Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 2.3
1. Einleitung
2. Sehnsucht und kontrastierende Symbolik im Werk Eichendorffs
2.1 Die „alte, schöne Zeit“ – Heimweh und Fernweh
2.2 Morgen, Morgenröte und Licht versus Nacht und Dunkelheit
2.3 Symbolik des Raumes und der Landschaft
2.4 Die Polarität der Frauenfiguren
3. Ausblick
Die Arbeit analysiert das zentrale Gefühl der Sehnsucht im Werk Joseph von Eichendorffs und untersucht, wie der Dichter durch kontrastierende Symbolik – insbesondere im Hinblick auf Raum, Zeit, Licht und Frauenfiguren – nach einer höheren Balance und Einheit strebt. Ziel ist es aufzuzeigen, dass Eichendorffs Werk trotz seiner romantischen Motive eine tieferliegende, zeitlose Suche nach einem metaphysischen Urzustand widerspiegelt.
2.1 Die „alte, schöne Zeit“ – Heimweh und Fernweh
Lyrik und Erzählungen Eichendorffs sind durchzogen von Menschen, welche hinaus in die Ferne ziehen, weil sie Sehnsucht, also Fernweh, verspüren. In der Ferne erleben sie Abenteuer und ein gewisses Maß an Sehnsucht wird befriedigt. Jedoch endet das Abenteuer oftmals damit, dass die Figur sich nach langem Aufenthalt in der Ferne, welcher sich durchaus positiv, bunt und aufregend gestaltet, nach der Heimat sehnt. Oftmals wird diese Heimat dann nach einer langen Rückreise erreicht, nur damit festgestellt werden kann, dass die Eltern tot sind, Haus und Hof verkauft, und dass die betreffende Figur nun auf der Welt keinen Halt und keine Heimat mehr besitzt. Eichendorff selbst machte diese Erfahrung durch, ein Leben lang verarbeitete er die Tatsache, dass seine Kindheit und der Ort seiner glücklich verlebten Kindheit verloren waren und nicht mehr existierten.
Die Erfahrung der verlorenen Kindheit muss jeder Mensch machen, sie ist unausweichlich, Eichendorff schien sie bis zu seinem Tode zu beschäftigen. Einem Sprichwort Jean Pauls zufolge ist „die Erinnerung […] das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.“ Eichendorff schien sich dieser Tatsache oft schmerzlich bewusst zu sein. In dem Gedicht Letzte Heimkehr wird die Sehnsucht nach der Heimat und der letzte Gang des Menschen in diese himmlische Heimat symbolisch beschrieben.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Eichendorff als einen Dichter vor, dessen Werk oft auf Klischees reduziert wird, und formuliert die Absicht, die dahinterliegende Sehnsucht und die Suche nach Einheit in seinem Schaffen aufzuzeigen.
2. Sehnsucht und kontrastierende Symbolik im Werk Eichendorffs: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung der Natur und die für Eichendorff typische "Hieroglyphenschrift" als symbolische Sprache, die den Menschen mit einer höheren Ordnung verbindet.
2.1 Die „alte, schöne Zeit“ – Heimweh und Fernweh: Hier wird untersucht, wie die Erfahrung des Verlustes der Heimat und Kindheit Eichendorffs Werk prägt und wie sich die Sehnsucht nach dem Urzustand sowohl in der Lyrik als auch in der existentiellen Erfahrung manifestiert.
2.2 Morgen, Morgenröte und Licht versus Nacht und Dunkelheit: Dieses Kapitel analysiert das ambivalente Verhältnis des Dichters zur Nacht und die kontrastierende Symbolik des Lichts, das für Eichendorff meist eine christlich geprägte Ordnung und Erlösung darstellt.
2.3 Symbolik des Raumes und der Landschaft: Die Untersuchung zeigt auf, dass Eichendorff Räume weniger geografisch als vielmehr als Landschaften der Seele nutzt, in denen Enge und Weite, Höhe und Tiefe das innere Befinden spiegeln.
2.4 Die Polarität der Frauenfiguren: Dieses Kapitel widmet sich dem Dualismus von Venus und Maria als Projektion der inneren Zerrissenheit des Dichters zwischen sinnlicher Lebenslust und christlicher Frömmigkeit.
3. Ausblick: Der Ausblick fasst zusammen, dass Eichendorffs Werk aufgrund seiner authentischen Auseinandersetzung mit der menschlichen Sehnsucht nach Geborgenheit zeitlose Gültigkeit besitzt.
Eichendorff, Sehnsucht, Romantik, Symbolik, Heimweh, Fernweh, Naturverbundenheit, Polarität, Venus und Maria, christliche Metaphysik, Urzustand, Licht und Dunkelheit, Raum und Landschaft, Identität, Kindheit
Die B.A.-Arbeit analysiert das Werk Joseph von Eichendorffs im Hinblick auf das zentrale Motiv der Sehnsucht und die dabei eingesetzte kontrastierende Symbolik.
Die Arbeit behandelt die Polarität von Heimat und Fremde, das Verhältnis von Natur und Seele, die christlich-religiöse Prägung sowie die Darstellung von Licht- und Schattenseiten im Werk.
Das Ziel ist es zu zeigen, dass Eichendorff trotz der starken Polarität in seinem Werk stets nach Balance, Einheit und einem "Urzustand" strebte, der religiös im Jenseits verortet ist.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Interpretation, bei der Lyrik und Prosa Eichendorffs unter Einbeziehung von Sekundärliteratur auf ihre inhaltliche Symbolik und ihre metaphysische Dimension hin analysiert werden.
Im Hauptteil werden zentrale Gegensatzpaare wie Heimweh/Fernweh, Licht/Dunkelheit sowie die raum- und frauenspezifische Symbolik (Venus vs. Maria) detailliert interpretiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sehnsucht, Polarität, Romantik, Identität, christliche Transzendenz und die Symbolik des Urzustands charakterisiert.
Die Venus fungiert als dämonische, verführerische Figur, die für eine ungebundene Sinnlichkeit und eine Gefahr für das Seelenheil steht, gegen die sich das lyrische Ich entscheiden muss.
Für Eichendorff ist die Natur kein bloßes Objekt der Beobachtung, sondern eine magische, beseelte Welt und ein Kunstwerk Gottes, das im ständigen Dialog mit der menschlichen Seele steht.
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