Magisterarbeit, 2010
166 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Anlass und Ziel der Untersuchung
2. Vom Sputnik- zum PISA-Schock
3. Ausgewählte Veröffentlichungen zu PISA
3.1 Das PISA-Konsortium (2003)
3.2 ADAM, KONRAD Die deutsche Bildungsmisere. Pisa und die Folgen.
3.3 FAHRHOLZ, BERND; GABRIEL, SIGMAR; MÜLLER, PETER (HG.): Nach dem PISA-Schock. Plädoyer für eine Bildungsreform.
3.4 GUGGENBÜHL, ALLAN: Die PISA-Falle. Schulen sind keine Lernfabriken.
3.5 HUISKEN, FREERK: Der »PISA-Schock« und seine Bewältigung. Wie viel Dummheit braucht/verträgt die Republik?
3.6 TERHART, EWALD: Nach PISA.
3.7 Fazit
4. Zur Datenaufbereitung
5. Zur Darstellungsform
6. Illustration mit konkreten Szenen aus dem Schulalltag
7. Exkurs zum zugrundegelegten Menschen- und Unterrichtsbild
7.1 Humanistische Psychologie
7.2 Neurobiologie
8. Darstellung und Interpretation ausgewählter Ergebnisse
8.1 Einschätzung des Nutzens von Schule
8.1.1 SQ24a – School has done little to prepare me for adult life when I leave school. - Die Schule hat wenig getan, um mich auf das Erwachsenenleben vorzubereiten, wenn ich die Schule verlasse.
8.1.2 SQ24b – School has been a waste of time. – Schule war vertane Zeit
8.1.3 SQ24d – School has taught me things which could be useful in a job. – Die Schule brachte mir Dinge bei, die im Beruf nützlich sein können.
8.1.4 SQ24c – School has helped give me confidence to make decisions. – Die Schule unterstützte mein Selbstvertrauen, eigene Entscheidungen zu treffen.
8.2 Lehrer-Schüler-Beziehungen
8.2.1 SQ26e – Most of my teachers treat me fairly. – Die meisten meiner Lehrer behandeln mich fair.
8.2.2 SQ26a – Students get along well with most teachers. – Die Schüler kommen mit den meisten Lehrern zurecht.
8.3 Arbeitsbereitschaft der Schüler (Sicht der Schulleiter)
8.3.1 SLQ11e - Students are cooperative and respectful – Die Schüler sind kooperativ und respektvoll.
8.3.2 SLQ11b - Students work with enthusiasm - Die Schüler arbeiten mit Enthusiasmus
8.3.3 SLQ11g - Students do their best to learn as much as possible - Die Schüler strengen sich an, so viel wie möglich zu lernen.
8.3.4 SLQ11d - Student value academic achievement - Die Schüler schätzen akademische Leistung.
8.3.5 SLQ11c - Students take pride in this school - Die Schüler sind stolz auf diese Schule
8.4 Interesse am Schüler
8.4.1 SQ26b – Most teachers are interested in students’ well-being. – Die meisten Lehrer sind am Wohlergehen der Schüler interessiert
8.4.2 SQ38a – The teacher shows an interest in every student’s learning. – Der (Mathematik-) Lehrer zeigt Interesse am Lernen jedes Schülers
8.4.3 SQ26c – Most of my teachers really listen to what I have to say. – Die meisten meiner Lehrer hören wirklich auf das, was ich zu sagen habe.
8.5 Hilfe im Unterricht - oder: Eine Frage berufsethischer Verantwortlichkeit
8.5.1 SQ38e – The teacher helps students with their learning. – Der Lehrer hilft Schülern beim Lernen.
8.5.2 SQ38c – The teacher gives extra help when students need it. - Der Lehrer gibt Extra-Hilfe, wenn Schüler es nötig haben.
8.5.3 SQ26d – If I need extra help, I will receive it from my teachers. – Wenn ich Extra-Hilfe benötige, bekomme ich sie von meinen Lehrern.
8.6 Disziplin im Unterricht
8.6.1 SQ38h – The teacher has to wait a long time for students to quieten down. – Der Lehrer muss lange auf Ruhe warten.
8.6.2 SQ38k – Students don’t start working for a long time after the lesson begins. – Die Schüler fangen nach Stundenbeginn lange nicht an zu arbeiten
8.6.3 SQ38f – There is noise and disorder. – Es gibt Lärm und Durcheinander/ungebührliches Betragen
8.6.4 SQ38b – Students don’t listen to what the teacher says . – Die Schüler hören nicht auf das, was der Lehrer sagt. SLQ25d ...learning hindered by disruption of classes by students - In welchem Ausmaß ist das Lernen behindert durch Unterrichtsstörungen?
9. Zusammenfassende Interpretation und Folgerungen
Die Arbeit untersucht auf explorative Weise, inwiefern sich aus den vorhandenen PISA-Daten Hinweise auf Lehrerverhalten und Lehrereinstellungen gewinnen lassen, um zu prüfen, ob personale Lehrerqualitäten für den Lernerfolg entscheidender sein könnten als rein strukturelle Rahmenbedingungen, wobei der Fokus gezielt auf die zwischenmenschliche Dimension des Lernens gelegt wird.
Knochen zählen
Die neu gebildete fünfte Klasse hat Biologie bei Frau Glotz. Sie beginnt lehrplangemäß mit dem Thema Säugetiere in ihrem Lebensraum. Dazu heißt es im Bildungsplan: Die Schülerinnen und Schüler lernen Säugetiere aus ihrem Erfahrungsbereich unter ganzheitlichem Aspekt kennen. ... Im Umgang mit Tieren lernen die Schülerinnen und Schüler deren arteigene Bedürfnisse kennen, entwickeln Zuneigung und werden angeregt, Heimtiere verantwortungsvoll zu pflegen. Als erstes Beispiel wählt die Lehrerin den Hund als Haustier und führt in der ersten Stunde das Skelett ein. Nach der Stunde kommt die Klassenlehrerin ins Zimmer und sieht auf einigen Tischen noch Blätter mit der Kopie eines Hundeskeletts liegen. Sie fragt eine Schülerin, was sie denn in der vergangenen Stunde bei Frau Glotz gemacht hätten. Martina zeigt ihr das Blatt und antwortet: "Da haben wir draufgeschrieben, wie die Knochen heißen." Dann schaut sie das Skelett nachdenklich an und fragt: "Was fressen diese komischen Viecher eigentlich?" - "Oh," meint die Lehrerin, "hast du noch nie einem Hund beim Fressen zugeschaut?" - "Ach, das soll ein Hund sein?! Aber der hat doch gar kein Fell!"
1 Einleitung: Anlass und Ziel der Untersuchung: Diese Einleitung skizziert die deutsche Reaktion auf die PISA-Studien und legt die Grundhypothese dar, dass personale Lehrerqualitäten einen größeren Einfluss auf den Lernerfolg haben könnten als die oft diskutierten systemischen Rahmenbedingungen.
2 Vom Sputnik- zum PISA-Schock: Das Kapitel reflektiert die historischen Bildungsreformen seit den 1960er Jahren und kritisiert die wiederkehrende technokratische Ausrichtung der Schulentwicklung sowie die vernachlässigte schulpraktische Forschung.
3 Ausgewählte Veröffentlichungen zu PISA: Hier werden verschiedene Positionen aus Medien, Politik und Erziehungswissenschaft zu den PISA-Ergebnissen kritisch gesichtet, wobei ein Defizit an konkreter Auseinandersetzung mit der Rolle der Lehrkraft konstatiert wird.
4 Zur Datenaufbereitung: Der Autor beschreibt methodisch, wie er die zugänglichen PISA-Daten selektiert und zur Analyse von Schüler- und Schulleitermeinungen aufbereitet hat, um trotz statistischer Einschränkungen Erkenntnisse zu gewinnen.
5 Zur Darstellungsform: In diesem Abschnitt wird die Systematik der verwendeten Diagramme (Häufigkeits-, Leistungs- und Standardfehler-Diagramme) erläutert, die zur visuellen Auswertung der Item-Gruppen dient.
6 Illustration mit konkreten Szenen aus dem Schulalltag: Der Autor führt ein, dass er zur Stützung seiner quantitativen Interpretationen qualitative Fallskizzen aus seiner langjährigen Tätigkeit in der Lehrerausbildung verwendet, um typische Muster des Schulalltags zu verdeutlichen.
7 Exkurs zum zugrundegelegten Menschen- und Unterrichtsbild: Dieses Kapitel verankert die Analyse in einem humanistisch-psychologischen Werthintergrund, insbesondere basierend auf der Themenzentrierten Interaktion (TZI), um die subjektiven Interpretationen des Autors transparent zu machen.
8 Darstellung und Interpretation ausgewählter Ergebnisse: Dies ist der empirische Hauptteil, der in detaillierten Unterkapiteln verschiedene Aspekte wie den Nutzen der Schule, Lehrer-Schüler-Beziehungen, Disziplin und Hilfsbereitschaft anhand der PISA-Items analysiert.
9 Zusammenfassende Interpretation und Folgerungen: Abschließend werden die Ergebnisse gebündelt, wobei die zentrale Forderung nach einer praxisorientierten Lehrerforschung und einer Neuausrichtung der Lehrerausbildung hin zur Förderung zwischenmenschlicher Kompetenzen im Mittelpunkt steht.
PISA-Studie, Lehrerrolle, Unterrichtsqualität, Schulentwicklung, Lehrerausbildung, Humanistische Psychologie, Schülerorientierung, Bildungsforschung, Unterrichtsklima, Disziplin im Unterricht, Kompetenzorientierung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Lernmotivation, Schulleiter-Einschätzung, Schulalltag
Die Arbeit untersucht kritisch, welche Erkenntnisse sich aus den PISA-Daten über das Verhalten, die Einstellungen und die Qualität der Lehrkräfte gewinnen lassen, da die offizielle PISA-Debatte die Rolle des Lehrers als Systemfaktor stark vernachlässigt hat.
Die zentralen Themen sind der Nutzen der Schule aus Schülersicht, die Qualität der Lehrer-Schüler-Beziehung, das Disziplinverhalten im Unterricht sowie die Hilfsbereitschaft und das Interesse von Lehrern an ihren Schülern.
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass personale Lehrerqualitäten (wie soziale Kompetenz, Beziehungsgestaltung und Kommunikation) für den Lernerfolg entscheidender sein könnten als rein organisatorische oder strukturelle bildungspolitische Rahmenbedingungen.
Es handelt sich um eine explorative Sekundäranalyse von PISA-Daten, die durch qualitative Fallskizzen aus der langjährigen Praxiserfahrung des Autors in der Lehrerausbildung ergänzt und interpretativ untermauert wird.
Im Hauptteil werden spezifische Items aus Schüler- und Schulleiterfragebögen analysiert, die unter anderem Einstellungen zum Nutzen der Schule, die Fairness der Lehrer, die Arbeitsbereitschaft der Schüler und die Hilfsbereitschaft der Lehrer thematisieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie PISA-Studie, Lehrerrolle, Unterrichtsqualität, Lehrer-Schüler-Beziehung, Schulentwicklung und Humanistische Psychologie geprägt.
Der Autor argumentiert, dass Exzellenz in der fachlichen Vermittlung allein nicht ausreicht; der "gute" Lehrer muss vor allem über die Fähigkeit zur Einfühlung, zur Beziehungsaufnahme und zur Begeisterung verfügen, um Lernprozesse effektiv zu gestalten.
Er kritisiert, dass Lehrkräfte zu sehr als Fachleute für Sachvermittlung ausgebildet werden und dass moderne pädagogische Methoden oft nur organisatorisch-technisch "aufgepfropft" werden, ohne die notwendige Haltung zu einem zwischenmenschlich orientierten Unterricht zu entwickeln.
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