Doktorarbeit / Dissertation, 2004
302 Seiten
Vorwort
Einleitung
1. Terminologie “Ozan“ und “Aşık“, Geschichte und Herkunft Geschichte
1.1 Die Baglama in Geschichte und Gegenwart
1.2 In der Frühzeit
1.3 Unter den Seldschuken im 11./12. Jh.
1.4 Aşıks im Osmanischen Reich bis etwa 1923
1.5 In der Türkischen Republik ab 1923 unter Mustafa Kemal Atatürk
1.6 Ausbreitung der traditionellen Volksdichtung und Volksmusik durch vermehrt auftretende Wandersänger
2. Die geographische Lage der Provinz Sivas als kultureller Mittelpunkt der Ozans und Aşıks
2.1 Klima von Sivas
2.2 Geschichte von Sivas
2.2.1 Sivas unter den Seldschuken
2.2.2 Atatürk der Gründer der Republik
2.3 Bedeutende Aşıks aus der Region Sivas
2.4 Die Region Emlek als Stätte der Aleviten
3. Werdegang von Veysel Şatıroğlu zum “Aşık Veysel“
3.1 Erste Bekanntschaft mit fahrenden Volkssängern
3.1.1 Aufnahme in den engeren Kreis der Volkssänger
3.1.2 Veysel Şatıroğlus Aufstieg vom wandernden Volkspoeten und Volkssänger zum “Aşık Veysel“
3.2 Veysel erhält fördernden Beistand
3.3 Einfluss moderner Medien
3.4 Ausklang zum Werdegang von Aşık Veysel
4. Die Musik von Aşık Veysel
4.1 Tabellarische Analyse von achtundsechzig seiner Lieder
4.2 Transkriptionen und Analysen von zehn Titeln
5. Der Poet Veysel im Spiegel seiner Gedichte
5.1 Ausgewählte Gedichte zu folgenden Themen:
6. Erben von Aşık Veysels Musik und die türkische traditionelle Volksmusik in der Gegenwart
6.1 Türkische Folkloresänger, die als Band “Heimatliebende Geschwister“, auftreten
6.1.1 Tarkan singt Dichtung von Veysel
6.1.2 Zehra Şatıroğlu, Urenkelin von Aşık Veysel, singt und spielt Titel von Veysel
6.2 Vergleich des Liedes “Uzun ince bir yoldayım“ , “Ich laufe auf einem schmalen dunklen Pfad“ in drei Versionen
6.2.1 Tabellarischer musikalischer Vergleich zum Hervorheben einiger Unterschiede im Vortrag des Titels “Ich laufe auf einem schmalen dunklen Pfad“
6.2.2 Ausführlicher Notenvergleich des in der Tabelle bearbeiteten Titels
6.2.3 Fazit meines Vergleichs
7. Gespräche während meiner Studienreise 2002
7.1 Mit den Nachkommen Veysels
7.2 Mit Bewohnern der Heimatregion von Veysel
7.3 Mit Wissenschaftlern der Aşık-Veysel-Hochschule
Die vorliegende Dissertation leistet einen musikethnologischen Beitrag zum besseren Verständnis der türkischen Kulturtradition, indem sie den Volkspoeten und Aşıks Aşık Veysel (1894-1973) in den Mittelpunkt stellt und dessen musikalische sowie poetische Entwicklung als Spiegelbild einer lebendigen Tradition untersucht.
Die Baglama in Geschichte und Gegenwart
Die zentralasiatischen Türken machten Pfeil und Bogen, die sie zur Jagd benötigten, gleichfalls zu einem bedeutsamen Musikinstrument. Es wurde ebenfalls das erste primitive Saiteninstrument der Türken. Sie nannten es Okluğ, kurz Ok, übersetzt: Pfeil. Für die ersten Instrumente hobelten sie einen Kürbis aus. An seinem untersten Teil montierten sie den Bogen, um mehr Klangvolumen zu erreichen. Später veränderten sie den Okluğ. Sie montierten auf den Kürbis einen geradlinigen Holzgriff und überzogen den Kürbiskörper mit dünnem Leder. Das nun verbesserte Instrument erhielt mehrere Saiten, hieß jetzt Iklığ und ähnelte einem richtigen Musikinstrument. Es war das erste Streichinstrument der Türken. Sie beließen es nicht dabei, sondern entwickelten außerdem noch ein Zupfinstrument, den Kopuz, der aus einem Holzkörper bestand. Diesen Prototyp fertigten die Türken später zur Baglama um.
Auf dem Kopuz spielte der Schamane der Türken, auch Heiler, Priester, Ratgeber und Epensänger in einer Person. Der spielende Schamane und der Kopuz nahmen in der türkischen Gesellschaft eine hohe Stellung ein. Der spezialisierte Kopuzspieler erhielt mit der Zeit den Namen "Ozan".
1. Terminologie “Ozan“ und “Aşık“, Geschichte und Herkunft Geschichte: Beleuchtet die historischen Wurzeln der Wandersängerkultur von den zentralasiatischen Schamanen bis zur Ausprägung im 20. Jahrhundert.
2. Die geographische Lage der Provinz Sivas als kultureller Mittelpunkt der Ozans und Aşıks: Beschreibt Sivas als geographisch prägendes Zentrum, das die kulturelle Identität der Aleviten und Aşıks maßgeblich beeinflusste.
3. Werdegang von Veysel Şatıroğlu zum “Aşık Veysel“: Zeichnet den Lebensweg Veysels von seiner frühen Kindheit und Erblindung bis zu seinem Aufstieg als anerkannter Repräsentant türkischer Volksdichtung nach.
4. Die Musik von Aşık Veysel: Analysiert die musikalische Struktur seiner Lieder durch tabellarische Vergleiche und detaillierte Transkriptionen.
5. Der Poet Veysel im Spiegel seiner Gedichte: Untersucht die zentralen Themen in Veysels Lyrik wie Natur, Liebe, Solidarität und Bildung im Kontext seiner persönlichen Lebenserfahrung.
6. Erben von Aşık Veysels Musik und die türkische traditionelle Volksmusik in der Gegenwart: Erörtert die moderne Rezeption seines Erbes durch zeitgenössische Künstler und die Bedeutung seiner Musik für kommende Generationen.
7. Gespräche während meiner Studienreise 2002: Führt qualitative Interviews mit Nachkommen und Zeitgenossen aus Sivas, um die lebendige Wirkung Veysels im heutigen Anatolien zu dokumentieren.
Aşık Veysel, Baglama, Sivas, türkische Volksmusik, Aleviten, Ozan, Volkspoesie, Musikethnologie, Tradition, kulturelle Identität, Anatolien, Sozialkritik, Atatürk, Volksdichtung, Dorf.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben, dem Werk und der Wirkung von Aşık Veysel, einem der bedeutendsten türkischen Volkssänger des 20. Jahrhunderts, und bettet ihn in den musikethnologischen Kontext der anatolischen Tradition ein.
Zentral sind die Rolle des Aşık als Bewahrer der Tradition, die Bedeutung der Region Sivas, das Alevitentum, die Verbindung von Poesie und Musik sowie der Wandel der Tradition in der modernen Türkischen Republik.
Ziel ist es, die alttürkische Tradition der Wandersänger (Ozans/Aşıks) und deren Fortbestand anhand der biographischen und künstlerischen Entwicklung von Aşık Veysel zu dokumentieren und ihre Bedeutung für die kulturelle Verständigung aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine musikethnologische Perspektive, kombiniert mit Literaturanalysen, biografischer Forschung und empirischen Feldforschungsdaten (Interviews und Studienreise).
Der Hauptteil gliedert sich in historische Grundlagen, eine biographische Aufarbeitung, eine musikalische Analyse (Transkriptionen) sowie eine Untersuchung der Rezeption seines Werks in der Gegenwart.
Wichtige Begriffe sind Aşık Veysel, Baglama, Sivas, Volksmusik, Aleviten und anatolische Tradition.
Die Baglama wird als zentrales, identitätsstiftendes Instrument betrachtet, dessen historische Entwicklung und instrumentelle Rolle für die Aşıks detailliert beschrieben wird.
Der Vergleich zeigt, dass Tarkan die Musik modernisiert und durch ein Ensemble erweitert, während er sich in seinem Vortrag stilistisch an der von Veysel geprägten Vorlage orientiert, wobei er die Herausforderungen des Spagats zwischen Pop und Tradition aufzeigt.
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