Bachelorarbeit, 2024
57 Seiten, Note: 2,0
1.Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2.1 Die Eroberung Konstantinopels 1453
2.2 Die Expansion der Osmanen ab 1453
2.3 Die Erste Wiener Türkenbelagerung 1529
3. Die Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683
3.1 Osmanische Perspektive
3.1.1 Tagebuch des Zeremonienmeisters der Hohen Pforte ,Die Ereignisse um Wien‘
3.1.2 Wahrnehmung und Deutung der Belagerung
3.2 Deutsche Perspektive
3.2.1 Die Augenzeugenberichte
3.2.2 Wahrnehmung und Deutung der Belagerung
4. Vergleichspunkte
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die zeitgenössischen Wahrnehmungen und Deutungen der Zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683 aus osmanischer und deutscher Perspektive, um bisher unzureichend beleuchtete kulturelle und politische Kontexte der Berichterstattung aufzuzeigen.
3.1.2 Wahrnehmung und Deutung der Belagerung
Vom 10. bis 14. Juli 1683 entfaltete sich der entschlossene Marsch der osmanischen Armee unter der Führung des Großwesirs Kara Mustafa auf Wien. Im Tagebuch des Zeremonienmeisters wird am 11. Juli eine Festung als besonders widerstandsfähig beschrieben, die einer zwanzigtägigen Belagerung standhalten könnte. Doch bereits am ersten Tag brach der Widerstand, den der Zeremonienmeister als „Allahs Gnade“ beschreibt, welche „die Herzen der Giauren“ von Schrecken erfüllte. Der Eintrag nimmt direkt Bezug auf die Religion, indem der Erfolg unmittelbar dem Willen ,Allahs‘ zugeschrieben wird. Diese Siege wurden als Zeichen göttlicher Unterstützung gedeutet, die den Osmanen scheinbar unaufhaltsame Erfolge verschaffte. Der Zeremonienmeister betont weiterhin religiös: „Allah sei Dank – die Zahl der eroberten Palanken und Burgen hat bereits hundert überschritten!“ Solche Aussagen förderten nicht nur den Glauben an eine göttlich geführte Mission, sondern stärkten auch psychologisch die Kampfbereitschaft der Soldaten.
Am 12. Juli dokumentiert der Eintrag die Ankunft in Wildungsmauer und die Vorführung zweihundert Köpfen und zehn Gefangenen, was die Brutalität und Effizienz, mit der Großwesir Kara Mustafa seinen Feldzug führte, unterstreicht. Die Belohnung von Boten und die Honorierung von Leistungen mit „Ehrengewand [...] [und] Geldgeschenke“ spiegeln die osmanische Taktik wieder, Erfolge zu belohnen und die Moral der Truppen aufrechtzuerhalten. Der Eintrag endet mit einem Dank an Allah und verweist auf die erzielten Siege sowie die Niederlage der Glaubensfeinde. Die Osmanen waren fest überzeugt, dass der Sieg ihnen sicher war, da Allah ihnen durch ihre Erfolge Zeichen seiner Unterstützung gab.
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der Zweiten Wiener Türkenbelagerung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Vergleich der osmanischen und deutschen Perspektiven.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert die Expansionsgeschichte des Osmanischen Reiches seit der Eroberung Konstantinopels 1453 bis zur Ersten Wiener Türkenbelagerung 1529.
3. Die Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683: Das Hauptkapitel analysiert die Ereignisse von 1683 anhand osmanischer und deutscher Primärquellen und untersucht deren spezifische Wahrnehmungs- und Deutungsmuster.
4. Vergleichspunkte: In diesem Kapitel werden die zuvor erarbeiteten Wahrnehmungsmuster der beiden Konfliktparteien gegenübergestellt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die starke religiöse Prägung der Deutungen auf beiden Seiten.
Zweite Wiener Türkenbelagerung, Osmanisches Reich, Kara Mustafa, Kulturgeschichte, Wahrnehmungsgeschichte, Quellenanalyse, Tagebuch, Augenzeugenberichte, Religionsgeschichte, Identitätsbildung, Mission, 1683, Wien, Interkulturalität, Kriegführung.
Die Arbeit untersucht die Zweite Wiener Türkenbelagerung von 1683 aus der vergleichenden Perspektive zweier gegnerischer Kulturen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der osmanischen Selbstdarstellung durch offizielle Dokumente und der subjektiven Wahrnehmung der Wiener Bevölkerung anhand von Augenzeugenberichten.
Die Arbeit möchte klären, wie sich die Wahrnehmung und Deutung der Belagerung in osmanischen Aufzeichnungen und deutschen Berichten unterscheidet und welche Absichten hinter dieser Berichterstattung standen.
Es wird eine kulturgeschichtliche Analysemethode angewandt, um Wahrnehmungs-, Deutungs- und Wirkungsmuster in den historischen Dokumenten freizulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der osmanischen und der deutschen Perspektive, wobei jeweils die jeweiligen Quellen und deren Interpretation analysiert werden.
Kernbegriffe sind die Wiener Belagerung, Osmanisches Reich, Wahrnehmungsgeschichte und der Vergleich historiographischer Quellen.
Die religiöse Deutung ist zentral, da Erfolge konsequent als Zeichen göttlicher Unterstützung durch Allah interpretiert und Niederlagen als göttliches Schicksal begründet wurden.
Deutsche Quellen sind oft stärker durch die unmittelbare psychologische Belastung, Ängste der Zivilbevölkerung und die emotionale Schilderung des Leids geprägt.
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