Bachelorarbeit, 2007
60 Seiten
1. Einleitung
2. Heavy Metal
2.1. Geschichtlicher Abriss des Genres
2.2. Pubertierende Proleten – Vorurteile und Klischees gegenüber Metal
3. Jugend, Jugendkulturen und Identität
3.1. Klärung des Begriffes Jugend
3.1.1. Jugend heute
3.1.2. Ausdifferenzierung der Jugendphase
3.1.3. Entwicklungsaufgaben in der Jugendphase
3.1.4. Der integrierende Sozialisationsansatz nach Hurrelmann
3.2. Identität und Selbstfindung
3.3. Jugendkulturen
4. Eine Jugendkultur namens Heavy Metal
4.1. Der „typische“ Heavy Metal-Fan
4.2. Der Stellenwert des Heavy Metal bei seinen Anhängern
4.3. Der geschlechtsidentitätsstiftende Charakter des Heavy Metal
4.4. Die Auswirkungen des Heavy Metal auf die Entwicklung des Einzelnen in der Jugendphase
5. Schlussfolgerung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der Jugendkultur Heavy Metal auf die Identitätsbildung und Selbstfindung von Jugendlichen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit das Genre als stabilisierender Rahmen fungieren kann, der Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben unterstützt und eine positive Alternative zum vorherrschenden negativen öffentlichen Image darstellt.
4.2. Der Stellenwert des Heavy Metal bei seinen Anhängern
Wenn man Jugendliche oder auch ältere Anhänger zu den Wirkungen befragt, die der Heavy Metal bei ihnen auslöst, dann ist eine der häufigsten Antworten: „…eine ideale Möglichkeit zum Streß- und Aggressionsabbau…“ (Metal-Fan Marc-Arne, zit. n. ROCCOR 1996, S.155). Der Konsum von Heavy Metal gilt als Ventil. In Alltagssituation kommt es bei einer Vielzahl von Situationen zum Aufbau von Frust und Aggression. Das kann durch negative Ergebnisse in der Schule, dem Ohnmachtserleben der eigenen Person in Bezug auf die gesamte Gesellschaft oder durch Probleme im Aufbau einer Beziehung erfolgen um damit hier nur einige wenige Beispiele zu nennen. Diese Spannungen können gegenüber Personen im näheren Umfeld, wie etwa Familie oder Freunde, oder durch die destruktive Bearbeitung von Objekten und Gegenständen erfolgen.
Mit dem Heavy Metal kommt eine weitere Alternative ins Spiel, wird ihm doch eine „kathartische Wirkung“4 (ROCCOR 1996, S.155) zugeschrieben. Die schnellen und harten Songs, live dargeboten oder durch das Abspielen von CDs, dienen dabei nicht dem Potenzieren der Aggressionen, sondern im Gegenteil der Befreiung und dem Aggressionsabbau. Beim Heavy Metal werden die Emotionen über die Musik ausgelebt, da diese die mitunter aggressiven Gefühle der Jugendlichen zum Ausdruck bringen. „Der Heavy Metal fungiert somit als Spiegel wie auch als Katalysator der jugendlichen Selbstzustände“ (Werner Helspers, zit. n. ROCCOR 1996, S.156). Anhand der Musik werden Spannungen reflektiert und bearbeitet und im Idealfall gelöst und abgebaut. Diese Spannungen resultieren zumeist aus Alltagsproblemen. Musiker greifen diese Probleme mit ihren Songs sowohl thematisch wie musikalisch auf und bieten eine Alternative zur Verarbeitung dieser Anforderungen.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und des Phänomens Heavy Metal im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Kritik und jugendlicher Leidenschaft.
2. Heavy Metal: Historischer Abriss der Genre-Entwicklung und Auseinandersetzung mit gängigen Vorurteilen und gesellschaftlichen Stigmatisierungen.
3. Jugend, Jugendkulturen und Identität: Theoretische Fundierung des Jugendbegriffs, der Identitätsentwicklung und der Rolle von Jugendkulturen basierend auf soziologischen Ansätzen.
4. Eine Jugendkultur namens Heavy Metal: Empirische Betrachtung der Fangemeinde, des emotionalen Stellenwerts der Musik und deren Einfluss auf die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben.
5. Schlussfolgerung: Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung, dass Heavy Metal eine identitätsstiftende Funktion für Jugendliche erfüllen kann.
Heavy Metal, Jugendkultur, Identitätsbildung, Selbstfindung, Sozialisation, Adoleszenz, Musiksoziologie, Katharsis, Aggressionsabbau, Identitätsarbeit, Jugendforschung, Subkultur, Peer-Group, Entwicklungsaufgaben, Authentizität
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Heavy Metal als Jugendkultur und deren Einfluss auf die Prozesse der Identitätsbildung und Selbstfindung Heranwachsender.
Neben der Historie des Genres stehen die soziologische Einordnung von Jugendphasen, das Identitätskonzept und die Rolle musikalischer Subkulturen im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Heavy Metal einen positiven Beitrag zur Identitätsfindung leisten kann und inwieweit er als stützender Rahmen in einer von Umbrüchen geprägten Lebensphase dient.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und stützt sich auf soziologische sowie entwicklungspsychologische Theorien, insbesondere den integrierenden Sozialisationsansatz nach Hurrelmann.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Jugendforschung und die spezifische Anwendung auf die Heavy Metal-Szene, inklusive einer Auseinandersetzung mit Vorurteilen und dem Stellenwert der Musik.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identitätsarbeit, Sozialisation, Adoleszenz, Katharsis und die Funktion von Peer-Groups innerhalb dieser Jugendkultur.
Der Autor argumentiert, dass okkulte Symbolik im Metal meist als Show-Element oder zur Provokation genutzt wird, während die Fans zwischen symbolischer Ästhetik und echter satanistischer Ideologie differenzieren können.
Diese Wirkung dient als Ventil zum Aggressionsabbau, da die Musik Jugendlichen hilft, Frust aus dem Alltag zu reflektieren und abzubauen, statt Aggressionen destruktiv zu kanalisieren.
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