Magisterarbeit, 2002
96 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Motivation, Gegenstand und Ziel
1.2. Methode
1.3. Auswahl der Quellen und Literatur
1.4. Zitierweise arabischer Wörter und Sätze
2. Der Entstehungskontext der Videobotschaft
2.1. Vorüberlegungen
2.2. Usāma Bin Lādin – seine Prägung und sein Bild in der Öffentlichkeit
2.2.1. Der Vorzug einer vorzüglichen Herkunft – Geburt und Jugend
2.2.2. Einblick in eine militante Interpretation des Islams – der geistige Einfluss
2.2.3. Prägende Ereignisse – das Jahr 1979 und was darauf folgte
2.2.4. Bescheidenheit und Kampfeswille - wie Wirkung erzeugt werden soll
2.3. Usāma Bin Lādin und al-Qā'ida im Zentrum weltpolitischer Ereignisse
2.3.1. Der direkte politische Entstehungskontext
2.3.2. Die Reaktion von al-Qā'ida
3. Rede und Sprache
3.1. Vorüberlegungen
3.2. Arabisch – eine Weltsprache
3.3. Sprache – mehr als ein reiner Informationsträger
3.4. Interdependenz von sakraler und politischer Sprache – eine Besonderheit des Arabischen?
4. Analyse der Videobotschaft
4.1. Wortwahl, Stil und Ausdruck
4.1.1. Grundlagen der Rede und Legitimation des Redners
4.1.2. Die Begriffe umma, kufr und nifāq
4.2. Argumentation – Themen und Strukturen
4.2.1. Legitimation der Redeintention durch die Opfer-/Täterrollenrhetorik
4.2.2. ‚Gerechtigkeit‘ und ‚Ungerechtigkeit‘
4.2.3. Das Schicksal der Welt
5. Die Inszenierung der Videobotschaft
5.1. Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Fernsehen
5.2. Die Bildersprache des Videos
6. Fazit und Ausblick
7. Abschrift der Videobotschaft
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Rhetorik in den Videobotschaften von Usāma Bin Lādin durch eine ganzheitliche Kontext- und Inhaltsanalyse zu entschlüsseln. Dabei wird untersucht, wie der Redner durch spezifische sprachliche Mittel, religiöse Referenzen und die Inszenierung seiner Person politische Botschaften legitimiert und versucht, eine globale muslimische Identität gegen eine als feindlich wahrgenommene Gegenseite zu mobilisieren.
4.1.1. Grundlagen der Rede und Legitimation des Redners
Usāma Bin Lādin beginnt seine Ansprache mit den Worten: إن الحمد لله نحمده ونستعين به ونستغفره ونعوذ بالله من شرور أنفسنا وسيئات أعمالنا ومن يهده الله فلا مضل له، ومن يضلل فلا هادي له، وأشهد أن لا إله إلا الله وحده لا شريك له وأشهد أن محمدا عبده ورسوله.
Dabei handelt es sich um einen ḥadīṯ, der in jeweils leicht abgewandelter Form in mehreren Sammlungen verzeichnet ist. Die Worte, die Bin Lādin verwendet, sollen gemäß der Tradition aus dem Munde des Propheten Muḥammad stammen. Es handelt sich dabei um eine Art Gebet, eine Bitte um die Erfüllung eines Wunsches, eine ḫuṭbat al-ḥāǧa. Usāma Bin Lādin verwendet in seiner Rede mehrmals bestimmte liturgische Ausdrücke und Formeln oder beruft sich auf einen ḥadīṯ. Die Einbettung seiner kurzen Rede in religiöse Formeln entspricht dem Bild, das von ihm in einem großen Teil der muslimischen Öffentlichkeit existiert und sein Auftreten ist in der Regel, wie wir festgestellt haben, von Bescheidenheit geprägt. Es spricht ein weiterer Grund dafür, dass es kein Zufall ist, dass Usāma Bin Lādin seine Rede mit der ḫuṭbat al-ḥāǧa beginnt. Exakt mit den gleichen Worten beginnt das Vorwort in al-Farīḍa al-Ġā’iba von Farāǧ.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation, den Gegenstand und das Ziel der Analyse sowie die methodische Herangehensweise und die Auswahl der untersuchten Quellen.
2. Der Entstehungskontext der Videobotschaft: Hier werden die biografische Prägung von Usāma Bin Lādin, sein Bild in der Öffentlichkeit sowie die politisch-historischen Ereignisse seit 1979 als notwendiger Hintergrund für die Botschaften analysiert.
3. Rede und Sprache: Dieses Kapitel untersucht die arabische Sprache nicht nur als Informationsträger, sondern als Medium mit spezifischer Symbolkraft und beleuchtet die Interdependenz zwischen sakralen und politischen Sprachelementen.
4. Analyse der Videobotschaft: Der Hauptteil analysiert die Wortwahl, den Stil und die Argumentationsstrukturen Bin Lādins, insbesondere die Verwendung von Begriffen wie umma, kufr und nifāq sowie die rhetorische Konstruktion von Feindbildern.
5. Die Inszenierung der Videobotschaft: Hier wird die Rolle des Mediums Fernsehen und die gezielte Bildersprache des Videos untersucht, um zu zeigen, wie visuelle Elemente die verbale Rhetorik unterstützen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Wirkungsabsicht der untersuchten Reden.
Usāma Bin Lādin, Videobotschaft, Rhetorik, Islam, al-Qā'ida, umma, kufr, ǧihād, politische Sprache, Inszenierung, Argumentationsanalyse, Opferrollenrhetorik, Symbolik, Medien, Kontextanalyse.
Die Magisterarbeit untersucht die rhetorischen Aspekte und die Argumentationsstrategien in den Videobotschaften von Usāma Bin Lādin, die nach dem 11. September 2001 ausgestrahlt wurden.
Zentrale Themen sind die Inszenierung des Redners als bescheidener, aber entschlossener Führer, die ideologische Fundierung durch das ǧihād-Konzept sowie die gezielte Verwendung von Begriffen wie umma (Gemeinschaft) und kufr (Unglaube), um Konflikte zu legitimieren.
Das Ziel ist es, die rhetorischen Mittel und den Kontext zu entschlüsseln, mit denen Bin Lādin versucht, sein Publikum zu beeinflussen und seine politischen Forderungen moralisch und religiös zu rechtfertigen.
Die Autorin wendet eine ganzheitliche Rhetorikanalyse an, die Kontext-, Inhalts- und Argumentationsanalysen kombiniert, unter Einbeziehung sprachtheoretischer Ansätze (u.a. von Kenneth Burke).
Der Hauptteil analysiert detailliert die Wortwahl, die spezifische Opfer-Täter-Rhetorik, die apokalyptischen Anspielungen in Bin Lādins Reden sowie die visuelle Inszenierung seiner Botschaften.
Wichtige Begriffe sind Rhetorik, umma, kufr, ǧihād, politische Inszenierung, al-Qā'ida und Kontextanalyse.
Der Begriff ist zentral, da Bin Lādin damit eine globale muslimische Gemeinschaft konstruiert, die er als leidendes "Opfer" definiert, um darauf aufbauend die Notwendigkeit eines bewaffneten Kampfes zu fordern.
Die Bildersprache unterstützt die verbale Rhetorik, indem sie durch visuelle Bezüge zur frühislamischen Geschichte und die Inszenierung in einer Höhle die Legitimität und spirituelle Tiefe des Redners visuell unterstreicht.
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