Bachelorarbeit, 2010
92 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.1.1 Gliederung
1.1.2 Forschungsinteresse
1.2 Forschungsüberblick: Der Islam in den Medien
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Tageszeitung
2.1.1 Auswahl der Medien
2.1.2 Profil Süddeutsche Zeitung
2.1.3 Profil Frankfurter Allgemeine Zeitung
2.2 Der Islam
2.2.1 Definition und Grundsätze des Islam
2.2.2 Der Islam in Deutschland
2.2.3 Islam oder Islamismus?
2.3 Das Lettre-International-Gespräch mit Thilo Sarrazin
2.3.1 Darstellung der in Berlin lebenden Migranten
2.3.2 Die Person Sarrazin
2.4 Das Schweizer Minarettverbot
2.4.1 Vorgeschichte
2.4.2 Ergebnis der eidgenössischen Volksabstimmung
2.4.3 Exkurs: Das Minarett
3 Hypothesen
4 Empirische Untersuchung
4.1 Die Methodik der Inhaltsanalyse
4.1.1 Möglichkeiten und Grenzen
4.2 Vorbemerkungen
4.2.1 Untersuchungszeitraum
4.2.2 Suchkriterien
4.2.3 Artikelauswahl
4.3 Kategorienbildung
4.4 Überprüfung des Messinstruments
4.4.1 Pretest
4.4.2 Reliabilität und Validität
5 Ergebnisse der Untersuchung
6 Auswertung
6.1 Interpretation der FAZ-Artikel
6.1.1 Berichterstattung zum Sarrazin-Gespräch
6.1.2 Berichterstattung zum Minarettverbot
6.1.3 Zusammenfassung
6.2 Interpretation der SZ-Artikel
6.2.1 Berichterstattung zum Sarrazin-Gespräch
6.2.2 Berichterstattung zum Minarettverbot
6.2.3 Zusammenfassung
7 Schlussbetrachtung
8 Codierbuch
8.1 Allgemeine Codieranweisungen
8.2 Kategoriensystem
8.2.1 Formale Kriterien
8.2.2 Inhaltliche Kriterien
8.3 Codierbogen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das medial vermittelte Bild des Islam in Deutschland durch einen systematischen Vergleich der Berichterstattung in den überregionalen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und Süddeutsche Zeitung (SZ) zu erfassen. Dabei wird untersucht, wie die Medien auf kontroverse Ereignisse – konkret das Interview mit Thilo Sarrazin sowie die eidgenössische Volksabstimmung zum Minarettverbot in der Schweiz – reagieren und welche Wertungen oder Deutungsmuster sie dabei konstruieren.
1 Einleitung
Anfang Januar 2010 entging Kurt Westergaard, einer der Zeichner der Mohammed-Karikaturen, nur knapp einem Anschlag. Ein 28-jähriger Somalier drang mit einer Axt und einem Messer in Westergaards Haus in der Nähe von Århus ein. Das rechtzeitige Erscheinen der Polizei vereitelte die Tat und rettete Westergaard das Leben. Der dänische Geheimdienst PET attestierte der Tat einen terroristischen Hintergrund, und schnell wurde bekannt, dass Angreifer Verbindungen haben soll zu den radikal-islamischen Al-Shabaab-Milizen und zur Führung des Terror-Netzwerks El Kaida in Ostafrika1. Die Islamische Konferenz (OIK) in Jaddah verurteilte die Tat: „If the alleged attempt on the life of the Danish cartoonist is proven to have been committed as a reaction to the infamous cartoons of 2005, then it should be rejected and condemned by all Muslims“.
Urs Meier, Geschäftsführer der Reformierten Medien, macht den Karikaturstreit, dessen Nachbeben heute noch wahrzunehmen ist, viereinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Muhammeds ansigt, zum Exempel des Konflikts zwischen der abendländisch-aufklärerischen Kultur und den religiös-kulturellen motivierten Geltungsansprüchen innerhalb des Islams. Die Karikaturen seien zur „Chiffre für einen angeblich vom Westen gegen die islamische Welt geführten Krieg“ geworden. In diesem Streit standen sich gegenüber „einerseits Meinungsfreiheit und andererseits Respektierung religiöser Gefühle und Regeln“4 Fundamentalistisch orientierte Muslime in aller Welt verlangen die allgemeine Geltung islamischer Gebote. Dieser Position entgegen stehe ein abendländisch-aufklärerisches Freiheits- und Toleranzethos, welches alle religiös-kulturellen Geltungsansprüche relativere.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der medialen Islam-Darstellung ein und definiert das Ziel, das Forschungsinteresse sowie die Gliederung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden medienwissenschaftliche Grundlagen zur Tageszeitung, Islam-Definitionen und die für die Analyse relevanten Fallbeispiele (Sarrazin-Interview, Minarettverbot) dargelegt.
3 Hypothesen: Basierend auf der theoretischen Vorarbeit werden Hypothesen über die tendenziell unterschiedliche Berichterstattung von FAZ und SZ formuliert.
4 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse, die Auswahl der Artikel, die Suchkriterien sowie die Bildung des Kategoriensystems.
5 Ergebnisse der Untersuchung: Die erhobenen Daten werden hier quantitativ und qualitativ dargestellt und in Hinblick auf die Verteilung der Artikel und Darstellungsformen analysiert.
6 Auswertung: In diesem Hauptteil findet die detaillierte Interpretation der FAZ- sowie SZ-Artikel statt, wobei die jeweilige Art der Berichterstattung über Sarrazin und das Minarettverbot kontrastiert wird.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Würdigung der Ergebnisse hinsichtlich des medialen Islam-Bildes in den untersuchten Publikationen.
8 Codierbuch: Dieses Kapitel dient als technisches Instrument, das die Codieranweisungen und das Kategorien- bzw. Codiersystem für die durchgeführte Inhaltsanalyse detailliert beschreibt.
Islam, Medienanalyse, Qualitätspresse, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Thilo Sarrazin, Minarettverbot, Inhaltsanalyse, Integration, Muslime, Berichterstattung, Islamismus, Meinungsfreiheit, Medienethik, Diskurs.
Die Arbeit untersucht, wie das Bild der islamischen Religion und von Muslimen in zwei führenden überregionalen deutschen Tageszeitungen, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Süddeutschen Zeitung (SZ), konstruiert wird.
Die Analyse konzentriert sich auf die Berichterstattung zu zwei kontroversen Ereignissen: dem polarisierenden Interview von Thilo Sarrazin im Magazin "Lettre International" und der eidgenössischen Volksabstimmung zum Minarettverbot in der Schweiz.
Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwiefern sich die Berichterstattung der FAZ und SZ in ihrer Tendenz und ihrem Tenor unterscheiden und welche medialen Deutungsmuster bezüglich des Islam dabei jeweils zum Einsatz kommen.
Der Autor verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse, um das vorliegende Textmaterial (Zeitungsartikel) systematisch auszuwerten, zu interpretieren und die zugrunde liegenden Wertungen sowie Argumentationslinien der Autoren freizulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung und Interpretation der FAZ- und SZ-Artikel. Dabei wird jeweils getrennt nach den beiden Themen (Sarrazin-Gespräch und Minarettverbot) analysiert, wie die verschiedenen Zeitungsredaktionen in Kommentaren, Berichten und Leitartikeln zum Islam Stellung beziehen.
Die wesentlichen Begriffe umfassen Islam, Medienanalyse, Qualitätspresse (FAZ/SZ), Inhaltsanalyse, Integrationsdebatte, Minarettverbot sowie mediale Konstruktion von Feindbildern.
Die Analyse zeigt, dass die FAZ in ihren Kommentaren zum Sarrazin-Gespräch tendenziell befürwortender und verständnisvoller gegenüber Sarrazins Äußerungen agiert, während die SZ eine kritischere Distanz einnimmt und dessen polemische Wortwahl stärker bemängelt.
In beiden Zeitungen wird das Minarett häufig als Symbol für den politischen Islam oder als "Herrschaftszeichen" instrumentalisiert, wobei die Kommentare hier oft weit über eine bloße architektonische oder religiöse Betrachtung hinausgehen und Ängste vor einer islamischen "Landnahme" thematisieren.
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