Masterarbeit, 2011
110 Seiten, Note: Sehr Gut
1 Einleitung
2 Das Bildungsprogramm Lebenslanges Lernen (LLP)
2.1 Die Einzelprogramme des Bildungsprogrammes „Lebenslanges Lernen“
2.2 Erasmus an der Pädagogischen Hochschule Steiermark
2.3 Online-Aktivitäten der Pädagogischen Hochschule Steiermark für Erasmus-Studierende
3 Social-Software
4 Sozialkapital
4.1 Formen des Sozialkapitals
4.2 Social-Software und Sozialkapital
5 Die qualitative Untersuchung
5.1 Grounded Theory
5.2 Theoretical Sampling
5.3 Erhebungsverfahren, Interviews
5.3.1 Problemzentriertes Interview
5.3.2 Datenerhebung aus Sicht der Grounded Theory
5.4 Durchführung der Datenerhebung
5.4.1 Interviewleitfaden
5.4.2 Interviewverlauf
5.4.3 Transkribieren
5.5 Kodieren
5.5.1 Offenes Kodieren
5.5.2 Ergebnisse des offenen Kodierens
5.5.3 Phasenmodell
5.5.4 Axiales Kodieren
5.5.5 Ergebnisse des axialen Kodierens der Phase 0
5.5.6 Ergebnisse des axialen Kodierens der Phase 1
5.5.7 Ergebnisse des axialen Kodierens der Phase 2
5.5.8 Ergebnisse des axialen Kodierens der Phase 3
5.5.9 Selektives Kodieren
5.5.10 Ergebnisse des selektiven Kodierens
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Master-Thesis untersucht, wie Erasmus-Studierende der Pädagogischen Hochschule Steiermark das Internet und Social-Software während ihres Auslandsaufenthaltes nutzen, um ihr Sozialkapital zu verwalten und aufrechtzuerhalten. Ziel der Arbeit ist es, durch eine qualitative Untersuchung im Stil der "Grounded Theory" ein Phasenmodell zu entwickeln, das das Nutzerverhalten der Studierenden vor, während und nach ihrer Mobilität beschreibt, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für die virtuelle Betreuung durch die Hochschule abzuleiten.
5.5.1 Offenes Kodieren
Das offene Kodieren ist ein analytischer Prozess und Teil der Grounded Theory. In diesem Prozess werden die Daten auf bestimmte Phänomene untersucht, diese miteinander verglichen und in Beziehung zueinander gebracht. Die Benennung der herausgegriffenen Informationen sollte diese zusammenfassend darstellen. Die Ergebnisse dieser Benennungen werden als Codes bezeichnet, aus diesen Codes werden abstrakte Konzepte generiert (vgl. Przyborski & Wohlrab-Sahr 2008).
Je nach Literatur ist die Vorgehensweise bei der offenen Kodierung unterschiedlich. Strauss und Corbin (1999) bezeichnen zum Beispiel das Zeile-für-Zeile-Kodieren als äußerst wichtig und fordern am Beginn dieses Prozesses sogar eine Wort-für-Wort-Feinkodierung ein. Für die Benennung werden zwei Arten von Codes unterschieden. Der In-vivio-Code wird vom Datenmaterial selbst generiert und kann zum Beispiel aus den Begriffen der Interviewpartnerinnen/-partner extrahiert werden. Der soziologisch konstruierte Code wird von der Forscherin/vom Forscher selbst konstruiert.
Das erste Produkt des offenen Kodierens sind die sogenannten Codes. Zwei Arten von Codes werden dabei unterschieden: In-vivo-Codes (vlg. Strauss & Corbin 1999) mit „natürliche Codes“ übersetzt, die der von den untersuchten Akteuren verwendeten Begrifflichkeit entsprechen oder sich nahe daran anlehnen, und Codes, die die Forscherin oder der Forscher selbst konstruiert als „soziologisch konstruierte Codes“ oder „soziologische Konstrukte“ bezeichnet. Statt „soziologisch“ können selbstverständlich auch Bezüge auf andere Fachdisziplinen auftreten. Przyborski und Wohlrab-Sahr (2008) fordern hingegen einen zusätzlichen Zwischenschritt ein. Sie führen als Erstinterpretation sogenannten Indikatoren ein und generieren daraus das ausgewiesene Konzept. Diese verdoppelnde Paraphrase (vgl. Oevermann 2001) soll eine bewusste Theoretisierung unterstützen (vgl. Przyborski & Wohlrab-Sahr 2008). Stübinger (vgl. 2008) hebt im Prozess des offenen Kodierens die Dimensionalisierung hervor und versteht darunter die möglichst vielfältige und unterschiedliche Sichtweise, um eine Phänomen einzufangen und zu beleuchten (vgl. Ritter 2010).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Nutzung von Internet und Social-Software durch Erasmus-Studierende und leitet daraus Forschungsfragen zur virtuellen Betreuung ab.
2 Das Bildungsprogramm Lebenslanges Lernen (LLP): Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Erasmus-Programm der EU und dessen praktische Umsetzung sowie Online-Aktivitäten an der Pädagogischen Hochschule Steiermark.
3 Social-Software: Der Begriff der Social-Software wird definiert und in den Kontext von Kommunikation und Gemeinschaftsbildung im Web 2.0 gesetzt.
4 Sozialkapital: Es wird die theoretische Grundlage des Sozialkapitals erörtert, insbesondere dessen Wandel durch die Nutzung von Social-Software und digitale Netzwerke.
5 Die qualitative Untersuchung: Das Kapitel beschreibt methodisch fundiert das Forschungsdesign basierend auf der Grounded Theory, inklusive Interviewführung und Kodierverfahren.
6 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden in einem theoretischen Rahmen zusammengefasst und Empfehlungen für die künftige virtuelle Betreuung von Outgoings ausgesprochen.
Erasmus-Studierende, Social-Software, Grounded Theory, Sozialkapital, Internetnutzung, Studierendenmobilität, Facebook, Virtuelles Erasmus-Office, E-Portfolio, Mahara, Kommunikation, Netzwerkbildung, Qualitative Forschung, Virtuelle Betreuung, Phasenmodell.
Die Master-Thesis beschäftigt sich mit dem Einfluss von Internet und Social-Software auf das Nutzerverhalten von Erasmus-Studierenden während ihres Auslandsaufenthaltes.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mobilität im Rahmen des Lebenslanges Lernen Programmes, den theoretischen Konstrukten Sozialkapital und Social-Software sowie der qualitativen Erforschung von Nutzerstrategien.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie Erasmus-Studierende digitale Werkzeuge nutzen, um ihre Beziehungen und Informationen vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt zu managen.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz im Stil der „Grounded Theory“, basierend auf Leitfadeninterviews mit sechs Erasmus-Studierenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Social-Software und Sozialkapital sowie eine detaillierte empirische Analyse, die ein Vier-Phasen-Modell der Internetnutzung während der Mobilität hervorbringt.
Zentrale Begriffe sind Erasmus-Mobilität, Social-Software, Sozialkapital, Grounded Theory und virtuelle Betreuung.
Facebook entwickelte sich im Verlauf der Untersuchung zur zentralen Plattform, die von den Studierenden nicht nur zur informellen Kommunikation, sondern auch zur Organisation ihres Erasmus-Aufenthaltes genutzt wird.
Die Nutzung wandelt sich von einer primären Informationsbeschaffung (Phase 0) über die Pflege von Heimatkontakten (Phase 1) hin zur Organisation und Vernetzung innerhalb einer lokalen Erasmus-Community im Gastland (Phase 2).
Das Virtual-Erasmus-Office dient als strukturgebendes Element für die formale Kommunikation und Informationsbereitstellung, während soziale Medien die eher informelle und gemeinschaftsorientierte Vernetzung der Studierenden abdecken.
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