Diplomarbeit, 2011
68 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Banken im volkswirtschaftlichen Kontext
2.1. Rolle der Banken für Wachstum und Wohlstand
2.2. Funktionen der Banken
2.3. Nutzen und Risiko von Großbanken
3. Die Bankenaufsicht
3.1. Notwendigkeit und Ziele
3.1.1. Vorbemerkung
3.1.2. Einlegerschutz
3.1.3. Sicherung der Funktionsfähigkeit
3.1.4. Weitere Ziele
3.2. Entwicklung, Stand und Struktur
3.3. Aufsichts- und Eingriffsrechte
3.4. Kritik
4. Das Problem der Systemrelevanz
4.1. Die “Too big to fail”-Problematik
4.2. Folgen der TBTF-Problematik
4.3. Kriterien für Systemrelevanz
4.4. Ausgewählte Lösungsansätze des TBTF-Problems
5. Das Verhältnis der Bankenaufsicht zu den systemrelevanten Banken
5.1. Bedeutung für die Bankenaufsicht
5.2. Folgen für die Bankenaufsicht
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomische Bedeutung und die Risiken systemrelevanter Banken aus der Perspektive der Bankenaufsicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Aufsicht mit der "Too big to fail"-Problematik umgehen kann, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten und wohlfahrtsökonomische Risiken zu minimieren.
2.3. Nutzen und Risiken von Großbanken
Nachdem im vorherigen Abschnitt die Existenzberechtigung von Banken allgemein dargelegt wurde, widmen sich die folgenden Ausführungen den Fragen nach Gefahren und Nutzen von Großbanken. Unabhängig davon, dass unter Umständen vielleicht auch kleine Banken als systemrelevant gelten können, wird davon ausgegangen, dass Größe eine notwendige Bedingung für die Einordnung als „systemisch relevant“ ist.
Die Größe einer Bank definiert sich hauptsächlich über Kriterien, wie die Höhe der Bilanzsumme, des Eigenkapitals oder des Volumens der Kundeneinlagen. Einigkeit herrscht darüber, dass die Deutsche Bank AG und die Commerzbank AG in Deutschland als Großbanken gelten. Bevor die Dresdner Bank AG 2009 in die Commerzbank eingegliedert wurde, galt sie auch als Großbank. Zum Teil werden auch die HypoVereinsbank, die Westdeutsche Landesbank und die Postbank AG zum Kreis der Großbanken gezählt. Die Großbanken sind, wie dargelegt, hauptsächlich den privatwirtschaftlichen Unternehmungen zuzuordnen.
Bei der Betrachtung der Gefahren die von Großbanken ausgehen, sollen nur jene betrachtet werden, die die Gesamtwirtschaft im Insolvenzfall nachteilig beeinflussen können. Die Insolvenz einer Großbank kann eine für das gesamte Banken- und Finanzsystem umfassende Krise auslösen. Gründe für die Insolvenzeröffnung können in der Zahlungsunfähigkeit einer Bank oder in der Überschuldung liegen. Da die Banken sich bei Liquiditätsproblemen an die Europäische Zentralbank halten können, soll eine reine Zahlungsunfähigkeit ausgeschlossen werden. Über die Spitzenrefinanzierungsfazilität können sich die Geschäftsbanken über Nacht unbegrenzt Liquidität im Austausch gegen Sicherheiten von der EZB leihen. Allerdings liegt der Zins für diese Geschäfte über dem Marktzins. Es ist äußerst unattraktiv für die Geschäftsbanken sie in Anspruch zu nehmen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle öffentliche Kritik an der Bankenrettung sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Rolle systemrelevanter Banken.
2. Banken im volkswirtschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel erörtert die gesamtwirtschaftliche Notwendigkeit von Banken als Finanzintermediäre und die spezifischen Risiken, die von großen Instituten ausgehen.
3. Die Bankenaufsicht: Hier werden die Ziele, die historische Entwicklung, die Struktur sowie die Aufsichts- und Eingriffsrechte der deutschen Bankenaufsicht detailliert dargestellt.
4. Das Problem der Systemrelevanz: Das Kapitel behandelt die "Too big to fail"-Problematik, ihre Folgen, Kriterien für die Bestimmung der Systemrelevanz und mögliche Lösungsansätze.
5. Das Verhältnis der Bankenaufsicht zu den systemrelevanten Banken: Der Autor untersucht, welche Bedeutung und Konsequenzen sich aus dem "Too big to fail"-Status für die tägliche Arbeit und die Strategie der Bankenaufsicht ergeben.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und reflektiert über zukünftige regulatorische Herausforderungen bei der Behandlung systemrelevanter Banken.
Bankenaufsicht, Systemrelevanz, Too big to fail, Finanzmarkt, Finanzintermediation, Insolvenzrisiko, Moral-Hazard, Basel III, Eigenkapital, Bankenregulierung, Schattenbanken, Finanzstabilität, Risikomanagement, Liquidität, Großbanken
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomische Bedeutung und die spezifischen Herausforderungen, die systemrelevante Großbanken für das Finanzsystem und die staatliche Bankenaufsicht darstellen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Rolle der Banken für Wachstum und Wohlstand, die Ziele und Instrumente der Bankenaufsicht, die Analyse der "Too big to fail"-Problematik sowie Strategien zur Stabilitätsverbesserung.
Das Hauptziel ist es, die wohlfahrtsökonomische Existenzberechtigung von Großbanken gegenüber den Risiken ihrer Insolvenz abzuwägen und aufzuzeigen, wie die Bankenaufsicht systemische Krisen verhindern kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch die Verwendung eines Modells zur qualitativen Gegenüberstellung von volkswirtschaftlichem Nutzen und Schaden von Banken ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bankenaufsicht, die Herleitung der TBTF-Problematik, die Entwicklung von Kriterien für Systemrelevanz sowie die Ableitung von Folgen für die regulatorische Praxis.
Wesentliche Begriffe sind Bankenaufsicht, Systemrelevanz, "Too big to fail", Finanzstabilität, Moral-Hazard, Risikotransformation und Basel III.
Schattenbanken stellen laut Autor ein erhebliches Risiko dar, da sie einerseits ähnlich wie Banken agieren, aber kaum reguliert sind, und durch ihre enge Vernetzung mit Geschäftsbanken zur Instabilität des gesamten Systems beitragen können.
Die Kernbotschaft ist, dass es bisher keinen praktikablen Regulierungsansatz gibt, der dieses Problem vollständig löst; der Staat muss jedoch Anreize schaffen, damit Banken ihre systemrelevante Größe oder Vernetzung kritisch hinterfragen.
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