Masterarbeit, 2020
75 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Der Rettungsdienst als Ausbildungsbetrieb
3.1 Darstellung des Rettungsdienstes exemplarisch an einem Rettungsdienst Unternehmen aus Brandenburg.
3.2 Annäherung an einen Ausbildungsbetrieb.
4 Das Beziehungsdreieck der beruflichen Erstausbildung
4.1 Die Dimension Organisation.
4.2 Die Dimension überbetrieblicher Rahmen.
4.3 Dimension der beruflichen Erstausbildung.
5 Der betriebliche Ausbildungsplan für den Ausbildungsberuf des Notfallsanitäters/ der Notfallsanitäterin.
5.1 Ausgangspunkt für den betrieblichen Ausbildungsplan.
5.2 Handlungskompetenzentwicklung
5.3 Entwicklung eines Anforderungsprofils für den Notfallsanitäter Auszubildenden.
5.4 Das 5-Stufen-Model nach Dreyfus & Dreyfus.
6 Arbeitsprozessorientierung in der beruflichen Erstausbildung.
6.1 Der Arbeitsprozess
6.2 Arbeitsprozessanalyse
6.3 Arbeitsprozesswissen und praktisches Wissen
6.4 Anwendung auf den Rettungsdienst
7 Durchführung der praktischen Berufsausbildung am Lernort Ausbildungsbetrieb.
7.1 Erstellung von Lern- u. Arbeitsaufgaben mit den Erkenntnissen aus Arbeitsprozessen
7.2 Lernprozessbegleitung als Methode der Umsetzung für arbeitsprozessorientierte Kompetenzentwicklung.
8 Fazit
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Implementierung einer dreijährigen Berufsausbildung zum Notfallsanitäter und zeigt auf, wie Rettungsdienste ihre Rolle als aktiver Ausbildungsbetrieb durch die Entwicklung betrieblicher Ausbildungspläne stärken können, um die Handlungskompetenzentwicklung der Auszubildenden optimal zu fördern.
6.1 Der Arbeitsprozess
Ein Merkmale von einer Arbeitsprozessorientierung in sog. HRO’s (High Reliability Organizations), dass sie frühzeitig Kontrollpunkte in Prozessen einbauen, damit frühzeitig Fehler auffallen und dementsprechend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können (vgl. Rall, 2016, S. 10).Als erstes sollte ein Verständnis für die Bedeutung eines Arbeitsprozesses geschaffen werden. Für den Rettungsdienst ist es m.E. nicht üblich, dass man Tätigkeiten und Aktivitäten in Prozessen definiert. Huth definiert einen Prozess folgendermaßen: „Ein Prozess ist die inhaltlich abgeschlossene, zeitliche und sachlogische Folge von (auch funktionsübergreifenden) Aktivitäten, die einen oder mehrere Inputs effektiv und effizient in einen oder mehrere Outputs transformiert und damit aus Kundensicht zu einer Wertschöpfung beiträgt“ (Huth, 2018, S. 21). Daraus lässt sich der Handlungspfad eines Rettungsdiensteinsatzes ablesen. Wenn man es streng betrachtet ist der Rettungsdienst ein Transportunternehmen. Das bedeutet, dass die ‚Wertschöpfungskette‘ sich im Rettungsdienst so darstellt, dass es einen ‚Kunden‘ (den Patienten) gibt, der den Prozess auslöst. In diesem Prozess gibt es ‚sachlogische Folgen‘ (bspw. Patientenuntersuchung – erst dann kann eine Therapie und Maßnahmen geschehen). Die ‚Inputs‘ entsprechen bspw. der Medikamentengabe aber auch Maßnahmen um den Zustand des Patienten zu verbessern. Die Verbesserung wäre in diesem Fall das ‚Output‘ sowie der erfolgreiche und suffiziente Transport in eine geeignete Zielklinik. Kainz, Pock & Prause beschreiben im Rahmen einer Prozessgefährdungsanalyse eines ‚Notfallprozesses‘, das dieser charakterisiert ist, das er aus einzelnen Abläufen besteht, die sich wechselseitig beeinflussen und auf einander einwirken (vgl. Kainz, Pock, & Prause, 2016, S. 134). Auch die wechselseitige Beschreibung von beeinflussenden Faktoren ist in den Arbeitsprozessen vom Rettungsdienst gegeben. Wiederum darf sich der Blick auf die Arbeitsprozesse im Rettungsdienst nicht nur auf die Wertschöpfungskette (Patiententransport) beschränken.
1 Einleitung: Beschreibt die durch das NotSanG 2014 induzierten Veränderungen in der Rettungsdienstlandschaft und die Notwendigkeit, dass Rettungsdienste Verantwortung als Ausbildungsbetriebe übernehmen.
2 Problemstellung: Analysiert die Herausforderungen bei der Implementierung des neuen dreijährigen Ausbildungssystems und das Spannungsfeld zwischen Berufsschule und Rettungsdienst.
3 Der Rettungsdienst als Ausbildungsbetrieb: Stellt den Rettungsdienst als Organisation vor und beleuchtet die Anforderungen an einen Ausbildungsbetrieb am Beispiel eines Unternehmens aus Brandenburg.
4 Das Beziehungsdreieck der beruflichen Erstausbildung: Definiert ein Modell zur Komplexitätsreduzierung, das die Dimensionen Organisation, überbetrieblicher Rahmen und berufliche Erstausbildung verbindet.
5 Der betriebliche Ausbildungsplan für den Ausbildungsberuf des Notfallsanitäters/ der Notfallsanitäterin.: Skizziert Grundlagen für betriebliche Ausbildungspläne, inklusive Handlungskompetenzentwicklung und Kompetenzstufenmodellen.
6 Arbeitsprozessorientierung in der beruflichen Erstausbildung.: Erläutert den Stellenwert realer Arbeitsprozesse für das Lernen und beschreibt Methoden der Arbeitsprozessanalyse.
7 Durchführung der praktischen Berufsausbildung am Lernort Ausbildungsbetrieb.: Konkretisiert die Erstellung von Lern- und Arbeitsaufgaben sowie Methoden der Lernprozessbegleitung für die Praxis.
8 Fazit: Fasst die Bedeutung der Lernortkooperation zusammen und plädiert für die stärkere Einbindung der Expertise der Praxis in die Ausbildung.
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Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung betrieblicher Ausbildungspläne für den Ausbildungsberuf Notfallsanitäter/in, um eine verbesserte Handlungskompetenzentwicklung in der Praxis zu gewährleisten.
Zu den Schwerpunkten gehören das Rollenverständnis von Rettungsdiensten als Ausbildungsbetriebe, die Kooperation mit Berufsschulen, die Analyse realer Arbeitsprozesse und die Gestaltung zielgerichteter Lernaufgaben.
Das Ziel ist es, Rettungsdiensten Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich als qualifizierte Ausbildungsbetriebe zu etablieren und den Transfer theoretischen Wissens in die praktische Arbeitswelt gezielt zu fördern.
Es handelt sich um eine praxisorientierte Analyse, die auf bestehenden Theorien zur Kompetenzentwicklung (z.B. Dreyfus & Dreyfus) und Arbeitsprozesswissen (Rauner) basiert und diese auf den Rettungsdienst adaptiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Modellierung der Ausbildung durch das "Beziehungsdreieck", die detaillierte Arbeitsprozessanalyse im Rettungsdienst und die praktische Konstruktion von Lernaufgaben.
Zentrale Begriffe sind Notfallsanitäter, Arbeitsprozessorientierung, Handlungskompetenz, Ausbildungsbetrieb und Lernortkooperation.
Die Ausbildung erfordert nun eine curriculare didaktische Ausrichtung auf Handlungskompetenz und engere Lernortkooperationen zwischen Berufsschulen und Rettungsdiensten, im Gegensatz zur früheren, eher fächerzentrierten Rettungsassistenten-Ausbildung.
Der Autor sieht Praxisanleiter als zentrale Schnittstelle des Ausbildungsbetriebs, die eine aktive Rolle bei der Übertragung theoretischer Inhalte in die berufliche Wirklichkeit spielen müssen.
Es dient als Orientierungsmodell, um die Entwicklung der Auszubildenden über die drei Lehrjahre zu strukturieren, mit dem Ziel, bis zum Abschluss die Stufe der "Kompetenz" zu erreichen.
Da Rettungsdiensteinsätze hochdynamisch und unplanbar sind, hilft diese Orientierung dabei, theoretisches Wissen in komplexen, realen Arbeitssituationen anwendbar zu machen und Überforderungen zu vermeiden.
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