Examensarbeit, 2009
114 Seiten, Note: 1,0
1 Mobbing in der Schule
1.1 Der Begriff „Mobbing“
1.1.1 Die allgemeine Verwendung des Begriffes „Mobbing“
1.1.2 Definition
1.1.3 Mobbing im Verhältnis zu den Begriffen „Konflikt“ und „Gewalt“
1.1.3.1 Mobbing als Konflikt
1.1.3.2 Mobbing als Gewalttat
1.2 Entstehung und Verlauf von Mobbing
1.2.1 Der Prozess
1.2.2 Mobbing als Gruppenphänomen und dessen Rollenverteilung
1.3 Die emotionale Situation des Opfers
1.3.1 Angst und Stress
1.3.1.1 Begriffsbestimmung von Angst
1.3.1.2 Begriffsbestimmung von Stress
1.3.2 Der kognitionstheoretische Ansatz zur Angstentstehung
1.4 Ursachen von Mobbing
1.4.1 Potenzielles Persönlichkeitsprofil des „Täters“
1.4.2 Potenzielles Persönlichkeitsprofil des „Opfers“
1.4.3 Gemeinsamkeiten bei Täter und Opfern
1.4.4 Weitere Rahmenbedingungen
1.5 Folgen von Mobbing
1.5.1 Allgemeine Folgen
1.5.2 Isolation
1.5.2.1 Definition
1.5.2.2 Zum Außenseiter durch Mitschüler
1.5.2.3 Der eigene Rückzug
1.5.2.4 Auswirkungen
2 Selbstwirksamkeit als personale Ressource
2.1 Definition
2.2 Abgrenzung zu den Begriffen „Selbstkonzept“ und „Selbstwertschätzung“
2.2.1 Abgrenzung zum Selbstkonzept
2.2.2 Abgrenzung zu Selbstwertschätzung
2.3 Das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura
2.4 Beziehung zwischen Selbstwirksamkeit und Angst
2.5 Die Entwicklung und Förderung von Selbstwirksamkeit
2.5.1 Vier Quellen der Selbstwirksamkeit
2.5.1.1 Eigene Erfahrungen
2.5.1.2 Stellvertretende Erfahrungen
2.5.1.3 Verbaler Zuspruch
2.5.1.4 Emotionales Erleben
2.5.2 Drei Einflussfelder der Selbstwirksamkeit
2.5.2.1 Familie
2.5.2.2 Peers
2.5.2.3 Schule
2.6 Die Wirkungsweise von Selbstwirksamkeit als personale Ressource
2.6.1 Wirkung auf kognitive Prozesse
2.6.2 Wirkung auf motivationale Prozesse
2.6.3 Wirkung auf affektive Prozesse
2.6.4 Wirkung auf selektive Prozesse
2.7 Exkurs: Selbstwirksame Schulen - ein Modellversuch zur Umsetzung des Selbstwirksamkeitskonzeptes in der Schule
3 Selbstwirksamkeit als Ausgangspunkt für pädagogische Maßnahmen bei Mobbing
3.1 These: Selbstwirksamkeit als protektiver Faktor gegen Mobbing
3.2 Ansatzpunkte zur Prävention von Mobbing durch Selbstwirksamkeit
3.3 Auswirkungen von Selbstwirksamkeit auf die Folgen von Mobbing
3.3.1 Selbstwirksamkeit und Stress
3.3.2 Selbstwirksamkeit und Gesundheit
3.4 Handlungsmöglichkeiten
3.4.1 Das Interventionskonzept von Dan Olweus
3.4.1.1 Ziele und Schlüsselprinzipien
3.4.1.2 Maßnahmen auf Schulebene
3.4.1.3 Maßnahmen auf der Klassenebene
3.4.1.4 Maßnahmen auf der persönlichen Ebene
3.4.2 „Schlagfertig auf dem Schulhof“ – direkte Handlungsmöglichkeiten für Opfer
3.4.2.1 Unerwartet zustimmen
3.4.2.2 Die Ablenkungsfrage
3.4.2.3 Maßlos übertreiben
3.4.2.4 Der Körper spricht zuerst
3.4.3 „Alltagshelden“
3.4.3.1 Pädagogische Leitlinien
3.4.3.2 Sensibilisierung
3.4.3.3 Projektziele
3.5 Ergebnisse
3.5.1 Der Wirkungskreislauf von Selbstwirksamkeit
3.5.2 Der Mobbing-Prozess als Teufelskreis
3.5.3 Positiver Kreislauf bei Einfluss von Selbstwirksamkeit bei Mobbing
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwiefern Selbstwirksamkeit als personale Ressource dazu beitragen kann, Mobbing-Prozesse an Schulen zu mindern und betroffenen Kindern effektive Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. Dabei wird ein theoretischer Rahmen geschaffen, der Mobbing als sozialen Prozess betrachtet und aufzeigt, wie die Stärkung der Selbstwirksamkeit die Bewältigung solcher Situationen positiv beeinflussen kann.
1.2.1 Der Prozess
Mobbing beginnt meist harmlos und sein Verlauf ist schleichend. Die Betroffenen nehmen die Schikanierungen und beleidigende Bemerkungen vorerst auf die leichte Schulter. Viele Betroffene gehen davon aus, dass die anderen irgendwann schon damit aufhören werden und wollen es auch nicht wahr haben.
Leider ist es so, dass, wenn sich die Angriffe ausweiten, letztendlich das Selbstvertrauen und die Würde des Opfers verletzt werden. Es verliert zunehmend sein Ansehen in der Schule und wird durch Ausgrenzung offiziell als „uncool“ und minderwertig abgestempelt.
Nahezu alle Opfer berichten, dass es ganz harmlos angefangen hat, z. B. mit einem normalen Konflikt oder einfach nur so. Wie auch in diesem Beitrag von Jureck aus dem Forum von www.schueler-mobbing.de:
„Ersma hallo leute!!! Also mobbing ist eine schlimme Sache und ich spreche aus Erfahrung!Es hat mit der 5.Klasse begonnen. Am Anfang fing les harmlos an und es wurde bis zur 10. immer schlimmer. So schlimm, dass ich jetzt zur 11.hin die Schule gewechselt habe. Ich hab es nie verstanden, wrum sie gerade mich ausgesucht haben, da ich eigentlich immer sehr engagiert war. Und ich hab mich sogr 2mal vor die Klasse gestellt und gefragt warum, doch als antwort kam- nichts!Nur dass sie es mutig finden dass ich mich vor sie gestellt habe. […]“ (Erfahrungsbericht: Jureck, 2005).
1 Mobbing in der Schule: Dieses Kapitel definiert Mobbing, erläutert dessen Entstehung, Verlauf und die emotionale Belastung des Opfers sowie die verschiedenen Rollen in einem sozialen Mobbing-Prozess.
2 Selbstwirksamkeit als personale Ressource: Hier wird das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura eingeführt, von verwandten Begriffen wie dem Selbstkonzept abgegrenzt und dessen Entwicklung sowie Wirkungsweise detailliert dargestellt.
3 Selbstwirksamkeit als Ausgangspunkt für pädagogische Maßnahmen bei Mobbing: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen, um konkrete Handlungs- und Präventionsansätze für Schulen aufzuzeigen, wie durch gestärkte Selbstwirksamkeit Mobbing-Attacken abgemildert oder verhindert werden können.
Mobbing, Selbstwirksamkeit, Schule, Prävention, Intervention, Angst, Stress, soziale Isolation, soziale Kompetenz, Resilienz, Schulklima, Zivilcourage, Opferrolle, Täterverhalten, Handlungsregulation.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing an Schulen und analysiert, wie das psychologische Konzept der Selbstwirksamkeit dazu genutzt werden kann, Schüler gegen die negativen Folgen von Mobbing zu stärken.
Die zentralen Themen sind Mobbing (Definition und Entstehung), die personale Ressource Selbstwirksamkeit sowie Möglichkeiten der pädagogischen Prävention und Intervention.
Das Hauptziel ist zu erörtern, inwiefern eine gestärkte Selbstwirksamkeit protektiv gegen Mobbing wirken kann und wie Lehrkräfte dies pädagogisch fördern können.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf bestehenden psychologischen Konzepten und empirischen Studien zur Mobbingforschung und Selbstwirksamkeitserwartung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Mobbing und Selbstwirksamkeit sowie in die Anwendung dieser Erkenntnisse auf konkrete schulische Präventionsmaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Selbstwirksamkeit, Resilienz, soziale Kompetenz, Schulklima und Prävention.
"Alltagshelden" bezieht sich auf ein Programm, das Schüler dazu befähigt, durch Zivilcourage aktiv in Mobbing-Situationen einzugreifen, anstatt passiv zuzusehen.
Die Arbeit analysiert Persönlichkeitsprofile und Rollenverteilungen, stellt jedoch heraus, dass die relative soziale Position in der Klassengemeinschaft die größte Gefährdung für eine Opferrolle darstellt.
Lehrer werden dazu ermutigt, durch gezielten Zuspruch und das Schaffen positiver Erfolgserlebnisse die Selbstwirksamkeit der Schüler zu fördern, um so die Basis für ein gesundes Klassenklima zu legen.
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