Bachelorarbeit, 2009
27 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Sprachursprungstheorien in den “Siglos de Oro”
2.1. Bernardo José de Aldrete
2.2. Juan de Valdés
2.3. Gregorio López Madera
3 Vergleich der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera
4 Mögliche Kritik der Theorien
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachursprungstheorien spanischer Gelehrter während der Epoche der „Siglos de Oro“. Das primäre Ziel ist es, die unterschiedlichen Erklärungsansätze von Bernardo José de Aldrete, Juan de Valdés und Gregorio López Madera darzustellen, kritisch zu vergleichen und in den historischen Kontext der Renaissance sowie des internationalen Sprachenwettstreits einzuordnen.
2.1. Bernardo José de Aldrete
Der bedeutendste Beitrag zum Studium des Ursprungs der spanischen Sprache ist zweifellos das Werk von Bernardo José de Aldrete. Er veröffentlichte zwei Bücher, das erste davon erschien 1606 in Rom unter dem Titel „Del Origen y Principio de la lengua castellana o Romance que oi se usa en España“, das zweite trug den Titel „Varias Antigüedades des España, Africa y otras provincias“ und wurde 1619 in Amberes veröffentlicht (vgl. GAUGER 1989, 52).
Mein Interesse gilt speziell seinem Werk „Del Origen y Principio de la lengua castellana o Romance que oi se usa en España“, da er sich im ersten und zweiten Buch dieser Schrift ausführlich mit dem Ursprung der spanischen Sprache beschäftigt. Aldrete geht davon aus, dass das „romance“ sich von der lateinischen Sprache ableitet und von ihr sein „principio“, das heißt seine Wesensart und seinen Namen erhalten hat. Mit der Ankunft der Goten begann auch der Niedergang des Lateinischen, es wurde durch die Goten korrumpiert. (vgl. Gauger). Aldrete ist somit ein klarer Verteidiger der Korruptionstheorie. Diese Theorie existiert schon seit dem 15 Jh, Aldrete ist jedoch der erste der die Grundlagen für diese Theorie ausarbeitete (vgl. BAHNER 1956, 78).
Seine Schrift teilt sich in drei Bücher. Im ersten Buch beschäftigt sich Aldrete mit der Romanisierung der iberischen Halbinsel und der Tatsache, dass das Latein die Umgangssprache Spaniens war und im zweiten Teil mit der Sprachverwandtschaft des Lateinischen mit dem „romance“. Der dritte Teil dient der Untersuchung der nicht lateinischen Elemente der spanischen Sprache.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen und mentalen Wandel während der „Siglos de Oro“ und führt in die Relevanz der Sprachursprungsfrage für das aufkommende Nationalstaatsbewusstsein ein.
2 Sprachursprungstheorien in den “Siglos de Oro”: Dieses Kapitel erläutert die Grundpositionen der drei zentralen Autoren Aldrete, Valdés und López Madera bezüglich des Ursprungs der spanischen Sprache.
3 Vergleich der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien herausgearbeitet, wobei insbesondere der Gegensatz zwischen der Korruptionstheorie und der „urkastillischen“ Theorie im Vordergrund steht.
4 Mögliche Kritik der Theorien: Dieses Kapitel prüft die historischen Argumente der Autoren unter Einbeziehung moderner sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse zum Vulgärlatein und zur Sprachgeschichte.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, inwieweit die damaligen Theorien von patriotischen Motiven und dem Zeitgeist geprägt waren und ordnet die Bedeutung der Autoren für das Sprachbewusstsein der Epoche ein.
Siglos de Oro, Sprachursprung, Korruptionstheorie, urkastillische Theorie, Bernardo José de Aldrete, Juan de Valdés, Gregorio López Madera, Renaissance, Romanisierung, Latein, Vulgärlatein, Sprachwandel, Nationalstaatsbewusstsein, Sprachpolitik, Hispanismen.
Die Arbeit analysiert, wie spanische Gelehrte im 16. und 17. Jahrhundert den Ursprung ihrer Nationalsprache erklärten und welche Theorien dabei dominierten.
Im Fokus stehen die Korruptionstheorie, die Idee der „urkastillischen“ Ursprache, der Einfluss des italienischen Humanismus und die Rolle des Patriotismus bei der Aufwertung der spanischen Sprache.
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Einordnung der linguistischen Argumentationsmodelle dreier Schlüsselfiguren vor dem Hintergrund des damaligen europäischen Sprachenwettstreits.
Es handelt sich um eine literaturgeschichtliche und sprachwissenschaftliche Analyse, die Originalquellen der Epoche untersucht und mit zeitgenössischen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera, einen systematischen Vergleich ihrer Argumente sowie eine kritische Hinterfragung ihrer wissenschaftlichen Validität.
Die zentralen Schlagworte umfassen Sprachursprung, Siglos de Oro, Korruptionstheorie und Sprachbewusstsein.
López Madera vertrat die „urkastillische“ Theorie, nach der das Kastillische bereits vor der römischen Eroberung auf der iberischen Halbinsel existierte, um dem Spanischen einen eigenständigen, ehrwürdigen Status zuzuweisen.
Aldrete definiert das „romance“ als ein durch die Goten korrumpiertes Latein, das sich nach der römischen Herrschaft als Volkssprache auf der iberischen Halbinsel durchsetzte.
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