Bachelorarbeit, 2009
89 Seiten, Note: 1,1
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE BESTIMMUNGSELEMENTE
2.1. Hybridität – Die Materialität des Heterogenen
2.2. Globalisierung und Glokalisierung
2.3. Jugend + Kultur = Jugendkultur. Von der Begriffsgenese bis zur heutigen Beschaffenheit
2.3.1. Was ist Jugend?
2.3.1.1. Das Kriterium des Alters
2.3.1.2. Das Kriterium der Fortpflanzungsfähigkeit
2.3.1.3. Das juristische Kriterium
2.3.1.4. Das Kriterium der gesellschaftlichen Initiation
2.3.2. Jugendkultur – Eine Bestandaufnahme: Damals und Heute
3. GLOBALE JUGEND UND JUGENDKULTUREN
3.1. Jugendkultur I – Zentrale Elemente und Historie
3.1.1. Vergemeinschaftungsformen I: Von Subkulturen, Jugendkulturen, Szenen und jugendkulturellen Stilen
3.1.2. Vergemeinschaftungsformen II: Jugendliche Erlebniswelten im Zeitalter der Globalisierung
3.1.3. Vergemeinschaftungsformen III: Un(k)en(nt)dliche Differenzierungen der Jugendkulturen
3.1.4. Historischer Abriss musikzentrierter globaler Jugendkulturen
3.1.5. Stil & Bricolage
3.2. Jugendkultur II – Sozialisation & Identität
3.2.1. Die Bedeutung von Peer Groups und Jugendkulturen als Sozialisationsinstanz bis hin zur musikalischen Selbstsozialisation
3.2.2. Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Identität von Jugendlichen
3.3. Jugendkultur III – Musik
3.3.1. Musik und Globalisierung – Musik als Sprache der Welt
3.3.2. Musik als Leitmedium für Jugendkulturen
3.3.3. Musikgeschmack als gemeinsames Bindemittel jugendkultureller Vergemeinschaftung
3.3.4. Doppelagent Musikfernsehen: Stilvermittler und Globalisierungsmotor
3.3.5. Hybride Jugendkulturen
4. ANSATZ EINER MUSIKVIDEOANALYSE
4.1. Zur Problematik der Videoclipanalyse. Einzelbilder in einer fokussierten Relationsanalyse
4.2. Analyse des Musikvideos. Die Fantastischen Vier:„Die Da!?!“
4.2.1. Zielfokussierung und Inhaltsbeschreibung
4.2.2. Nachweisversuch I: Hybridität am Beispiel des präsentierten jugendkulturellen Stils
4.2.3. Nachweisversuch II: Hybridität am Beispiel der Kulisse als Stellvertreter der möglichen Transformation des genuinen HipHop in die eigene Lebenswelt
5. CONCLUSIO
Die Arbeit untersucht die Rolle von Jugend und Musik als Erlebnisrahmen innerhalb der Globalisierung. Dabei wird analysiert, wie jugendliche Vergemeinschaftung durch globale Einflüsse transformiert wird, um hybride Jugendkulturen auszubilden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Medium Musikvideo liegt.
3.1.2. Vergemeinschaftungsformen II: Jugendliche Erlebniswelten im Zeitalter der Globalisierung
Der Prozess der Globalisierung besitzt auf Jugendliche und Jugendkulturen eine ambivalente Wirkungsweise. Zum einen ist die Lebenswelt heutiger Jugendliche „einem massiven Veränderungsdruck ausgesetzt. Globale Entwicklungen wirken stärker denn je strukturierend auf Jugendkulturen, ihre Themen und Ausdrucksformen“. Zum anderen nehmen Jugendkulturen „selbst Einfluss auf diese Globalisierungsprozesse [und] versuchen sie eigensinnig zu nutzen, zu gestalten oder zurückzudrängen“ (Roth 2002, S. 21). Mit Blick auf die transnationalen Jugendkulturen im Jahre 2010 lassen sich aus dieser Überlegung drei gegensätzliche globalisierungsbedingte Reaktionsformen unterscheiden: Jugendkulturen nehmen häufig eine Avantgardistenrolle innerhalb der Globalisierungsprozesse ein. Als Produzenten und Konsumenten im Rahmen des „Projekt[s] einer weltweiten kulturellen Homogenisierung“ (ebd., S. 24), sind Jugendliche zwar nicht die ressourcenstärkste, „aber vermutlich die innovativste, flexibelste und mobilste Zielgruppe“ (ebd.).
Mit Lifestyle, als ein zentrales Exportprodukt, vermittelt über Musikfernsehen, Videoclips, Musikstile, Hollywood-Filme, Kleidungs- und Konsumstile, zielen transnationale Konzerne mit Sitz in den „global media cities“ der USA und in Westeuropa auf jugendliche Konsumenten weltweit ab. Jugendkulturen wirken als Produzenten „einer kosmopolitischen Weltkultur“, „indem sie in der multi- bzw. transkulturellen Szene der Weltstädte immer neue Lebensstile und Moden hervorbringen“ (ebd., S. 25). Durch ein individuelles Erfolgsstreben genährt, versuchen konsumorientierte Jugendliche innerhalb einer mit Eigensinn, Konkurrenz und Anerkennung konstruierten Erlebniswelt Authentizität zu finden. Jugendkulturen sind hierbei ein Anregungsmilieu und treten als Trendsetter und Rohstoff für Produkte der globalen Medienkonzerne auf. Jugendliche schwingen sich somit als Vorreiter einer Eventkultur und Spaßgesellschaft auf und nutzen intensiv medial verbreitetet Angebote.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der jugendlichen Erlebniswelten im Kontext der Globalisierung und Vorstellung der Forschungsabsicht.
2. THEORETISCHE BESTIMMUNGSELEMENTE: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Hybridität, Globalisierung sowie der historischen und soziologischen Definition von Jugendkultur.
3. GLOBALE JUGEND UND JUGENDKULTUREN: Analyse der Struktur, Historie und Sozialisationsaspekte von Jugendkulturen sowie deren Abhängigkeit von Musik und globalen Medien.
4. ANSATZ EINER MUSIKVIDEOANALYSE: Methodische Herleitung zur Untersuchung von Musikvideos und experimentelle Anwendung anhand des Beispiels „Die Da!?!“.
5. CONCLUSIO: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Transformation jugendkultureller Stile unter globalen Einflüssen.
Jugendkultur, Globalisierung, Hybridität, Musikvideo, Identität, Sozialisation, Musik, Popkultur, Glokalisierung, Stil, Bricolage, Medien, Konsum, Jugendliche, Authentizität.
Die Arbeit analysiert die Veränderung jugendlicher Lebenswelten im Zeitalter der Globalisierung mit Fokus auf Musik als Leitmedium.
Die zentralen Themen sind Hybridität, die Rolle der Musik in Jugendkulturen, Identitätsbildungsprozesse und die Einflüsse globaler Medien auf lokale Szenen.
Ziel ist es, die Rolle der Jugend und der Musik als Erlebnisrahmen im Globalisierungskontext darzustellen und aufzuzeigen, wie hybride Jugendkulturen entstehen.
Die Arbeit verwendet neben theoretischen Diskursanalysen einen musikwissenschaftlich-medienanalytischen Ansatz, konkret die „fokussierte Relationsanalyse“ zur Untersuchung von Musikvideos.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Globalisierung und Jugendkultur, eine soziologische Untersuchung von Sozialisation durch Musik sowie eine detaillierte Fallstudie.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Jugendkultur, Globalisierung, Hybridität und Musikvideo geprägt.
Es wurde das Musikvideo „Die Da!?!“ der deutschen Band „Die Fantastischen Vier“ aus dem Jahr 1992 analysiert.
Das Lokale dient als Ankerpunkt; globale Einflüsse werden in lokalen Kontexten angeeignet, transformiert und mit regionalem „Lokalkolorit“ versehen, was zu hybriden Ausprägungen führt.
Sie fungieren als „Globalisierungsmotoren“, die jugendkulturelle Stile medialisieren, kommerzialisieren und durch die Bereitstellung globaler Angebote zur Bildung einer synthetischen Identität beitragen.
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