Diplomarbeit, 2003
120 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Zielstellung
1.1 Methodische Herangehensweise
2. Begriffsabgrenzungen
2.1 Verkehrswissenschaftliche Grundlagen
2.2 Der Begriff Low-Cost-Airlines
3. Entwicklung des Luftverkehrsmarktes
3.1 Wachstum des europäischen und deutschen Luftverkehrs
3.2 Liberalisierungen des internationalen Luftverkehrs
3.2.1 Liberalisierung des Luftverkehrs in den USA
3.2.2 Liberalisierung des Luftverkehrs in Europa
4. Produktionsfaktoren des Luftverkehrs
4.1 Flugplätze
4.1.1 Rechts- und Betriebsformen der deutschen Flugplätze
4.1.2 Aufgaben- und Umsatzstruktur der deutschen Flugplätze
4.2 Fluggesellschaften
4.2.1 Abgrenzungsmerkmale der Fluggesellschaften
4.2.1.1 Betriebstyp Linienfluggesellschaft
4.2.1.2 Betriebstyp Touristikfluggesellschaft
4.2.1.3 Betriebstyp Low-Cost-Carrier
5. Das Geschäftsmodell der Low-Cost-Carrier
5.1 Die Grundelemente des Geschäftsmodells
5.1.1 Kostenvorteile im operationellen Bereich
5.1.2 Kostenvorteile im Produktdesign
5.1.3 Kostenvorteile im Vertrieb und Management
5.1.3.1 Umsetzung der Kostenvorteile in Stückkosten pro Passagier
5.2 Die Einordnung des Geschäftsmodells im Luftverkehrsmarkt
5.3 Exkurs – Vergleich des Konzeptes zu anderen Industriebranchen
6. Die wichtigsten Low-Cost-Carrier im Überblick
6.1 Der Pionier – Southwest die erste Low-Cost-Airline der Welt
6.2 Die wichtigsten europäischen Low-Cost-Carrier
6.2.1 Ryanair
6.2.2 EasyJet
6.2.3 Virgin Express
6.3 Betriebliche Analyse der drei Anbieter
6.4 Die wichtigsten deutschen Low-Cost-Carrier
6.4.1 Deutsche BA
6.4.2 Air Berlin
6.4.3 Germanwings
6.4.4 Hapag-Lloyd Express
6.5 Betriebliche Analyse der deutschen Anbieter
7. Diskussion und Fazit der Untersuchung
7.1 Auswirkungen bei den Fluggesellschaften
7.1.1 Fazit Ryanair
7.1.2 Fazit EasyJet
7.1.3 Fazit Virgin Express
7.1.4 Fazit Deutsche BA
7.1.5 Fazit Air Berlin
7.1.6 Fazit Germanwings
7.1.7 Fazit Hapag-Lloyd Express
7.2 Auswirkungen auf die Flughäfen
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomische Bedeutung und die Geschäftsmodelle europäischer Low-Cost-Carrier (LCC) vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Luftverkehrsmarktes und deren spezifische Auswirkungen auf den deutschen Markt und die betroffenen Flughäfen.
Kostenvorteile im operationellen Bereich
Wie aus Tabelle 5 zu ersehen ist, liegt der größte erzielbare Vorteil in einer sehr effizienten Nutzung des Produktionsmittels Fluggerät. Die Erhöhung der technisch machbaren Sitzplatzdichte, verbunden mit einer wesentlich höheren Anzahl von täglichen Flugumläufen als bei klassischen Airlines, lässt allein eine Effizienzsteigerung im operationellen Bereich von fast 20 % zu. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Fluggerät ein sehr kostenintensives Produktionsmittel für jede Airline ist.
Allerdings sind dem Geschäftsmodell Low-Cost auch operationelle Grenzen gesetzt. Langstreckenflüge können durch die notwendigerweise lange Flugdauer nicht in so hoher Umlaufdichte bedient werden. Jedes weitere Flugzeug würde jedoch die Schwelle des Break Even Points weiter nach oben verschieben. Somit werden der Fluggeräteauslastung temporäre Schranken gesetzt. Zudem würden durch die lange Flugdauer und die damit verbundene Dienstzeit des Crew-Personals Übernachtungs- und Spesenkosten entstehen. Hinzu kommt, dass längere Flüge auch größere Betriebskosten generieren (CALDER)55.
Das Element der höheren Umlaufdichte und der größeren Sitzplatzdichte der Flugzeuge, könnte theoretisch auch von einem Full-Service-Anbieter genutzt werden, ohne dass dieser strukturelle Veränderungen in seiner Unternehmensorganisation durchführen müsste. Zwar bedeutet eine Erhöhung der Sitzplatzdichte eine Verschlechterung des Sitzabstandes von Passagieren zueinander und damit eine Verringerung von Service und Qualität des Beförderungsproduktes, doch spielt das bei Kurzstreckenflügen mit einer Flugdauer von maximal 90 Minuten eigentlich nur eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst bei Zugrundelegung eines niedrigeren Prozentsatzes, sind somit auch bei einem klassischen Carrier noch erhebliche Potenziale für Produktivitätssteigerungen gegeben.
1. Einleitung und Zielstellung: Die Arbeit führt in das Phänomen der „Billigflieger“ ein und definiert die Forschungsfragen bezüglich der Marktstruktur, Kostengestaltung und Wettbewerbsfolgen.
2. Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Luftverkehrs und die spezifische Definition des Low-Cost-Carriers (LCC) von anderen Marktsegmenten abgegrenzt.
3. Entwicklung des Luftverkehrsmarktes: Das Kapitel beleuchtet das Wachstum des Luftverkehrs und analysiert die Liberalisierungsprozesse in den USA und Europa als wesentliche Treiber für den Wandel.
4. Produktionsfaktoren des Luftverkehrs: Hier werden Flughäfen und Fluggesellschaften als zentrale Produktionselemente detailliert beschrieben, wobei besonders die Rechts- und Umsatzstrukturen deutscher Flughäfen analysiert werden.
5. Das Geschäftsmodell der Low-Cost-Carrier: Dieser Kernabschnitt legt die Kostenvorteile in den Bereichen Operation, Produktdesign sowie Vertrieb offen und setzt diese in einen Kontext zu anderen Branchen.
6. Die wichtigsten Low-Cost-Carrier im Überblick: Eine detaillierte Analyse der bedeutendsten europäischen und deutschen Low-Cost-Anbieter, ihrer Organisation, Servicekonzepte und betrieblichen Kennzahlen.
7. Diskussion und Fazit der Untersuchung: Das abschließende Kapitel diskutiert die Auswirkungen auf Fluggesellschaften und Flughäfen und bewertet die Zukunftsaussichten sowie die strategischen Herausforderungen des LCC-Marktes.
Luftverkehrsmarkt, Low-Cost-Carrier, Billigflieger, Geschäftsmodell, Flugplätze, Kosteneffizienz, Liberalisierung, Yield-Management, Marktanalyse, Betriebstyp, Passagierwachstum, Luftverkehrsrecht, Wettbewerbsstrategie.
Die Arbeit analysiert die ökonomische Bedeutung und die spezifischen Geschäftsmodelle der europäischen Low-Cost-Carrier und deren Einfluss auf den deutschen Luftverkehrsmarkt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die bedeutendsten europäischen Anbieter Ryanair, EasyJet und Virgin Express sowie die deutschen Marktteilnehmer Deutsche BA, Air Berlin, Germanwings und Hapag-Lloyd Express.
Ziel ist es, die Gründe für das Kosten-Erfolgs-Prinzip der Billigflieger zu identifizieren und die Konsequenzen für traditionelle Fluggesellschaften und Flughäfen abzuleiten.
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufbereitung extern zugänglicher Daten, Geschäftsberichte und statistischer Kennzahlen, um Geschäftsmodelle zu plausibilisieren.
Der Hauptteil analysiert die Produktionsfaktoren des Luftverkehrs, die spezifischen Kostenvorteile des Low-Cost-Modells (z.B. Yield-Management, Flottenhomogenität) und vergleicht diese mit anderen Branchen.
Die Arbeit identifiziert Merkmale wie den Verzicht auf Zusatzleistungen (No-Frills), hohe Sitzplatzdichte, effiziente Auslastung durch kurze Standzeiten und den ausschließlichen Punkt-zu-Punkt-Verkehr.
Während EasyJet verstärkt große Hauptflughäfen und Drehkreuze bedient, fokussiert Ryanair auf entlegenere Regionalflughäfen, um durch niedrigere Entgelte maximale Kostenvorteile zu erzielen.
Für Flughäfen führt dies zwar zu einem nominalen Passagierwachstum, stellt diese aber vor die Herausforderung, ihre Kostenstrukturen an das preissensitive Geschäftsmodell der LCCs anzupassen, ohne dabei ihre Rentabilität durch hohe Betriebskosten zu gefährden.
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