Fachbuch, 1995
139 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Die historischen Spekulationskrisen
2.1. Die Tulpenspekulation
2.2. Das Finanzsystem von John Law
2.3. Der Südseeschwindel
2.4. Die Landspekulation in Florida
2.5. Der Aktiencrash von 1929
2.6. Der Aktiencrash von 1987
2.7. Der "Minicrash" von 1989
2.8. Die Kuweitkrise von 1990
2.9. Der "Gorbatschow - Crash" von 1991
3. Analyse der Spekulationskrisen
3.1. Charakteristika der Anlegergruppen
3.2. Phänomen der Massenpsychologie
3.3. Gemeinsamkeiten aller untersuchten Spekulationskrisen
3.4. Vergleich des Aktiencrash von 1929 mit dem Aktiencrash von 1987
4. Schlußbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen historischer Börsencrashs, um die Mechanismen hinter spekulativen Übertreibungen und deren anschließende Marktkorrekturen zu identifizieren. Dabei wird analysiert, inwieweit psychologische Faktoren, Kreditfinanzierungen und Massenphänomene bei verschiedenen Krisen von der Tulpenspekulation bis zum Aktiencrash von 1987 eine treibende Rolle spielten.
2.1. Die Tulpenspekulation
Im Jahr 1554 entdeckte der Naturforscher Busbeck im türkischen Adrianopel die Tulpe und brachte sie nach Mitteleuropa. Besonders in Holland entstand bald deren große Beliebtheit. Es wurden neue Arten gezüchtet und anfangs interessierten sich nur Garteninhaber für diese Pflanzen. Ein größeres Interesse richtete sich jedoch bald auf den Besitz und die Zurschaustellung der schönsten und ausgefallensten ihrer Art. Mit der Nachfrage nach Tulpenzwiebeln stieg auch deren Preis, jedoch ohne daß die Zucht oder die Einfuhr der Zwiebeln im entsprechenden Maße stieg. Wenig später begannen reiche Kaufleute sich mit ansehnlichen Tulpenbeeten gegenseitig zu übertrumpfen.
Wurden bislang die Tulpenzwiebeln nur unter Gärtnern gehandelt, so gestaltete man den Handel ab dem Jahr 1634 professioneller. Der Handel wurde standardisiert, indem man die billigeren Tulpen nach Gewicht (nach "Assen") handelte. Die teuren und seltenen Zwiebeln wurden weiterhin einzeln gehandelt. Die Tulpenzwiebeln wurden sowohl auf Auktionen als auch in einfachen Dorfgaststätten gehandelt. Anders als bei Aktien, konnte sich jeder Bürger ein konkretes Bild des Spekulationsobjektes machen. Dies motivierte alle Gesellschaftsschichten sich an der Tulpenspekulation zu beteiligen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die psychologischen Grundlagen von Marktbewegungen und konstatiert, dass Börsencrashs oft das Ende spekulativer Übertreibungen markieren und reale wirtschaftliche Rezessionen einleiten können.
2. Die historischen Spekulationskrisen: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte chronologische Übersicht bedeutender Krisen, beginnend bei der Tulpenspekulation bis hin zu den Ereignissen von 1991, und analysiert deren spezifische Auslöser und Verläufe.
3. Analyse der Spekulationskrisen: Hier werden systemische Charakteristika der Anlegergruppen, die Rolle der Massenpsychologie und die strukturellen Gemeinsamkeiten der Krisen theoretisch fundiert erörtert.
4. Schlußbetrachtung und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass die Mechanismen von Crashs über Jahrhunderte hinweg identisch bleiben, und mahnt angesichts wachsender derivativer Märkte einen dringenden Regulierungsbedarf an.
Spekulationskrise, Börsencrash, Hausse, Baisse, Massenpsychologie, Kreditspekulation, Aktienmarkt, Notenbankpolitik, Historische Wirtschaftsdaten, Kapitalmarkt, Anlegergruppen, Spekulationsfieber, Liquidität, Kurssturz, Finanzmarktaufsicht
Die Arbeit analysiert historische Spekulationskrisen, um aufzuzeigen, wie spekulative Blasen entstehen, warum sie platzen und welche Auswirkungen dies auf die reale Wirtschaft hat.
Zentrale Themen sind die psychologische Komponente an der Börse, der Einfluss von billigem Kreditgeld auf die Preisbildung sowie der Vergleich verschiedener Marktcrashs über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Ziel ist es, die wiederkehrenden Muster in Krisenzeiten zu isolieren, um ein tieferes Verständnis für die Marktmechanismen zu gewinnen, die trotz unterschiedlicher Zeitalter überraschend stabil bleiben.
Der Autor verwendet einen historisch-deskriptiven Ansatz, bei dem Daten zu Kursen, Zinsen und Handelsvolumina sowie zeitgenössische Quellen analysiert werden, um ein umfassendes Bild der Krisenereignisse zu zeichnen.
Im Hauptteil werden einzelne historische Krisen, von der holländischen Tulpenmanie über den Crash von 1929 bis zu den Ereignissen in den 1990er Jahren, detailliert rekonstruiert und deren marktpsychologische Hintergründe analysiert.
Wichtige Begriffe sind Spekulationsblase, Massenpsychologie, Kreditspekulation, Börsenzyklus und Marktinstabilität.
Obwohl die Verläufe ähnlich waren, spielte 1987 die technologische Beschleunigung durch Computerprogramme und der hohe Einsatz von Index-Futures eine entscheidende Rolle bei der Intensität des Kurssturzes.
Die Massenpsychologie sorgt laut dem Autor dafür, dass Marktteilnehmer prozyklisch handeln und Gier und Angst die rationalen Entscheidungen der Fundamentalisten verdrängen, was zu spekulativen Übertreibungen führt.
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