Magisterarbeit, 2010
118 Seiten
1. Einführung
2. Zur Begriffswelt
2.1 Kulturelles Gedächtnis
2.2 Museen, Musealisierung und Erinnerungskultur
2.3 Kulturlandschaften
3. Funktionen der Museen in der Vergangenheit und Gegenwert
3.1 Repräsentative Funktion
3.2 Historische Funktion
3.3 Kultur- und Erinnerungsfunktion
3.4 Gesellschaftliche Funktion
4. Zur Geschichte der Museen in Berlin im Zeitraum von 1830 bis 1949
5. Museen im geteilten Berlin
5.1 Berlins Museumlandschaft 1949-1961
5.2 Berlins Museumslandschaft 1961-1990
6. Berlins Museen nach 1990
6.1 Neue Kulturpolitik in Berlin
6.2 Virtuelle Museen als Blick in die Zukunft
6.3 Kulturpolitik im 21. Jahrhundert
7. Zusammenfassung
Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert den Wandlungsprozess Berlins in Bezug auf die Entwicklung seiner Museumslandschaft von der Gründung des ersten Museums auf der Museumsinsel im Jahr 1830 bis zur Gegenwart, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von historischen Ereignissen, gesellschaftlichen Entwicklungen und kulturpolitischen Strategien liegt.
2.1 Kulturelles Gedächtnis
Das kulturelle Gedächtnis ist seit Langem ein bekanntes Thema. Bisher haben sich viele Forscher mir dieser Problematik auseinandergesetzt. Selbst in den letzten Jahren sind viele Publikationen und Studien entstanden, die direkt mit dem thematischen Umfeld der „Kultur” verbunden sind, in denen unterschiedliche individuelle, soziale, politische und kulturelle Gedächtniskonzepte besprochen werden. Die Menge an Arbeiten zu diesem Forschungsgegenstand weist darauf hin, dass es sich hier um ein sogenanntes transdisziplinäres Thema handelt. Nicht nur das ist hier relevant: Durch die Fragen nach Organisationsformen und Konstruktionsarten des Gedächtnisses lässt sich auch zwischen Naturwissenschaften, Psychologie und Neurowissenschaften eine Brücke schlagen. Bereits in der 80er Jahren hat ein Heidelberger Ägyptologe Jan Assmann diesem Problem eine große Bedeutung gegeben. Sein bahnbrechendes Werk von 1992 unter dem Titel Das kulturelle Gedächtnis war die erste wichtige Monographie zum Thema „kulturelles Gedächtnis“, die somit ein neues Forschungsfeld eröffnete. Der Schwerpunkt Assmanns Forschung stellt die begriffliche Trennung zweier Register des kollektiven Gedächtnisses dar.
Sein Ziel war auch die Unterschiede zwischen dem kollektiven Gedächtnis, das nur auf die Alltagskommunikation, und dem, das auf symbolträchtigen kulturellen Objektivationen beruht, zu zeigen. Laut Assmanns Theorie gibt es zwei Arten vom kulturellen Gedächtnis, die unterschiedliche Merkmale besitzen. Damit will er zeigen, dass diese beiden Gedächtnisformen in vielen Aspekten nicht vergleichbar sind. Zu wichtigsten Eigenschaften, die diese zwei Gedächtnisrahmen voneinander unterscheiden, gehören ihre Inhalte, Medien, Formen, Zeitstrukturen und Träger. Im Gegensatz zu kulturellem Gedächtnis umfasst das kommunikative Gedächtnis nur eine bestimmte Zeitspanne - normalerweise ist das ein Zeitraum von 80 bis 100 Jahren, weil es infolge der Alltagsreaktionen, persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen entsteht. Assmann hat sich darüber wie folgt geäußert:
1. Einführung: Die Autorin legt die theoretischen Grundlagen und die Zielsetzung ihrer Analyse des Berliner Museums-Wandels dar.
2. Zur Begriffswelt: Dieses Kapitel definiert zentrale theoretische Begriffe wie kulturelles Gedächtnis, Musealisierung und Erinnerungskultur als Basis für die weitere Untersuchung.
3. Funktionen der Museen in der Vergangenheit und Gegenwert: Hier werden die verschiedenen Aufgabenfelder von Museen, von repräsentativen bis zu gesellschaftlichen Funktionen, eingehend beleuchtet.
4. Zur Geschichte der Museen in Berlin im Zeitraum von 1830 bis 1949: Eine chronologische Betrachtung der Berliner Museumsgeschichte von der Eröffnung der ersten Museen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
5. Museen im geteilten Berlin: Analyse der Museumsentwicklung unter den Bedingungen der politischen Teilung Berlins in Ost und West.
6. Berlins Museen nach 1990: Betrachtung der neuen kulturpolitischen Ansätze, der virtuellen Museumslandschaft und der Entwicklungen im 21. Jahrhundert.
7. Zusammenfassung: Ein abschließender Rückblick auf die zentralen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich des Wandels Berlins zu einer Weltmetropole der Museen.
Berlin, Museen, Museumslandschaft, Kulturpolitik, kulturelles Gedächtnis, Musealisierung, Erinnerungskultur, Museumsinsel, Stadtentwicklung, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Wiedervereinigung, virtuelle Museen, gesellschaftliche Funktion, Historismus.
Die Arbeit untersucht den Wandel Berlins von einer Provinzhauptstadt zu einer weltbekannten Museumsmetropole, wobei der Schwerpunkt auf der musealen Entwicklung vor dem Hintergrund historischer und gesellschaftlicher Ereignisse liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie des kulturellen Gedächtnisses, die Funktionen musealer Institutionen im Wandel der Zeit, die Auswirkungen politischer Teilung auf kulturelle Infrastruktur sowie die moderne Kulturpolitik im 21. Jahrhundert.
Das Ziel ist eine Querschnittanalyse der Ursache-Wirkungs-Beziehungen, die die Berliner Museumslandschaft in verschiedenen historisch-gesellschaftlichen Etappen maßgeblich geprägt haben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, wissenschaftlichen Werken und Reiseführern, ergänzt durch die persönlichen Beobachtungen der Autorin und die Auswertung historischer Dokumente.
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Funktionen der Museen, die historische Entwicklung seit 1830, die schwierige Phase der Teilung sowie die Transformationen und neuen Strategien in der Kulturpolitik nach 1990.
Neben Berlin und der Museumslandschaft stehen Begriffe wie kulturelles Gedächtnis, Musealisierung, Erinnerungskultur und die politische Steuerung durch neue Kulturpolitik im Fokus.
Während im Westen die Museen verstärkt als kulturelle Oasen und Symbole der Freiheit dienten, wurden sie im Osten durch die SED-Regierung als Instrumente des sozialistischen Aufbaus und der politischen Propaganda instrumentalisiert.
Virtuelle Museen werden als Blick in die Zukunft gesehen, die einerseits den Zugang zu Sammlungen demokratisieren, andererseits aber auch Fragen hinsichtlich der Authentizität und der drohenden Kommerzialisierung aufwerfen.
Die Musealisierung wird als eine Form der bewussten Konservierung von Lebensspuren und kulturellen Werten begriffen, die notwendig ist, um das Gedächtnis der Gesellschaft zu bewahren und Identität zu stiften.
Das Jüdische Museum gilt als zentrales Symbol der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der Shoah, wobei die architektonische Form von Daniel Libeskind die Konfrontation mit der Vergangenheit physisch und emotional erlebbar macht.
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