Diplomarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1.Teil: Die Geschichte der Direkten Demokratie nach dem 2.Weltkrieg
1.1 Die Geschichte der direkten Demokratie der BRD von 1945 bis 1989
1.2 Die Geschichte der direkten Demokratie der DDR von 1945 bis 1989
1.2.1 Die Verfassung von 1949
1.2.2 Die Verfassung von 1968
1.2.3 Die Verfassungsrevision von 1974
1.2.4 Die Neue Verfassung der DDR
1.2.5 Scheinplebiszite in der DDR
1.3 Verfassungsreform bei Wiedervereinigung
2.Teil: Die Direkte Demokratie in Deutschland
2.1 Die Direkte Demokratie auf Bundesebene
2.1.1 Die Interpretation von Art. 20 GG
2.1.2 Direkte Demokratie als Reformbeschleuniger?
2.1.3 Die Argumentation des Deutschen Bundestages
2.1.4 Direkte Demokratie in der Weimarer Republik
2.1.5 Die Vorteile der Direkten Demokratie
2.1.6 Die Nachteile der Direkten Demokratie
2.1.7 Der Informationsgrad der Bürger
2.1.8 Das Abstimmungsheft
2.1.9 Der Vorschlag von Mehr Demokratie e.V.
2.2 Die Direkte Demokratie in den deutschen Bundesländern
2.2.1 Elementare Begriffe der Direkten Demokratie auf Landesebene
2.2.2 Die Quorenproblematik
2.2.3 Direkte Demokratie auf Landesebene: Eine Übersicht
2.2.4 Amtseintragung vs. freie Unterschriftensammlung
2.2.5 Eine Bilanz zur Direkten Demokratie auf Landesebene
2.2.6 Kurze Zusammenfassung zur Bilanz auf Landesebene
2.2.7 Themenbereiche Direkter Demokratie auf Landesebene
2.2.8 Themenausschlüsse: Das Finanztabu
2.2.9 Die Akteure von Initiativen und die Kostenerstattung
2.2.10 Ergebnisse und Erfolge Direkter Demokratie auf Landesebene
2.3 Die Direkte Demokratie auf Kommunalebene
2.3.1 Elementare Begriffe der Direkten Demokratie auf Kommunalebene
2.3.2 Direkte Demokratie auf Kommunalebene: Eine Übersicht
2.3.3 Themenbereiche Direkter Demokratie auf Kommunalebene
2.3.4 Ergebnisse und Erfolge Direkter Demokratie auf Kommunalebene
2.3.5 Die Abstimmungsbeteiligung auf kommunaler Ebene
3.Teil: Auswirkungen Direkter Demokratie auf die Staatstätigkeit
3.1 Die Finanzreferenden in der Schweiz
3.2 Neuerungen oder Status quo: Der Fall Bayern
Die vorliegende Arbeit untersucht die Direkte Demokratie in Deutschland auf drei Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – mit dem Ziel, ihre historische Entwicklung, ihre aktuelle Anwendungspraxis sowie ihre Auswirkungen auf die Staatstätigkeit und private Investitionen wissenschaftlich zu beleuchten und eine differenzierte Diskussion für Befürworter und Kritiker zu ermöglichen.
2.1.2 Direkte Demokratie als Reformbeschleuniger?
In der modernen Wissenschaft existieren zahllose Fürsprecher der Direkten Demokratie. Um jedoch eine gewisse Neutralität zu wahren, ist es angemessen auch Gegner dieses Konzeptes zu Wort kommen zu lassen. Kranenpohl (2006) ist einer davon. In seinem Artikel vom 6. März 2006 wirft er die Frage auf, ob Direkte Demokratie als Ausweg aus dem Reformstau dienen kann. Mit Reformstau sind vor allem die Gesetze aus dem Bereich des Sozialstaats gemeint. Kranenpohl ist Auffassung, dass die Gefahr besteht, dass die Bürger im Fall eines optionalen Referendums (die Regierung kann selbst entscheiden oder das Thema einem Volksentscheid unterziehen) zum „Stimmvieh“ degradiert werden. Er sieht dadurch die Möglichkeit des Parlaments sich aus schwierigen Entscheidungssituationen geschickt herauszumanövrieren. Zudem sei das Volk nicht geeignet über diese Art von Entscheidungen zu urteilen bzw. abzustimmen, da es nicht als handlungsfähiger politischer Akteur zu sehen ist. Handlungsfähig seien nur Bürger, die organisationsfähig sind und über entsprechende Mittel verfügten um die Volksinitiative voranzutreiben. Diejenigen, denen diese Mittel nicht zur Verfügung stehen, seien letztlich nur „Abstimmende“.
Doch damit nicht genug. Es wird bei Anwendung von Referenden gar behauptet, das Volk (der organisierte Teil) nutze dieses Instrument zur Blockierung des Gesetzgebungsprozesses. Mit dem „organisierten Teil“ sind anscheinend Interessengruppen sowie Lobbyisten gemeint. Doch nutzen diese ihre Machtstellung im repräsentativen System genauso aus, wie sie es bei direkten Entscheidungen zumindest versuchen würden. Insgesamt zeichnet sich bei Kranenpohl ein negatives Bild einer teils unfähigen Bevölkerung ab.
1. Teil: Die Geschichte der Direkten Demokratie nach dem 2.Weltkrieg: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung direkt-demokratischer Ansätze in der Bundesrepublik Deutschland sowie der DDR nach dem Krieg.
2. Teil: Die Direkte Demokratie in Deutschland: Hier wird der Status quo der direkten Demokratie auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene detailliert analysiert, inklusive rechtlicher Hürden, Quoren und praktischer Anwendung.
3. Teil: Auswirkungen Direkter Demokratie auf die Staatstätigkeit: Dieses Kapitel untersucht die ökonomischen Folgen, insbesondere bezüglich der Haushaltsdisziplin in der Schweiz und dem Einfluss von Bürgerentscheiden auf private Investitionen in Bayern.
Direkte Demokratie, Volksgesetzgebung, Volksbegehren, Volksentscheid, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Quorenproblematik, Kommunalebene, Bürgerbeteiligung, Staatstätigkeit, Finanztabu, Reformstau, Weimarer Republik, politische Partizipation, Abstimmungsheft.
Die Arbeit befasst sich mit der direkten Demokratie in Deutschland und untersucht deren Formen, Anwendungsmöglichkeiten sowie die Auswirkungen auf die politische Landschaft und die Staatstätigkeit.
Zentrale Themen sind die historische Genese, die aktuelle rechtliche Ausgestaltung auf den verschiedenen politischen Ebenen, die Debatte um Vor- und Nachteile sowie die ökonomischen Auswirkungen von Abstimmungen.
Die Arbeit untersucht unter anderem, inwieweit die Direkte Demokratie als Ausweg aus einem politischen Reformstau dienen kann und ob die Anwendung direktdemokratischer Instrumente private Investitionen in Städten und Gemeinden gefährdet.
Der Autor führt eine tiefgehende Literaturanalyse durch, verbindet diese mit historischen Rückblicken und wertet vorhandene statistische Daten zur Anwendung direkt-demokratischer Verfahren in Deutschland aus.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teile: die historische Entwicklung (BRD/DDR), die gegenwärtige Situation auf den drei politischen Ebenen und eine Untersuchung der ökonomischen Auswirkungen, inklusive Fallbeispielen.
Begriffe wie Volksbegehren, Volksentscheid, Quoren, direkte Partizipation, Finanztabu und repräsentative Demokratie sind für das Verständnis der Arbeit essenziell.
Das Finanztabu beschreibt die Einschränkung, dass wichtige Budget- oder Steuerfragen oft nicht direkt vom Volk entschieden werden dürfen, um den Haushalt vor "unverantwortlichen" Entscheidungen zu schützen; der Autor hinterfragt hierbei, ob dies das Misstrauen gegenüber dem Bürger rechtfertigt.
Der Autor argumentiert differenziert: Er weist die verbreitete Kritik der "Unfähigkeit" der Bürger zurück und betont, dass auch Politiker oft nicht über allumfassendes Fachwissen verfügen und dass eine breitere Diskussionsbasis die Akzeptanz politischer Entscheidungen erhöhen kann.
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