Masterarbeit, 2024
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Hintergrund
2.1 Mega-Events und Schwellenländern
2.1.1 Definition Mega-Events
2.1.2 Definition Schwellenländer
2.2 Sport und Demokratie
2.2.1 Definition Sport
2.2.2 Definition Politik und Demokratie
2.3 Mega-Events in Schwellenländern
2.3.1 Olympische Spiele
2.3.2 Olympische Winterspiele
2.3.3 FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Männer
2.3.4 UEFA Fußball-Europameisterschaft der Männer
2.3.5 ICC Cricket World Cup der Männer
2.3.6 Weitere sportliche Mega-Events in Schwellenländern
3 Methode
3.1 Auswahl der Demokratieindizes
3.2 Untersuchung
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Inferenzstatistik
5 Diskussion
6 Fazit und Ausblick
7 Anhang
Literaturverzeichnis
Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen, welche die Ausrichtung von sportlichen Mega-Events auf die demokratische Entwicklung und den Korruptionsgrad in den gastgebenden Schwellenländern hat. Anhand der Analyse von elf Fallbeispielen im Zeitraum von 2008 bis 2023 wird geprüft, ob solche Großereignisse als Motor für demokratische Reformen dienen oder ob sie primär autokratische Tendenzen begünstigen und korrupte Strukturen verstärken.
2.3.1 Olympische Spiele
Je nach Quelle und Definition gelten stets verschiedene Mega-Events als das größte Sportereignis der Welt. Nicht zuletzt aufgrund der hohen internationalen Beteiligung (10.500 Athletit*innen aus über 150 Nationen), den vielfältigen Wettkämpfen (329 Entscheidungen in 28 Sportarten) und damit auch der internationalen Medienpräsenz zählen die Olympischen Spiele (zur klareren Abgrenzung zu den Olympischen Winterspielen im Folgenden wieder Olympische Sommerspiele (OSS) genannt) neben dem Super Bowl und der WM zu den größten und beliebtesten Sportgroßereignissen weltweit (Grohmann, 2020). Gegenüber andererer Weltverbänden erfolgte die Vergabe der OS (auch historisch) vergleichsweise demokratisch. Nachdem die Bewerberstädte sich in einem mehrstufigen Bewerbungsprozess als geeignet erweisen müssen, findet eine Begutachtung der verbleibenden Städte durch eine Kommission statt, die anschließend ihre Einschätzung zur Eignung der Städte der IOC-Vollversammlung in einem Bericht vorstellt (Daumann, 2010; Deutscher Olympischer Sportbund, 2024; Schültke, 2023).
Anschließend stimmt die Vollversammlung des IOC mit zur Zeit 105 stimmberechtigten Mitgliedern sieben Jahre vor den geplanten Spielen über die Vergabe der OSS ab (International Olympic Committee, 2024b). Dabei muss eine Stadt die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Gelingt dies nicht im ersten Wahlgang scheidet die Bewerberstadt mit den geringsten Stimmen aus und es wird ein weiterer Wahlgang durchgeführt, bis eine Stadt die absolute Mehrheit und somit den Zuschlag für die Ausrichtung der OSS erhält. Trotz der demokratischen Wahl durch die Vollversammlung kam es jedoch immer wieder zu Korruptionsvorwürfen rund um die OSS und auch in Bezug auf die Vergabe. So hatte Madrid bei der Entscheidung für die Vergabe der OSS 2016 im ersten Wahlgang die unzureichende relative Mehrheit auf sich vereinen können, wurde dann aber in den folgenden Wahlgängen von Rio de Janeiro überholt. Wie sich nach den OSS 2016 in Rio den Janeiro herausstellte, waren rund ein Zehntel der 2009 Stimmberechtigten bestochen und zu einer Stimmabgabe für Rio de Janeiro gebracht worden (Becker & Simeoni, 2019; Upadek, 2017).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, die den Einfluss von Mega-Events auf die Demokratie in Schwellenländern thematisiert, und stellt den theoretischen sowie methodischen Rahmen der Arbeit vor.
2 Hintergrund: Das Kapitel erläutert die Definitionen von Mega-Events und Schwellenländern und setzt die Zusammenhänge zwischen Sport, Politik und Demokratie in den historischen Kontext der internationalen Sportpolitik.
3 Methode: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Auswahl der verwendeten Demokratieindizes des V-Dem Instituts sowie die aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Demokratie und Korruption dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive und inferenzstatistische Auswertung der elf Fallbeispiele und belegt die Auswirkungen der Events auf die Demokratiewerte und den Korruptionsgrad.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet und es werden Grenzen der Untersuchung sowie mögliche Störfaktoren diskutiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass keine positiven demokratischen Effekte durch Mega-Events nachweisbar sind, und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Sportliche Mega-Events, Schwellenländer, Demokratie, V-Dem Institut, Sportswashing, Korruption, Internationale Sportpolitik, Olympische Spiele, Fußball-Weltmeisterschaft, Cricket World Cup, Infrastrukturprojekte, Menschenrechte, Politische Transformation, Soft Power, Governance.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Ausrichtung von sportlichen Großereignissen – sogenannten Mega-Events – auf die politische Demokratisierung und den Korruptionsstatus in Schwellenländern.
Zentrale Felder sind die Vergabe und Durchführung von Sportgroßereignissen, die politische Instrumentalisierung durch Gastgeberstaaten, menschenrechtliche Aspekte sowie wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analysen.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob die Ausrichtung von Mega-Events tatsächlich zu einer positiven demokratischen Entwicklung in Schwellenländern führt oder diesen Prozess eher behindert.
Die Autorin nutzt eine statistische Analyse unter Verwendung von Daten des V-Dem Instituts der Universität Göteborg, um Demokratieindizes und Korruptionswerte im Zeitverlauf zu vergleichen.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Hintergrund zu Sport und Politik, die Vorstellung verschiedener Events (wie Olympische Spiele, WM, Cricket World Cup) und die Durchführung einer inferenzstatistischen Untersuchung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportswashing, Demokratie, Korruption, Mega-Events, Schwellenländer und Governance.
Die Olympischen Spiele fungieren als wichtige Fallbeispiele, an denen die Diskrepanz zwischen den vom IOC propagierten Werten und der tatsächlichen menschenrechtlichen sowie demokratischen Realität in den Gastländern aufgezeigt wird.
Die statistische Auswertung führt zu dem Ergebnis, dass sich der Korruptionsgrad in den betrachteten Schwellenländern im Zeitraum rund um die Mega-Events eher verschlechtert als verbessert.
Die Arbeit stellt fest, dass Polen als einziges der untersuchten Länder keine Verschlechterung in den Demokratieindizes aufwies, ordnet dies jedoch als speziellen Kontext ein.
Der CWC dient als Beispiel für den Einfluss von Sport in der Region des Globalen Südens, wobei die Arbeit die mangelnde wissenschaftliche Aufarbeitung und die politische Relevanz in den "Cricket Nations" hervorhebt.
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