Wissenschaftlicher Aufsatz, 2010
14 Seiten
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
1. EINLEITUNG
2. INSTITUTIONELLE NEUERUNGEN
2.1. Der Europäische Rat
2.2. Der Hohe Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik
2.3. Der Rat
2.4. Die Kommission
2.5. Das Europäische Parlament
2.6. Europäische Zentralbank
2.7. Überblick über zentrale Verfahrensänderungen
2.7.1. Qualifizierte Mehrheit im Rat als Regelfall
2.7.2. Stärkung der Beteiligungsrechte des Europäischen Parlaments
2.8. Stärkung der Mitspracherechte der nationalen Parlamente
3. DIE KOMPETENZPROBLEME IM MEHREBENENSYSTEM
4. INSTITUTIONELLE GEWICHTSVERSCHIEBUNGEN
4.1. Stärkung des Europäischen Rates auf Kosten von Rat und Kommission
4.2. Stärkung des Ministerrates auf Kosten von Kommission, Parlament und EuGH
4.3. Zukunft der Kommission
5. EFFIZIENTERE ENTSCHEIDUNGSSTRUKTUREN IM RAT
6. KEINE LÖSUNG DES INSTITUTIONELLEN DEMOKRATIEDEFIZITS
6.1. Maßnahmen zur Verbesserung der Legitimation
6.2. Ungelöste Defizite demokratischer Legitimation
7. KOMPROMISSCHARAKTER DER NEUEN REGELUNGEN
8. SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht die durch den Vertrag von Lissabon initiierten institutionellen Neuerungen und Kompetenzverschiebungen innerhalb der Europäischen Union mit dem Ziel, deren Auswirkungen auf das Machtgefüge und die demokratische Legitimation der Organe kritisch zu bewerten.
2.1. Der Europäische Rat
Der Europäische Rat wird mit dem Lissabonner Vertrag in den Rang eines eigenständigen Organs neben den bisherigen Organen gehoben. Er setzt sich aus den Staats- und Regierungschefs der einzelnen Mitgliedstaaten der Union zusammen. Sein Präsident, der von den Staats- und Regierungschefs gewählt wird, übernimmt den Ratsvorsitz für zweieinhalb Jahre. Er kann einmal wiedergewählt werden und darf kein einzelstaatliches Amt innehaben.
Seine deutlich längere Amtszeit – anstelle des vormals halbjährlichen Wechsels des Vorsitzenden – soll mehr Kontinuität in die europäische Politik bringen. Auch der gescheiterte Verfassungsvertrag hatte diese Neuerung beinhaltet. Der Präsident des Europäischen Rates und der Präsident der Kommission gehören dem Europäischen Rat ohne Stimmrecht an. Der Hohe Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik nimmt an seinen Arbeiten teil. Zum ersten Präsidenten des Europäischen Rates wurde Ende 2009 der ehemalige belgische Premierminister Herman Van Rompuy ernannt.
1. EINLEITUNG: Einführung in den Kontext des Lissabonner Vertrags und die Ausgangslage nach dem gescheiterten Verfassungsvertrag.
2. INSTITUTIONELLE NEUERUNGEN: Darstellung der strukturellen Änderungen bei den wichtigsten Organen der EU sowie verfahrensrechtliche Anpassungen.
3. DIE KOMPETENZPROBLEME IM MEHREBENENSYSTEM: Analyse der Spannung zwischen europäischer Lösungskompetenz und der Wahrung nationaler Souveränität.
4. INSTITUTIONELLE GEWICHTSVERSCHIEBUNGEN: Erörterung der verschobenen Machtverhältnisse zwischen dem Europäischen Rat, dem Ministerrat und der Kommission.
5. EFFIZIENTERE ENTSCHEIDUNGSSTRUKTUREN IM RAT: Untersuchung der Optimierung von Entscheidungsprozessen durch die Ausweitung der qualifizierten Mehrheit.
6. KEINE LÖSUNG DES INSTITUTIONELLEN DEMOKRATIEDEFIZITS: Bewertung der Maßnahmen zur demokratischen Legitimation und Identifizierung fortbestehender Defizite.
7. KOMPROMISSCHARAKTER DER NEUEN REGELUNGEN: Zusammenfassende kritische Betrachtung der Komplexität des Vertragswerks und der nationalen Einflussnahme.
8. SCHLUSSWORT: Fazit zum materiellen Kern des Vertrags und Ausblick auf die zukünftige Reformfähigkeit der EU.
Vertrag von Lissabon, Europäischer Rat, Institutionen, Demokratiedefizit, qualifizierte Mehrheit, Kompetenzverteilung, Grundrechte-Charta, EU-Kommission, Europäisches Parlament, Subsidiarität, Entscheidungsprozesse, Mehrheitsentscheidungen, Regierungsführung, Europäische Union, Politische Steuerung.
Die Arbeit befasst sich mit den institutionellen Veränderungen, die durch den Vertrag von Lissabon in der Europäischen Union eingeführt wurden.
Im Fokus stehen die Stärkung des Europäischen Rates, die Neugestaltung von Abstimmungsverfahren im Rat sowie die Frage der demokratischen Legitimation.
Ziel ist eine kritische Bewertung, inwieweit der Vertrag von Lissabon die Handlungsfähigkeit der EU verbessert hat, ohne dabei die demokratischen Standards zu untergraben.
Der Autor nutzt eine institutionelle Analyse und juristische Bewertung der Vertragsgrundlagen im Vergleich zum gescheiterten Verfassungsvertrag.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Aufgabenänderungen der EU-Organe, die Kompetenzverteilung im Mehrebenensystem und die neuen Mehrheitsregeln.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Vertrag von Lissabon, Institutionelle Neuerungen, Demokratiedefizit und qualifizierte Mehrheit.
Der Präsident soll durch seine zweieinhalbjährige Amtszeit für mehr Kontinuität sorgen und fungiert als politisches Steuerungsorgan der Union.
Ab 2014 wurde das Prinzip eingeführt, das sowohl die Anzahl der Mitgliedstaaten (55%) als auch deren Bevölkerungsanteil (65%) bei Abstimmungen berücksichtigt.
Der Autor argumentiert, dass wesentliche demokratische Fragen wie das Initiativrecht des Parlaments oder eine direkte demokratische Legitimation der Kommission weiterhin ungeklärt bleiben.
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