Fachbuch, 2011
234 Seiten
I. Einleitung
II. Definitionen
III. Geschichte der wissenschaftlichen Arbeiten
IV. Wissenschaftliche Zugänge
IV.1 Politikwissenschaftlicher Zugang
IV.2 Soziologische Zugänge
IV.3 Juristische und kriminologische Zugänge
IV.4 Psychologische Zugänge
IV.5 Gender orientierte Ansätze
IV.6 Pädagogische Zugänge
V. Zusammenfassende Thesen
Das Buch hat zum Ziel, eine Systematisierung des bisherigen Forschungsstandes zum Rechtsextremismus in Deutschland bis zum Frühjahr 2011 zu leisten. Es soll Übersicht in die komplexe Literaturlandschaft bringen und primär interessierten Studierenden sowie Nicht-Experten Orientierung in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und zentralen Erkenntnissen bieten.
Rechtsextreme Ideologie – ein Beispiel
Viele rechtsextreme Quellen sind wenig systematisch oder juristisch in Hinsicht auf mögliche Verbotsaspekte so geprüft und anschließend verändert, dass sie nur noch oberflächlich Auskunft über Idee und Wesen der politischen Vorstellungen geben. Deutlich wird dies z. B. bei der NPD. Ihr Programm und Aktionsprogramm ist sichtbar für die Öffentlichkeit geschrieben. Anders verhält es sich mit internen Schulungspapieren, die der Qualifizierung des eigenen politischen Nachwuchses dienen. Dem Autor liegt ein solches, immerhin 75 Seiten starkes Schulungspapier für ein Wochenendseminar der NPD vom 25. zum 26. September 1999, herausgegeben vom NPD – Landesverband Rheinland Pfalz, vor. Es enthält u.a, eine Einführung in die politische Theorie der NPD und bildet hier die Grundlage für die Analyse der rechtsextremen Ideologie.
Die NPD spricht in ihrem Schulungspapier von einer Einführung in die „Grundlagen nationalistischer Theorie“. Nation und Volk seien dabei identisch, so dass unter Nationalismus eine Theorie verstanden wird, „die das Volk als feste und erhaltenswerte Größe betrachtet.“ Völker werden darin definiert als „Gemeinschaften, die sich über eine gemeinsame genetische Herkunft definieren. Sie besitzen darüber hinaus eine gemeinsame Sprache, Geschichte und Kultur.“ Diese Definition offenbart den offenkundigen Biologismus der NPD. Die Biologie sei im Werden der Menschen dominant und Kultur und Geschichte lediglich zweitrangig. Die NPD spricht dabei von einer Unterscheidung in ein „lebensrichtiges“ und ein „liberalistisches“ Menschenbild.
I. Einleitung: Systematisierung des Forschungsstandes zum Rechtsextremismus bis 2011 mit dem Ziel, Nicht-Experten Orientierung in den komplexen Literaturlandschaften zu vermitteln.
II. Definitionen: Darstellung der pluralistischen Verständnisweisen von Rechtsextremismus und Entwicklung einer eigenen Definition, die den Fokus auf das Einstellungsmuster der Ungleichwertigkeit legt.
III. Geschichte der wissenschaftlichen Arbeiten: Einteilung der Forschung in der Bundesrepublik bis 1989 in sechs Perioden und deren Charakterisierung.
IV. Wissenschaftliche Zugänge: Detaillierte fachspezifische Analyse der politikwissenschaftlichen, soziologischen, juristisch-kriminologischen, psychologischen, genderorientierten und pädagogischen Zugänge zum Thema.
V. Zusammenfassende Thesen: Abschließende Bilanz über die Stärken und Defizite der bisherigen Forschung, insbesondere mit Blick auf fehlende empirische Studien und die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze.
Rechtsextremismus, Extremismusforschung, Ideologie, Ungleichwertigkeit, Totalitarismus, Politische Kultur, Soziologie, Jugendstudien, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus, Partizipation, NPD, Sozialpsychologie, Politische Sozialisation.
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über den Forschungsstand zum Rechtsextremismus in Deutschland bis zum Frühjahr 2011 und ordnet verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Ansätze ein.
Die Schwerpunkte liegen auf den wissenschaftlichen Zugängen (Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik etc.), Definitionsversuchen, dem historischen Rückblick auf die Forschung sowie spezifischen Analysen zu Jugend, Parteien und modernen Phänomenen wie den Autonomen Nationalisten.
Das Hauptziel ist die Systematisierung des unübersichtlichen Forschungsstandes, um Studierenden und Nicht-Experten eine strukturierte Orientierung und Übersicht über zentrale Erkenntnisse zu geben.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und Synthese existierender Forschungsergebnisse, insbesondere aus der qualitativen und quantitativen Sozialforschung.
Im Hauptteil werden die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen systematisch vorgestellt: von politikwissenschaftlichen Ansätzen über soziologische Modernisierungstheorien und psychologische Studien zum Autoritarismus bis hin zu pädagogischen Präventionsstrategien.
Rechtsextremismus, Ideologie, Ungleichwertigkeit, Politische Kultur, Soziologie, Jugendstudien, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus sind die zentralen Begriffe.
Die Arbeit beleuchtet, wie DDR-Sozialisationsbedingungen und die mangelnde Aufarbeitung autoritärer Strukturen im Alltagseinfluss auf spätere rechtsextreme Orientierungen und Einstellungsmuster haben können.
Die Arbeit bewertet Verbotsverfahren kritisch und weist darauf hin, dass diese zwar kurzfristig organisatorische Unruhe stiften, aber oft zu einer Flexibilisierung und Professionalisierung der rechtsextremen Strukturen im Untergrund führen können.
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