Magisterarbeit, 2004
60 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Stand der Forschung zum Autor
1.2 Problem des Begriffs Feuilleton
1.2.1 Versuch einer Definition
1.2.2. Stand der Forschung zum Feuilleton
1.3 Medientheoretische Vorüberlegungen
2. Medien und Beschleunigung
2.1 Sechstagerennen
3. „Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken“ - Einzelmedien in Polgars Feuilletons
3.1 Die Schreibmaschine
3.2 Plakate / In der Telephonzelle
3.3 Aus Aufzeichnungen eines Radiohörers
3.4 Film / Das Drama im Kinematographen
4. Vom Sinn zu den Sinnen: Körper und Medien
4.1 Der Sandwichmann
4.2 Girls
4.3 Einsamkeit
4.4 Der Mensch
4.5 Der verhungerte Dichter
4.6 Die Uniform
5. „The medium is the message“ – Feuilletons über das „Medium“ Feuilleton
5.1 Theorie des Café Central
5.2 Die kleine Form / Ich kann keine Romane lesen
5.3 Georges de la Fouchardière
5.4 Wie sich die Schriftsteller helfen könnten
6. Fazit
Die Arbeit untersucht Alfred Polgars Feuilletons unter medientheoretischen Gesichtspunkten, um aufzuzeigen, wie technische Neuerungen der 1920er Jahre die Wahrnehmung und literarische Produktion beeinflussten und wie Polgar sich in diesem Prozess als Autor verortet.
3.1 Die Schreibmaschine (1922)
In Die Schreibmaschine greift Polgar den Diskurs um die industrialisierte, anonymisierte Literaturproduktion auf. Gleich in den ersten beiden Sätzen spielt er mit dem Klischee, dass das Feuilletonschreiben eine Leichtigkeit sei: „Aber wichtiger ist die Schreibmaschine“. Er gibt vor, auf den Inhalt komme es gar nicht an, auf die Idee, solange man nur eine Schreibmaschine besitze. Er entwirft ein Bild von einer Maschine, die dem Schreiber das Denken abnimmt. Bleistift und Feder muss man „zu Lettern und Worten zwingen“, die Schreibmaschine jedoch schreibt fast von allein. Sie
„leistet nicht nur physische, sondern auch geistige Arbeit“. 74 Als Beispiel führt Polgar seinen „Freund und Nachbar[n]“ an, der ein „ausgezeichneter Schriftsteller“ ist. Wie so oft verwendet Polgar auch hier das Mittel der Hyperbel, „Fünfundzwanzig Stunden täglich“ schreibe sein Nachbar auf der Maschine. Allerdings erscheint dieses vermeintlich hilfreiche Instrument zwischen den Zeilen leicht bedrohlich: Der Nachbar hat zwar eine Schreibmaschine, doch „Eigentlich hat sie ihn“.75 Der Mensch ist in diesem Falle nur noch „das trübe Medium des angehängten Schriftstellers“, es muss möglichst auch der letzte Rest menschlicher Mitarbeit wegrationalisiert werden, bis zu dem Tag, an dem „es gelungen sein wird, den Schriftsteller ganz auszuschalten“.
1. Einleitung: Definiert den Forschungsgegenstand, diskutiert den Begriff des Feuilletons und legt die medientheoretische Basis fest.
2. Medien und Beschleunigung: Analysiert den technologischen Wandel der 1920er Jahre und dessen Auswirkungen auf das Tempo und die Wahrnehmung im Alltag.
3. „Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken“ - Einzelmedien in Polgars Feuilletons: Untersucht explizite mediale Themen wie die Schreibmaschine, Radio und Film in Polgars Texten.
4. Vom Sinn zu den Sinnen: Körper und Medien: Beleuchtet die Verschiebung von einer symbolischen Körperdarstellung hin zum „mechanisierten“ Körper im Kontext neuer Medien.
5. „The medium is the message“ – Feuilletons über das „Medium“ Feuilleton: Erörtert die Selbstreflexivität von Feuilletonisten und ihr ambivalentes Selbstbild gegenüber der modernen Textproduktion.
6. Fazit: Reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung kritisch und diskutiert die Anwendbarkeit der medientheoretischen Ansätze auf Polgars Werk.
Alfred Polgar, Feuilleton, Medientheorie, Schreibmaschine, Beschleunigung, Gutenberg-Galaxis, Körperlichkeit, Selbstreflexivität, Moderne, Friedrich Kittler, Marshall McLuhan, Film, Radio, Industrialisierung, Wahrnehmung.
Die Arbeit analysiert die Feuilletons von Alfred Polgar aus einer medientheoretischen Perspektive, um die Auswirkungen technischer Neuerungen auf das Schreiben und die moderne Wahrnehmung zu verstehen.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Medienlandschaft in den 1920er Jahren, das Verhältnis von Körper und Technik sowie die Krise und Selbstreflexion des Feuilletonisten.
Das Ziel ist es, Polgars Kurzprosa neu zu lesen und aufzuzeigen, wie er mediale Veränderungen thematisiert und dabei sowohl die Literatur als auch sich selbst als Autor hinterfragt.
Die Arbeit nutzt medientheoretische Ansätze, insbesondere in Anlehnung an Friedrich Kittler, Marshall McLuhan und Jochen Hörisch, um die Texte diskursanalytisch zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einzelmedien (Schreibmaschine, Film, Radio), die mediale Darstellung des Körpers und die Selbstreflexion des Feuilletonismus.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Medienarchäologie, industrielle Textproduktion, Beschleunigungsdiskurs und Feuilleton-Selbstreflexivität beschreiben.
Polgar beschreibt die Schreibmaschine als Werkzeug, das den Schriftsteller entfremdet und zur maschinellen Produktion zwingt, wobei die Maschine zunehmend die Kontrolle übernimmt.
Polgar nutzt die im Text „In der Telephonzelle“ beschriebene Figur, um durch ihre Anonymität und die Umstände ihres Todes die Funktion der Medien als „Unwahrscheinlichkeitsverstärker“ zu verdeutlichen.
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