Examensarbeit, 2011
77 Seiten
1. Einleitung
2. SCHÖNHEIT
2.1 Schönheit und Sozialisation
2.2 Schönheitsideale
2.2.1 Jugendlichkeit
2.2.2 Schlank gleich schön
2.2.3 Wider der Norm - Dicksein in unserer Gesellschaft
2.2.4 Fitness
3. SCHÖNHEITSHANDELN
3.1 Haare
3.2 Mode
3.3 Tätowierungen
3.4 Bodybuilding und Bodyshaping
3.5 Diäten
3.6 Schönheitsoperationen
4. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Inszenierung von Schönheit sowie das damit verbundene Schönheitshandeln in der modernen Gesellschaft. Sie geht der Frage nach, wie sich Individuen in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld durch die Arbeit am Körper sozial positionieren und wie gesellschaftliche Normen dabei internalisiert werden.
2.2.1 Jugendlichkeit
Der demografische Wandel in Deutschland schreitet immer weiter fort, die Generationen werden aufgrund der sich kontinuierlich verringernden Geburtenraten immer kleiner, weshalb die Bevölkerung, trotz Zuwanderungszuwachses, seit 2003 beständig zurückgeht. Das Alter der Bevölkerung nimmt immer weiter zu, was noch durch die stetig ansteigende Lebenserwartung begünstigt wird. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass sich die Einwohnerzahl in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2030 auf 77 Millionen Menschen belaufen wird, wovon 12,7 Millionen unter zwanzig sein werden, während die Gruppe derer, die 65 Jahre und älter sind, auf über 22,1 Millionen Menschen beziehungsweise 29 Prozent der Gesamtbevölkerung ansteigt.
Das Alter umfasst also mittlerweile eine längere Zeitspanne als Kindheit und Jugend zusammen und das in einer Gesellschaft, die das Altern als etwas Negatives bewertet, in der Jungbleiben einem gesellschaftlichen Wert entspricht. Der Alterungsprozess wird nicht als normaler Bestandteil des Lebens angesehen, der mit dem Tod endet. Dies würde die Endlichkeit vor Augen führen, folglich wird der Tod in unserer Kultur vielerorts tabuisiert. POSCH stellt fest, dass „unser Respekt nicht dem Alter [gilt], sondern in Wahrheit der Jugendlichkeit.“ Lob gebührt dem, der trotz seines Alters noch fit und eigenständig ist, der wesentlich jünger aussieht, als er ist, der für sein Alter noch attraktiv ist, bei dem Alter also gar nicht wirklich - zumindest nicht sichtbar - stattfindet.
Jugendlichkeit ist ein wesentliches Kriterium von Schönheit in unserer Gesellschaft, „wobei der Terminus ‚Jugendlichkeit’ im Gegensatz zu ‚Jugend’ sowohl die innere als auch die äußere Dimension beinhaltet.“ Äußerlich zeigt sich Jugendlichkeit vor allem an der Haut, die glatt, straff und faltenfrei sein sollte. Das bedeutet aber genau genommen „auch weniger Ausdruck, weniger Spuren, weniger Prägung und in letzter Konsequenz weniger Persönlichkeit.“
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Thematik der körperlichen Dimension als zentrales Handlungsinstrument ein und thematisiert die zunehmende Konzentration auf den Körper als Darstellungsmedium in der Moderne.
2. SCHÖNHEIT: Das Kapitel untersucht Schönheit als einen vielschichtigen Interaktionsprozess und beleuchtet die kulturelle Veränderbarkeit von Schönheitsidealen sowie deren Funktion als soziale Orientierungshilfe.
3. SCHÖNHEITSHANDELN: Hier werden spezifische Praktiken wie Haargestaltung, Mode, Tätowierungen, Bodybuilding, Diäten und Schönheitsoperationen analysiert, die als Instrumente der Identitätskonstruktion und sozialen Positionierung dienen.
4. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass der Körper in der modernen Gesellschaft als Kapital fungiert, das durch ständige Arbeit und Anpassung an normative Ideale für den sozialen Erfolg optimiert werden muss.
Schönheit, Schönheitshandeln, Schönheitsideale, Sozialisation, Körperlichkeit, Individualisierung, Identität, Körperbesessenheit, Normalisierung, Leistungsgesellschaft, Stigmamanagement, Körperkult, Moderne, Selbstmanagement, Authentizität.
Die Arbeit analysiert, wie moderne Schönheitsideale und die gezielte Gestaltung des eigenen Körpers (Schönheitshandeln) in unserer Gesellschaft als Mittel zur sozialen Positionierung eingesetzt werden.
Die zentralen Themen umfassen die Sozialisation, die kulturelle Konstruktion von Schönheitsidealen (wie Jugendlichkeit, Schlankheit und Fitness) sowie verschiedene Praktiken der Körpermodifikation und Selbstinszenierung.
Das Ziel ist es, die gesellschaftlichen Mechanismen hinter der "Körperbesessenheit" und die Ambivalenz zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Normierung durch Schönheitspraktiken zu durchleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und kulturwissenschaftlicher Konzepte, um das Phänomen des Schönheitshandelns in den Modernisierungsprozess einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Schönheitsbegriffs und der Sozialisation sowie in eine detaillierte Betrachtung konkreter Schönheitspraktiken wie Mode, Diäten, Bodybuilding, Tätowierungen und Schönheitsoperationen.
Die zentralen Begriffe sind Schönheitshandeln, Schönheitsideale, Identitätskonstruktion, Normalisierung, Körper als Kapital und soziale Positionierung.
Aufgrund des vorherrschenden Jugendlichkeitsideals wird Altern als "verbraucht" oder "unattraktiv" abgewertet, was massiven Druck auf Individuen ausübt, sich durch Optimierungstechnologien jünger zu präsentieren.
Der BMI dient laut der Autorin als strenge, oft problematische Klassifizierung, die Menschen unter Druck setzt, sich als "fett" zu stigmatisieren, und wird von Industrien genutzt, um den Markt für Diätprodukte zu befeuern.
Die Arbeit argumentiert, dass der soziale Druck, im Konkurrenzkampf mithalten zu können, und das Bedürfnis nach Autonomie und Zugehörigkeit dazu führen, dass gesundheitliche Risiken (z.B. bei Diäten oder Schönheitsoperationen) in Kauf genommen werden.
Die Medien fungieren als Plattform der Normalisierung, indem sie retuschierte und künstliche Körperbilder präsentieren, die als unerreichbare Ideale den sozialen Druck zur individuellen Körperanpassung permanent erhöhen.
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