Magisterarbeit, 2010
157 Seiten, Note: 1,3
I. RAHMENBEDINGUNGEN
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN DER AMERIKANISCHEN AUSSENPOLITIKGENESE: EXZEPTIONALISMUS
2.1 Thomas Jefferson und der idealistische Isolationismus
2.2 Alexander Hamilton und der realistische Internationalismus
2.3 Zusammenfassung
3. UNILATERALISMUS – EINE KURZE EINORDNUNG
3.1 Zur Begriffsbestimmung unilateralen Handelns und multilateraler Einbindung
3.2 Die amerikanische Sonderrolle im Bezug auf den Unilateralismus
II. NEUORDNUNG DER WELT IM REALPOLITISCHEN UND AKADEMISCHEN KONTEXT NACH 1990
1. DIE SYSTEMPERZEPTION ALS STRATEGIEGRUNDLAGE
1.1 Grundlage: Die Frage der Systemtransformation
1.2 Optionen: Kompromisslose Realpolitik versus liberaler Pragmatismus
1.3 Zusammenfassung: Unterschiedliche Handlungsanleitungen
1.4 Aufruf zum Multilateralismus im „uni-multipolaren“ Zeitalter
1.5 „Uni-(Multi)polarität“ = Unilateralismus?
2. REALISTISCHE UND NEOKONSERVATIVE AUSSENPOLITIKANSICHTEN UNTER DEM 43. US-PRÄSIDENTEN
2.1 Realistische Rhetorik im Wahlkampf 2000: Condoleezza Rice
2.2 Neokonservativer Ansatz der Benevolent Global Hegemony: Robert Kagan und William Kristol
2.3 Zusammenfassung
III. WILLIAM J. CLINTON: VOM „ZUPACKENDEN MULTILATERALISMUS“ ZUM „MULTILATERALISMUS À LA CARTE“
1. JAHRE DES UMBRUCHS: VON GEORGE H. W. BUSH ZU WILLIAM J. CLINTON
1.1 Der erste Kampfeinsatz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs: Antwort auf die Aggression des Irak gegenüber Kuwait
1.2 Machtwechsel 1992/1993: William Clinton wird 42. Präsident
2. CLINTONS AUSSENPOLITISCHES KONZEPT
2.1 Engagement und Erweiterung
2.2 Proaktive UN-Politik und dessen Umkehr
2.2.1 Das Desaster von Mogadischu
2.2.2 Abkehr vom Peacekeeping, „Bottom-up“ und die PDD 25
2.3 Die Kongresswahlen 1994 und deren Folgen
3. JUGOSLAWIEN I (BOSNIEN)
3.1 Schwelender Konflikt seit Beginn der neunziger Jahre
3.2 NATO-Einsatz und der Frieden von Dayton
3.3 IFOR – SFOR – EUFOR
3.4 Zusammenfassung: Amerikanischer Erfolg und „Vorbote“
4. JUGOSLAWIEN II (KOSOVO)
4.1 Kriegsvorbereitung und amerikanische Führung
4.2 NATO-Kampfeinsatz 1999
4.3 Zusammenfassung: Case-by-case – Entscheidungen im Spannungsverhältnis von Rhetorik und Realpolitik
IV. GEORGE W. BUSH: VOM ISOLATIONISTEN ZUR IMPERIALEN IDEE
1. DIE WAHL DES NEUEN PRÄSIDENTEN GEORGE W. BUSH
2. NEOKONSERVATISMUS, REALISMUS UND DAS KRIEGSKABINETT
2.1 Kompensation außenpolitischer Unerfahrenheit durch ein erfahrenes außenpolitisches Team: The Vulcans
2.1.1 Zusammensetzung
2.1.2 Ideologischer Rechtsruck
2.2 Abgrenzung und Gemeinsamkeit: Jacksonians und Neocons
3. „UNVERHÜLLTER UNILATERALISMUS“ IN DEN ERSTEN SECHS MONATEN
3.1 Internationales Recht: Ablehnung des Internationalen Strafgerichtshofes
3.2 Rüstungskontrolle: ABM-Vertrag und Raketenabwehr
3.3 Umweltaußenpolitik: Zurückweisung des Kyoto-Protokolls
3.4 Zusammenfassung: Interessenpolitik und Isolation
4. DIE ZÄSUR: 11.09.2001 – ANSCHLAG AUF AMERIKANISCHES TERRITORIUM
4.1 Zur Terrorismusdebatte und Al Kaida vor 9/11
4.2 Vorbereitung und Angriff auf Afghanistan
4.2.1 Bündnisfall nach Art. 5 NATOV und die Resolutionen 1368 und 1373
4.2.2 Innenpolitischer „Freifahrtsschein“ – Authorization to Use Military Force
4.2.3 »Operation Enduring Freedom«
4.2.4 International Security Assistance Force
4.2.5 Zusammenfassung
4.3 Gefangenenlager Camp X-Ray und Camp Delta
4.4 Der Patriot Act
4.5 Zwischenbilanz: Wider dem erhofften Multilateralismus
5. NEUAUSRICHTUNG AMERIKANISCHER AUSSENPOLITIK: VON DER SUCHE EINES NEW INTERNATIONALISM ZUR MISSION – KRIEG GEGEN DEN TERRORISMUS
5.1 Rede zur Lage der Nation am 29.01.2002
5.2 Rede vor der Abschlussklasse in West Point am 01.06.2002
5.3 Nationale Sicherheitsstrategie vom 17.09.2002
5.4 Die Bush-Doktrin
5.5 Zwischenbilanz: Vom unbestimmten Terrorkrieg zum staatszentrierten Feindbild
6. IRAK: VERSCHÄRFTE RHETORIK UND EIN KRIEG OHNE LEGITIMATION
6.1 Irak und USA: Ein schwelender Konflikt seit 1991
6.2 Project for the New American Century
6.2.1 Zur Strategie amerikanischer Vorherrschaft seit 1997
6.2.2 Die Überzeugung in der Irak-Frage
6.2.3 Strategische Vorarbeit und Auflösung des Instituts
6.3 Die instrumentelle Nutzung der Vereinten Nationen
6.3.1 Kriegsgründe und divergierende Gewichtungen
6.3.2 Zur Resolution 1441 und material breach
6.3.3 Bush unter Zeitdruck in der Irak-Frage
6.3.4 Die Wochen vor Kriegsbeginn
6.3.5 Zusammenfassung: Irrelevanz der Weltmeinung
7. RESÜMEE: IMPERIALISMUS UND IDEOLOGIE
V. ÜBERGANG ZUR ZWEITEN AMTSZEIT: EIN KURZWECHSEL?
1. GRENZEN UNILATERALER MACHTPOLITIK
2. PERSONELLER UMBRUCH IM KABINETT
3. DAS ENDE DER BUSH-REVOLUTION
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verschärfung des US-amerikanischen Unilateralismus unter der Regierung von Präsident George W. Bush. Ziel ist es, die sicherheitspolitischen Handlungsanleitungen und die "Grand Strategy" der Administration zu analysieren und zu prüfen, ob diese eine neue Ausprägung im Vergleich zu den Vorgängerregierungen darstellen, insbesondere unter Berücksichtigung der Zäsur durch die Terroranschläge vom 11. September 2001.
Die Systemperzeption als Strategiegrundlage
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die Blockkonfrontation mit all ihren Begleiterscheinungen über 40 Jahre zementiert. Der Fall des Eisernen Vorhangs markierte nicht nur das Ende der Sowjetunion, sondern auch der Bipolarität im globalen System. Die USA „wurden gleichzeitig die erste und einzig wirkliche Weltmacht.“ Bereits Ende der 80er-Jahre entzündete sich eine politische und akademische Debatte, wie von nun an die außenpolitische Strategie der USA anhand der Weltsystemsituation skizziert sein sollte. Es bedurfte einer neuen Weltordungspolitik, welche sich im Kern an zwei grundsätzlichen Ausgangsfragen orientierte:
1. Solle man eher versuchen, die (vorübergehend) unipolare Weltsystemstruktur so lange wie möglich durch unilaterale Maßnahmen zu konservieren und somit einen post Cold War status quo zu etablieren?
2. Oder galt es eher durch intendierte, multilaterale Lenkung und american leadership den Weg zur Multipolarität frei zu machen und im Zuge dessen den größtmöglichen Einfluss auf der weltpolitischen Bühne zu bewahren?
Grundsätzlich bestand für Washington die Möglichkeit, beide Optionen in Betracht zu ziehen, da „[w]ith the waning of Soviet Power, the United States (…) no longer [were] held in check by any other country or combination of countries.”
I. RAHMENBEDINGUNGEN: Einführung in die amerikanische Außenpolitikgenese und Begriffsdefinitionen von Unilateralismus und Exzeptionalismus.
II. NEUORDNUNG DER WELT IM REALPOLITISCHEN UND AKADEMISCHEN KONTEXT NACH 1990: Analyse der Debatten um Systemtransformation und die Ausrichtung der Außenpolitik unter den 43. US-Präsidenten.
III. WILLIAM J. CLINTON: VOM „ZUPACKENDEN MULTILATERALISMUS“ ZUM „MULTILATERALISMUS À LA CARTE“: Untersuchung der außenpolitischen Strategie Bill Clintons und der Konflikte auf dem Balkan.
IV. GEORGE W. BUSH: VOM ISOLATIONISTEN ZUR IMPERIALEN IDEE: Detaillierte Darstellung der außenpolitischen Wende unter Bush, insbesondere nach dem 11. September.
V. ÜBERGANG ZUR ZWEITEN AMTSZEIT: EIN KURZWECHSEL?: Bewertung der Grenzen unilateraler Politik und der personellen sowie strategischen Veränderungen ab 2005.
Unilateralismus, Multilateralismus, George W. Bush, Außenpolitik, Exzeptionalismus, Neokonservatismus, Irak-Krieg, 11. September, Terrorismusbekämpfung, Nationale Sicherheitsstrategie, Systemtransformation, Hegemonie, Interventionismus.
Die Arbeit analysiert die Verschärfung des US-amerikanischen Unilateralismus unter der Administration von George W. Bush und ordnet diese historisch sowie theoretisch in den Kontext amerikanischer Außenpolitik ein.
Zentrale Themen sind das Konzept des amerikanischen Exzeptionalismus, der Wandel von der Unipolarität nach dem Kalten Krieg, die Rolle neokonservativer Denker und die außenpolitische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001.
Das primäre Ziel ist es, die "Grand Strategy" der Bush-Administration zu identifizieren und zu hinterfragen, ob diese einen fundamentalen Bruch oder lediglich eine Radikalisierung bisheriger Außenpolitik-Muster darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse politikwissenschaftlicher Debatten, der Auswertung außenpolitischer Dokumente (Reden, Strategiepapiere) und der Einordnung dieser in neorealistische sowie neoliberale Theoriekonzepte der Internationalen Beziehungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Clinton-Jahre, die ideologische Vorbereitung der Bush-Administration durch Think Tanks sowie die konkrete Umsetzung unilateraler Politik in Afghanistan und Irak.
Die zentralen Begriffe sind Unilateralismus, Neokonservatismus, Systemtransformation, imperiale Präsidentschaft, Präemption und das "war on terror"-Paradigma.
Die Doktrin transformierte das Prinzip der Präemption von einer Ausnahme hin zu einem zentralen Legitimationsgrund für militärische Interventionen, auch ohne unmittelbare Bedrohungslage.
Die "Vulcans" waren ein enges, erfahrenes Beraterteam um George W. Bush, dessen militärische Prägung maßgeblich zur Gewichtung sicherheitspolitisch-militärischer Lösungen gegenüber diplomatischen Ansätzen beitrug.
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