Diplomarbeit, 2001
85 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. KURZE EINFÜHRUNG IN DEN RAHMEN DER ANALYSE
2.1. Die Diktatur in Argentinien
2.2. Die deutsch-argentinischen Beziehungen
2.2.1. Die Beziehungen der BRD zu Argentinien
2.2.2. Die Beziehungen der DDR zu Argentinien
3. DIE FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 1978 IM SPIEGEL DER DEUTSCHEN PRESSE
3.1. Die Situation der Presse in der BRD und der DDR
3.1.1. Die Presse in der BRD
3.1.2. Die Presse in der DDR
3.2. Auswahl und Einordnung der Periodika
3.3. Die Analyse der Berichterstattung
? Die Inhaltsanalyse
• Die statistische Analyse
• Die kategoriale Analyse
? Die semantische und diskursanalytische Textauswertung
• Diskursanalyse
• Semantische Analyse
3.3.1. Die statistische Analyse der Periodika
3.3.2. Die kategoriale Analyse der Periodika
3.3.3. Die semantische und diskursanalytische Textauswertung der Periodika
? Text: Manfred Neuber: „Argentinische Meßlatte”
? Text: Manfred von Conta: „Spiele auf doppeltem Boden“
? Texte: Werner Thomas: „Um mich herum geschieht kein Blutbad“; „Die Spur vieler Verschwundener verliert sich im Nichts“; „Buenos Aires gleicht nicht einer belagerten Festung“
? Text: Manfred von Conta: „Flüchtlinge – eingeholt von Angst“
? Text: Horizont: „Argentinien’78“
4. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch, wie die ost- und westdeutsche Presse die Fußballweltmeisterschaft 1978 in Argentinien und die damit einhergehende politische Situation der dortigen Militärdiktatur in ihrer Berichterstattung aufarbeitete. Ziel ist es, Unterschiede in der medialen Interpretation und Darstellung dieses Ereignisses in zwei verschiedenen politischen Systemen aufzuzeigen.
Die Diktatur in Argentinien
Als im März 1976 eine dreiköpfige Junta unter Jorge Rafael Videla (Heer), Emilio Eduardo Massera (Marine) und Orlando Ramón Agosti (Luftwaffe) die Macht in Argentinien übernahm, befand sich das Land im bürgerkriegsähnlichen Chaos. Guerillagruppen kämpften seit zwei Jahren gegen die Regierung von Isabel Perón, die ihrerseits mit rechtsgerichteten Militärs paktierte. Die Spannungen wurden durch eine brachliegende Wirtschaft, Inflationsraten von über 600%, Korruption und Vetternwirtschaft noch verstärkt.
Diese Zustände zu ändern, war nach eigenen Angaben die Absicht der putschenden Militärs. Ihr vehementes Vorgehen gegen die von ihnen stigmatisierten „Terroristen“ wurde zunächst von breiten Teilen der Bevölkerung begrüßt. Doch stellte sich die Militärherrschaft bald als die grausamste Diktatur Argentiniens heraus. Bis 1983 fielen ihr schätzungsweise 30.000 Menschen zum Opfer.
Obwohl Menschenrechtsorganisationen sehr früh auf diese Seite der Militärherrschaft aufmerksam machten, reagierten viele Staaten Europas und zunächst auch die USA anfänglich mit Erleichterung: die chaotischen Zuständen in Argentinien schienen beendet; es ging wieder „aufwärts“. Diese positiven Reaktionen hatten mehrere Ursachen. Zum einen „bannten“ die Militärs in den Augen der westlichen Öffentlichkeit die Gefahr eines „linken Terrors“. Das Militärregime selbst „rechtfertigte und verschleierte seine physische Gewalt durch einen öffentlichen Diskurs, in dem die christlichen und abendländischen Werte einen zentralen Stellenwert erhielten.“
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage, in der die Fußballweltmeisterschaft 1978 als Anlass dient, um das mediale Interesse an der politischen Realität der argentinischen Militärdiktatur zu untersuchen.
2. KURZE EINFÜHRUNG IN DEN RAHMEN DER ANALYSE: Analyse der politischen Hintergründe Argentiniens unter der Militärherrschaft sowie der deutsch-argentinischen Beziehungen von BRD und DDR.
3. DIE FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 1978 IM SPIEGEL DER DEUTSCHEN PRESSE: Untersuchung der medialen Berichterstattung in Ost- und Westdeutschland mit Fokus auf die angewandten Methoden der Inhalts- und Textanalyse.
4. FAZIT: Zusammenfassender Vergleich der Ergebnisse, der aufzeigt, wie unterschiedlich die Ereignisse in den verschiedenen Mediensystemen interpretiert und dargestellt wurden.
Fußballweltmeisterschaft 1978, Argentinien, Militärdiktatur, Presseberichterstattung, Inhaltsanalyse, DDR, BRD, Sport und Politik, Menschenrechte, Repression, Diskursanalyse, Propaganda, Medienvergleich, Süddeutsche Zeitung, Neues Deutschland.
Die Arbeit untersucht, wie die ost- und westdeutsche Presse im Jahr 1978 über die Fußballweltmeisterschaft in Argentinien berichtete und ob sie dabei auch den politischen Hintergrund der dortigen Militärdiktatur thematisierte.
Im Zentrum stehen die Kontraste zwischen der Berichterstattung der BRD und der DDR, der Einfluss politischer Systeme auf den Journalismus sowie die methodische Analyse von Pressebeiträgen.
Das Ziel ist es, durch einen Medienvergleich aufzuzeigen, wie ein und dasselbe Ereignis unter unterschiedlichen politischen Bedingungen medial interpretiert und dargestellt wird.
Die Autorin nutzt die Inhaltsanalyse für einen quantitativen Überblick sowie die Diskursanalyse und semantische Textauswertung für eine qualitative Untersuchung einzelner Artikel.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung Argentiniens, die Analyse der Presselandschaft in Ost und West sowie eine detaillierte methodische Auswertung von Zeitungsbeiträgen.
Wichtige Begriffe sind Argentinien, Militärdiktatur, WM 1978, DDR-Presse, BRD-Presse, Menschenrechte und Medienmanipulation.
Während die westdeutsche Presse (insbesondere die Süddeutsche Zeitung) die politische Situation kritisch beleuchtete, war die DDR-Presse staatlich gelenkt und sparte die kritischen Hintergründe zur Militärdiktatur nahezu vollständig aus.
Dieser Begriff wird genutzt, um zu analysieren, wie das Regime und die Presse die Zeit vor dem Putsch von 1976 als Begründung für die gewaltsame Machtübernahme und Repression instrumentalisierten.
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