Bachelorarbeit, 2009
36 Seiten, Note: 1,6
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Zur Relevanz des Themas
3. Zu den Begriffen ‚Angst‘, ‚Furcht‘ und ‚Stress‘
3.1 ‚Stress‘
3.2 ‚Angst‘
3.2.1 Das State-Trait-Modell nach Spielberger
3.3 ‚Furcht‘
3.4 Funktionen von Angst
3.5 Schulangst
4. Die Entstehung von Angst
4.1 Die Rolle der emotionalen Innenwelt
4.2 Angstquellen im Elternhaus
4.3 Schulische Angstquellen
4.3.1 Angstquellen im Schulbetrieb
5. Die Auswirkungen von Angst auf den Lernprozess
5.1 Der Fight-or-Flight Response
5.2 Angstreaktionen
5.3 Lernfördernde Auswirkungen von Angst
5.4 Lernhemmende Auswirkungen von Angst
6. Interventionsmaßnahmen gegen lernhemmende Ängste
7. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Ängsten im schulischen Kontext und deren Einfluss auf den Fremdsprachenlernprozess. Das primäre Ziel besteht darin, ein Verständnis für die Entstehungsursachen von Ängsten bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln sowie fördernde und hemmende Auswirkungen auf den Lernprozess darzulegen.
4.2 Angstquellen im Elternhaus
Die ersten Lebensjahre im Elternhaus bilden die Grundlage für die zukünftige Persönlichkeitsausbildung eines Kindes. In ihrem Buch Elterliche Erziehung und Angstentwicklung des Kindes vermerken Hock und Krohne (1994, 4) zur pädagogischen Bedeutsamkeit der Familie:
„Da in ihr (jedenfalls im Regelfall) über einen großen Zeitraum intensive Beziehungen zwischen Eltern und Kind herrschen, kommt der Familie mit Sicherheit eine herausgehobene Rolle der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes zu. […] Die Familie vermittelt dem Kind soziale, kulturelle und epochale Einflüsse. […] Die Familienstruktur (Rollen, Geschwisteranzahl und –position u.ä.) beeinflußt die Heranwachsenden. […] Die Persönlichkeitsmerkmale eines einzelnen Erziehenden (etwa einer depressiven Mutter) beeinflussen das Kind. […] Eltern wirken auf die Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes über ihr Erziehungsverhalten ein.“
Der elterlichen Erziehung kommt demnach eine übergeordnete Rolle bei der Charakterentwicklung des Kindes zu, wobei die zu Hause erlebten Interaktionsverhalten für diese Modellfunktion haben. Neben zahlreichen anderen Komponenten, ist auch der Grad der dispositionellen Ängstlichkeit (vgl. Kap. 3.2.1) ein Bestandteil der menschlichen Persönlichkeit.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik schulischer Ängste anhand eines fiktiven Fallbeispiels ein und definiert den Untersuchungsrahmen für Kinder und Jugendliche im deutschen Schulsystem.
2. Zur Relevanz des Themas: Das Kapitel betont die Notwendigkeit für Lehrkräfte, Angstverhalten frühzeitig zu erkennen, um Lernprozesse positiv zu gestalten und den Grundstein für erfolgreiche Angstbewältigungsstrategien zu legen.
3. Zu den Begriffen ‚Angst‘, ‚Furcht‘ und ‚Stress‘: Hier werden die zentralen Begriffe theoretisch abgegrenzt und deren physiologische sowie psychologische Zusammenhänge unter Einbezug relevanter Modelle definiert.
4. Die Entstehung von Angst: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexen Ursachen der Angstentstehung, die sowohl in der emotionalen Innenwelt als auch in schulexternen und -internen Faktoren wurzeln.
5. Die Auswirkungen von Angst auf den Lernprozess: Der Abschnitt untersucht, wie Angst durch Kampf- oder Fluchtreaktionen den Lernfortschritt beeinflusst und dabei sowohl hemmende als auch aktivierende Wirkungen entfalten kann.
6. Interventionsmaßnahmen gegen lernhemmende Ängste: Dieses Kapitel skizziert die pädagogischen Möglichkeiten der Lehrkraft, durch präventive oder kurative Maßnahmen ein angstreduzierendes Lernumfeld zu schaffen.
7. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Angst integraler Bestandteil des schulischen Lebens ist und durch gezielte didaktische Unterstützung in Lernpotenzial umgewandelt werden kann.
Schulangst, Angstentwicklung, Lernprozess, Fremdsprachenunterricht, State-Trait-Modell, elterliche Erziehung, Sozialisation, Interventionsmaßnahmen, Leistungssituationen, pädagogische Psychologie, Konfliktbewältigung, Selbstkonzept, Motivation, Angstquellen, Schülerverhalten
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Angst auf den Fremdsprachenlernprozess und den allgemeinen schulischen Alltag von Kindern und Jugendlichen.
Die Arbeit behandelt die theoretische Abgrenzung von Stress und Angst, die Ursachen für die Angstentstehung im Elternhaus und im Schulalltag sowie deren Folgen für das Lernverhalten.
Das Ziel ist es, einen Überblick über das Problem „Ängste im Unterricht“ zu geben und aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch geeignete didaktische Maßnahmen den negativen Einfluss dieser Ängste mindern können.
Die Autorin stützt sich primär auf pädagogisch-psychologische Erkenntnisse, darunter das State-Trait-Modell von Spielberger, die Bedürfnispyramide nach Maslow sowie Theorien zur elterlichen Erziehung von Hock und Krohne.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, eine Untersuchung der Entstehungsursachen von Angst (einschließlich familiärer Faktoren) sowie eine Analyse der Auswirkungen von Angst auf den Lernprozess und die Möglichkeiten der pädagogischen Intervention.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulangst, Lernhemmung, Sozialisation, Erziehungsstile und Lehrer-Lerner-Interaktion beschreiben.
Angst wird als ein eher unbegründeter, zeitlich begrenzter Zustand definiert, während Furcht durch ein eindeutig lokalisierbares Objekt gekennzeichnet und rationaler begründbar ist.
Das Elternhaus prägt durch Erziehungsstile wie Inkonsistenz, übermäßigen Erwartungsdruck, fehlende Unterstützung oder Überbehütung maßgeblich die Disposition zur Ängstlichkeit des Kindes.
Ja, in bestimmten Maßen kann Angst als Antrieb dienen, ein Problem zu lösen, was die Lernenden dazu bewegt, aktiver nach Bewältigungsstrategien zu suchen und ihr Kompetenzvertrauen zu stärken.
Die Lehrkraft kann durch ein wertschätzendes, empathisches und authentisches Verhalten sowie durch eine gezielte didaktische Gestaltung des Unterrichts das Sicherheitsbedürfnis der Schüler stützen und Angst hemmende Faktoren neutralisieren.
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