische Vorgehensweise: Erläuterung der Auswahlkriterien und des Analyseverfahrens von 39 Leser:innenbriefen aus der Asahi Shinbun mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.
4. Ergebnisse der Leser:innenbriefanalyse: Darstellung der quantitativen und qualitativen Untersuchungsergebnisse bezüglich der Einstellung der Bevölkerung zu Tourismusauswirkungen.
5. Conclusio: Synthese der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, nachhaltigen Tourismusmodells.
Overtourism, Japan, Tourismusentwicklung, Leser:innenbriefe, Asahi Shinbun, Drei-Säulen-Modell, Nachhaltigkeit, Tourismusgesinnung, Kyoto, Tourismusverschmutzung, Besucher:innenlenkung, Soziokulturelle Auswirkungen, Ökologie, Ökonomie, Diskursanalyse
Die Arbeit analysiert, wie die japanische Bevölkerung auf den massiven Anstieg des Tourismus reagiert und welche Meinungen sowie emotionalen Haltungen in diesem Zusammenhang im öffentlichen Diskurs, konkret in Leser:innenbriefen, geäußert werden.
Die zentralen Themen umfassen die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus, ökologische Belastungen wie Müllproblematik und ökologische Schäden sowie soziokulturelle Konflikte, insbesondere Überfüllung und der Verlust lokaler Identität.
Das primäre Ziel ist es, Argumentationsmuster und Emotionen der Bevölkerung zum Overtourism in Japan zu identifizieren, um zu verstehen, wie die lokalen Akteur:innen die Auswirkungen der Tourismusentwicklung bewerten.
Die Verfasserin nutzt eine empirische Analyse, basierend auf einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Phillip Mayring, um 39 Leser:innenbriefe der Tageszeitung Asahi Shinbun systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Analyse des Drei-Säulen-Modells (Ökonomie, Ökologie, Soziokultur) und die anschließende empirische Untersuchung der gesammelten Leser:innenbriefe.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Overtourism, Japan, Nachhaltigkeit, Tourismusgesinnung und Leser:innenbriefe charakterisiert.
Kyoto nimmt eine Sonderrolle ein, da es in der Analyse am häufigsten genannt wird und als Paradebeispiel für die Spannungen zwischen touristischem Massenansturm und der Erhaltung lokaler Traditionen sowie Lebensqualität dient.
Ja, neben der Kritik an negativen Folgen betonen viele Verfasser:innen auch wirtschaftliche Vorteile, die Bedeutung von interkulturellem Austausch und die Chance, durch gegenseitiges Verständnis eine bessere Koexistenz zu erreichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

