Diplomarbeit, 2010
146 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Untersuchungsziel
1.2 Ausgangssituation und struktureller Aufbau der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen
2.1 Definition des Mittelstandes
2.1.1 Quantitative Merkmale
2.1.2 Qualitative Merkmale
2.2 Grundzüge des Erbrechts
2.2.1 Gesetzliche Erbfolge
2.2.2 Instrumente der Erbgestaltung
2.2.3 Pflichtteile
2.2.4 Erbengemeinschaft
3 Unternehmensbewertung für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsbesteuerung
3.1 Gesetzliche Grundlagen und Überblick über die Bewertungsverfahren
3.2 Vereinfachtes Ertragswertverfahren
3.3 Ertragswert nach IDW Standard 1
3.4 Multiplikatorenverfahren
3.5 Substanzwertverfahren
3.6 Würdigung der Bewertungsverfahren
3.7 Bewertungsergebnisse und Zwischenfazit
4 Erbschaftsteuerliche Begünstigungen, Verschonungen und Befreiungen
4.1 Begünstigungen von Betriebsvermögen
4.1.1 Begünstigtes Betriebsvermögen
4.1.2 Verwaltungsvermögen
4.1.3 Regel- und Optionsverschonung
4.2 Persönliche Steuerbegünstigungen
4.2.1 Freibetrag nach § 16 ErbStG
4.2.2 Besonderer Versorgungsfreibetrag nach § 17 ErbStG
4.2.3 Entlastungsbetrag nach § 19a ErbStG
5 Gestaltungsmöglichkeiten zu Lebzeiten
5.1 Unentgeltliche Übertragung
5.1.1 Schenkung ohne Gegenleistung
5.1.1.1 Behandlung der Schenkung im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
5.1.1.2 Behandlung der Schenkung im Einkommensteuerrecht
5.1.2 Schenkung unter Auflage
5.1.2.1 Schenkung gegen Versorgungsleistungen
5.1.2.1.1 Behandlung der Schenkung im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
5.1.2.1.2 Behandlung der Schenkung im Einkommensteuerrecht
5.1.2.2 Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt
5.1.2.2.1 Behandlung der Schenkung im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
5.1.2.2.2 Behandlung der Schenkung im Einkommensteuerrecht
5.2 Entgeltliche Übertragung
5.2.1 Übertragung gegen Einmalzahlung
5.2.1.1 Veräußerung von (Teil-)Betrieben und Mitunternehmeranteile
5.2.1.2 Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
5.2.2 Übertragung gegen wiederkehrende Leistungen
5.3 Gemischte Übertragung
5.3.1 Einheits- und Trennungstheorie
5.3.2 Behandlung der Übertragung im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
5.3.3 Behandlung der Schenkung im Einkommensteuerrecht
5.4 Zwischenergebnis
6 Gestaltungsmöglichkeiten für den Todesfall
6.1 Gesetzliche Erbfolge
6.1.1 Behandlung des Erwerbs im Erbschaftsteuerrecht
6.1.2 Behandlung des Erwerbs im Einkommensteuerrecht
6.2 Gewillkürte Erbfolge durch Vermächtnis
6.2.1 Behandlung des Vermächtnisses im Erbschaftsteuerrecht
6.2.2 Behandlung des Vermächtnisses im Einkommensteuerrecht
6.3 Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsanspruch
6.4 Zwischenergebnis
7 Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die verschiedenen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei einer familieninternen Unternehmensnachfolge im Mittelstand. Das primäre Ziel ist es, unter Berücksichtigung sowohl erbschaft- als auch einkommensteuerlicher Vorschriften die Übertragungsform zu identifizieren, die für den Übergeber (Senior) und den Übernehmer (Junior) gemeinsam die geringste Gesamtsteuerlast impliziert.
1.1 Problemstellung und Untersuchungsziel
„Nach mehr als 33 Jahren Arbeit übergibt (…) Albertus Jürgena (…) seinen Betrieb an seinen Sohn Ingo Jürgena.“1 – so die Meldung vom 31.01.2010 der Zeitung „Mein Sonntagsblatt“. Somit gehört dieser Heizungs- und Sanitärbetrieb zu den zahlreichen Unternehmen, die jedes Jahr in Deutschland übertragen werden. Den Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) zufolge werden alleine aufgrund der Unternehmensnachfolgeregelung über 70.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Jahr für Jahr in andere Hände übergeben. Davon werden beinahe 44 % der Unternehmen an Familienangehörige übertragen. Die übrigen Unternehmen werden entweder an die Mitarbeiter bzw. an Fremde verkauft oder mangels Nachfolgeregelung stillgelegt.2
Die Übertragung des Unternehmens an die nächste Generation kann vielfältig gestaltet werden. Zum einen kann die Übertragung im Todesfall des Eigentümers im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge erfolgen. Zum anderen besteht die Möglichkeit, noch zu Lebzeiten des Erblassers das Unternehmen im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge an die Erben zu übertragen. Aufgrund der Tatsache, dass die Übertragung des Unternehmens, unabhängig von der Übertragungsart, in Deutschland mit steuerrechtlichen Konsequenzen verbunden ist, stellt sich die Frage nach einer optimalen Steuergestaltungsmöglichkeit. Denn die steuerrechtlichen Konsequenzen der Unternehmensübertragung betreffen nicht nur die Erben, sondern, je nach Übertragungsart und Zeitpunkt, auch den Erblasser selbst. Aus diesem Grunde sollte bei der Ermittlung einer optimalen Steuerbelastung nicht nur der Übernehmer des Unternehmens im Mittelpunkt stehen. Vielmehr müssen dabei die Steuerlasten des Übernehmers und Übergebers als Gesamtsteuerlast berücksichtigt und beurteilt werden.
Das Ziel dieser Arbeit besteht daher darin, die wesentlichen Übertragungsmöglichkeiten eines Unternehmens zu analysieren und die sowohl aus Sicht des Übernehmers als auch des Übergebers steueroptimalste zu bestimmen. Dabei beschränkt sich diese Analyse auf die erbschaftsteuerlichen und auf die grundlegenden einkommensteuerlichen Vorschriften.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie Rahmenbedingungen der Analyse anhand einer fiktiven ABC-GmbH.
2 Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen: Charakterisierung von KMU, Erbrecht und Instrumente der Erbgestaltung.
3 Unternehmensbewertung für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsbesteuerung: Darstellung und Anwendung verschiedener Bewertungsmethoden zur Ermittlung des gemeinen Wertes.
4 Erbschaftsteuerliche Begünstigungen, Verschonungen und Befreiungen: Erläuterung der Steuerbefreiungen für Betriebsvermögen und persönlicher Freibeträge.
5 Gestaltungsmöglichkeiten zu Lebzeiten: Analyse von Übertragungsalternativen wie Schenkung und Nießbrauchsvorbehalt mit steuerlichen Berechnungen.
6 Gestaltungsmöglichkeiten für den Todesfall: Untersuchung von Nachfolgeregelungen bei ungeplantem Ableben, einschließlich gesetzlicher Erbfolge und Vermächtnissen.
7 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Empfehlungen zur steueroptimalen Gestaltung der Unternehmensnachfolge.
Unternehmensnachfolge, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Einkommensteuer, Betriebsvermögen, Unternehmensbewertung, Mittelstand, Erbrecht, Unternehmensübertragung, Verschonungsregelung, Nießbrauch, Versorgungsleistungen, Ertragswertverfahren, Nachlass, Schenkung.
Die Arbeit untersucht steuerliche Optimierungsmöglichkeiten bei der familieninternen Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand.
Die zentralen Felder sind die Unternehmensbewertung für steuerliche Zwecke, die Anwendung erbschaftsteuerlicher Begünstigungen sowie der Vergleich verschiedener Übertragungsszenarien zu Lebzeiten und im Todesfall.
Das Ziel ist die Identifizierung der steueroptimalen Übertragungsform, unter Berücksichtigung der Gesamtsteuerlast von Übergeber und Übernehmer.
Die Arbeit verwendet eine Fallstudienmethode anhand eines fiktiven Unternehmens (ABC-GmbH) sowie eine detaillierte Analyse der relevanten steuergesetzlichen Vorschriften und Bewertungsverfahren.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, den Bewertungsmethoden, den Begünstigungen für Betriebsvermögen sowie den konkreten Gestaltungsmöglichkeiten zu Lebzeiten und im Todesfall.
Die Arbeit ist insbesondere geprägt durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, steuerliche Gestaltung, Bewertungsverfahren, Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie Betriebsvermögen.
Die ABC-GmbH dient als fiktives Beispiel, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener Übertragungsalternativen unter realitätsnahen Annahmen zu gewährleisten.
Das Verfahren führt oft zu höheren Unternehmenswerten als alternative Methoden und wird daher in der Fallstudie bei Abweichungen über 20% als offensichtlich unzutreffend qualifiziert.
Die Analyse identifiziert die Schenkung gegen Versorgungsleistungen (zu Lebzeiten) bzw. die gesetzliche Erbfolge kombiniert mit Schenkungen (für den Todesfall) als steuerlich besonders vorteilhaft.
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