Examensarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Persönliche Motivation und Fragestellungen
1.3 Struktur und Aufbau der Arbeit
2 Heilpädagogische Diagnostik als Suchprozess hin zu einer passgenauen und bedarfsgerechten Intervention, dargestellt am Hermeneutischen Zirkel
2.1 Erklärung relevanter Begriffe und Theorien
2.2 Von der Lernförderung zur Selbstkonzeptentwicklung - mein Erkenntnisprozess
3 Vorstellung der heilpädagogischen Gruppenhilfe
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Umfang und Arten der Umfeldarbeit
3.3 Informationen zu den Klienten
4 Das Selbstkonzept in der mittleren Kindheit
4.1 Definitionen des Selbstkonzepts und frühe bis aktuelle Ansätze
4.2 Entwicklung und Einflüsse auf das Selbstkonzept
4.3 Aufbau und Aufgaben des Selbstkonzepts
4.4 Elemente des Selbstkonzepts
5 Erste Eindrucksanalyse zum Selbstkonzept meiner Klienten
5.1 Beobachtungen und Hypothesen zu den Elementen des Selbstkonzepts von Kind 3
5.2 Beobachtungen und Hypothesen zu den Elementen des Selbstkonzepts von V.
6 Mögliche ungünstige Einflüsse auf das Selbstkonzept meiner Klienten
6.1 Risiko- und Schutzfaktoren
6.2 Beitrag der Schule
7 Heilpädagogischer Bedarf und Ziele bei problematischem Selbstkonzept
7.1 Hypothesen über den Bedarf meiner Klienten
7.2 Ziele für meine Klienten
8 Methodisches Handeln im Dienste von Erkenntnis und Entwicklung des Selbst
8.1 Heilpädagogische Beziehungsgestaltung
8.2 Psychomotorik
8.3 Kreativ- gestalterische Ansätze
8.4 Präventive Arbeit zum Schutz des Selbstkonzeptes
8.5 Portfolioarbeit
8.6 Umfeldarbeit
9 Schlussbetrachtung
9.1 Evaluation und Auswirkungen des weiterentwickelten Selbstkonzepts
9.2 Herausforderungen und Anforderungen an mich in Reflexionsprozessen
9.3 Erkenntnisgewinn, Lerneffekte und Resümee
Die Arbeit untersucht die Selbstkonzeptentwicklung bei Grundschulkindern im Rahmen einer heilpädagogischen Kleingruppe. Ziel ist es, durch eine ressourcenorientierte Verlaufsdiagnostik und gezielte heilpädagogische Interventionen die Selbstkonzepte der Kinder zu stabilisieren, zu fördern und eine positive Selbstwahrnehmung zu ermöglichen.
8.2 Psychomotorik
Den Ansatz der Psychomotorik, der den Beginn einer jeden Gruppenhilfeeinheit ausmachte, fand ich äußerst geeignet, ein Selbstkonzept günstig zu beeinflussen. Die Kinder konnten hier lernen, Bedürfnisse zu regulieren, konnten sich erfolgreich erleben und Selbstwirksamkeit erfahren. Ich versuchte, wie beim Refraiming angewandt, den Kindern veränderte Sichtweisen zu ermöglichen, und deutete ggf. Gegebenheiten positiv um (vgl. Köckenberger, 2007, S.147).
Die Kinder hatten viel Spaß dabei. Deshalb erhielten wir uns diese Methode für den ganzen Prozess der Gruppenhilfe. Methodenbausteine dazu waren z.B. der „Mattentreff“ mit der „Befindlichkeitsrunde“ und dem „Gesprächsstein“, der für Ruhe und Struktur sogen sollte, wenn die Kinder über ihre Sorgen und Freuden ihres Lebens berichteten „Mir geht es heute gut, weil…“, „Mir geht es heute schlecht, weil…“. Ich konnte ihnen Freiraum für Entscheidungen geben. Die Kinder durften ihre Lieblingsturngeräte aussuchen und Spiele dazu vorschlagen oder erfinden. Wir trugen eine Liste mit Lieblingsspielen und Lieblingsbeschäftigungen zusammen. Diese wurden in die Stunden eingebaut und so nach und nach umgesetzt. Wir konnten die Vergleiche unter den Kindern nutzen, um unsere individuellen Stärken zu finden (vgl. Köckenberger, 2007, S. 140ff).
Eggert u.a. belegen die Wirksamkeit psychomotorischer Förderung für das Selbstkonzept. Psychomotorik kann dem Kind zu einem Gefühl der Selbstwirksamkeit und positiven Kontrollüberzeugungen verhelfen, und damit das Selbstkonzept positiv beeinflussen (vgl. Eggert, et al., 2010/2, S. 87ff). So konnte ich z.B. beobachten, wie Kind 3 lernte, nicht gleich aufzugeben wenn ihr etwas nicht gelang. Wie sie sich plötzlich bemühte, vor allem Seilspringen lernen zu wollen und mir ihre Erfolge, die sie von Stunde zu Stunde errang, auch vorführen wollte. Kind 3 hatte sicherlich gespürt, dass es mir wichtig war, dass sie solche Grundfertigkeiten besser beherrscht, hatte kleine Erfolge erzielt und nun wollte sie mir zeigen, dass sie geübt hatte und besser geworden war.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Selbstkonzeptentwicklung innerhalb einer heilpädagogischen Kleingruppe in einer Grundschule sowie Darlegung der persönlichen Motivation und Fragestellungen.
2 Heilpädagogische Diagnostik als Suchprozess hin zu einer passgenauen und bedarfsgerechten Intervention, dargestellt am Hermeneutischen Zirkel: Erläuterung der diagnostischen Methodik und des Erkenntnisprozesses durch die Anwendung des Hermeneutischen Zirkels.
3 Vorstellung der heilpädagogischen Gruppenhilfe: Beschreibung der Rahmenbedingungen der Gruppe, der Umfeldarbeit sowie eine detaillierte Vorstellung der beteiligten Klienten und deren Lebensgeschichten.
4 Das Selbstkonzept in der mittleren Kindheit: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen, Entwicklungsaspekten, Aufbau und Elementen des Selbstkonzepts im Kindesalter.
5 Erste Eindrucksanalyse zum Selbstkonzept meiner Klienten: Dokumentation der Beobachtungen und Aufstellung von Hypothesen zu den individuellen Selbstkonzepten der teilnehmenden Kinder.
6 Mögliche ungünstige Einflüsse auf das Selbstkonzept meiner Klienten: Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren sowie des Beitrags der Schule hinsichtlich der psychischen Entwicklung der Kinder.
7 Heilpädagogischer Bedarf und Ziele bei problematischem Selbstkonzept: Ableitung des individuellen Förderbedarfs und Festlegung konkreter Ziele für die Klienten.
8 Methodisches Handeln im Dienste von Erkenntnis und Entwicklung des Selbst: Darstellung der angewandten Interventionsmethoden, wie Beziehungsgestaltung, Psychomotorik, kreative Ansätze und Portfolioarbeit.
9 Schlussbetrachtung: Reflexion der Ergebnisse, Evaluation der Methodenwirkung sowie Zusammenfassung der Erkenntnisse und persönlichen Lerneffekte.
Selbstkonzeptentwicklung, Heilpädagogik, Gruppenhilfe, Grundschule, Hermeneutischer Zirkel, Verlaufsdiagnostik, Psychomotorik, Portfolioarbeit, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, Bindungstheorie, Risiko- und Schutzfaktoren, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Förderung des Selbstkonzepts bei Grundschulkindern mit besonderem Förderbedarf, die in einer heilpädagogischen Kleingruppe in einer allgemeinbildenden Schule betreut wurden.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts, die heilpädagogische Diagnostik (Hermeneutischer Zirkel), die Auswirkungen von familiären Risikofaktoren sowie Methoden der praktischen Selbstkonzeptförderung.
Das primäre Ziel ist es, den Weg von einer konventionellen Lernförderung hin zu einer passgenauen Selbstkonzeptförderung darzustellen und die Wirksamkeit der eingesetzten Methoden zur Stärkung der Persönlichkeit der Kinder zu evaluieren.
Die Arbeit nutzt die heilpädagogische Verlaufsdiagnostik, eingebettet in den "Hermeneutischen Zirkel", um aus der ständigen Wechselwirkung von Erkennen, Erklären, Verstehen und Handeln prozessorientierte Hilfen abzuleiten.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellungs- und Eindrucksanalyse der Klienten, die theoretische Fundierung des Selbstkonzepts, die Analyse der wirksamen Risiko- und Schutzfaktoren sowie eine umfassende Darstellung der methodischen Interventionen.
Wichtige Schlagworte sind Selbstkonzeptentwicklung, heilpädagogische Gruppenhilfe, Psychomotorik, Portfolioarbeit ("Ich-Buch") und ressourcenorientierte Diagnostik.
Das "Ich-Buch" fungiert als zentrales heilpädagogisches Interventionsinstrument, das den Kindern ermöglicht, sich aktiv mit ihrer Person, ihren Stärken und ihrer Biografie auseinanderzusetzen, um so ein klareres und positiveres Selbstbild zu konstruieren.
Er diente als bildhaftes Modell für die Verlaufsdiagnostik, um zu verdeutlichen, wie sich das Verständnis der Lehrkraft für die Kinder durch ständige Reflexion und neue Informationen spiralförmig erweitert hat, was zu immer passgenaueren Hilfen führte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

