Examensarbeit, 2009
115 Seiten, Note: 1,0
1. Vorüberlegungen
1.1 Einordnung des Themas
1.2 Thema
1.3 Ziel der Arbeit
2. Theoretische Fundierung
2.1 „Geschichte denken statt pauken“
2.1.1 Historische Kompetenz: Basisoperationen historischen Denkens
2.1.2 De-Konstruktion von Geschichte(n)
2.2 Filme im Geschichtsunterricht
2.2.1 Filme de-konstruieren, Filme analysieren?
2.2.2 Medienkompetenz
2.3 Methodenkompetenz und FUER Geschichtsbewusstsein
3. Planungsüberlegungen
3.1 Einordnung
3.2 Bedingungsanalyse
3.3 Sachanalyse
3.4 Didaktisch-methodische Überlegungen
4. Reflexion
4.1 Evaluation
4.2 Ziel-Ergebnis-Vergleich
Ziel der Arbeit ist es, die Medienkompetenz von Schülern des Leistungskurses 11 durch die kritische De-Konstruktion des NS-Propagandafilms „Bismarck“ (1940) zu befördern und die Schüler zu einem reflektierten Geschichtsbewusstsein zu führen.
1 Vorüberlegungen
Die Spielfilme der Weimarer Zeit und dem Nationalsozialismus, die Friedrich dem Großen gewidmet wurden, sind immens. Die Friedrichbeschwörung gipfelte 1942 in „Der große König“. Bis zum heutigen Tage existieren aus dieser Zeit im Gegensatz zu Friedrich II. nur zwei Bismarck-Tonfilme des Regisseurs Wolfgang Liebeneiner (1905 – 1987). Sein Auftraggeber, Joseph Goebbels, nahm in den Filmen zahlreiche Schnittkorrekturen und Drehbuchänderungen vor. Mit „Bismarck“ (1940) und „Die Entlassung“ (1942) rückte der Reichsgründer in die immer wieder hervorgehobene „historische Linie“, die sich den Deutschen einbrennen sollte: Friedrich der Große – Bismarck – Hitler. Bismarcks Werk der deutschen Einigung sollte im Großdeutschen Reich aufgehen. Jede Szene in „Bismarck“ atmet die Propaganda ihrer Auftraggeber. Da sie volkstümlich sein sollte und sich auf die „Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten“ einstellen musste, war der Siegeszug des Filmes durch die Kinos wohldurchdachtes Kalkül. Gerade weil diese Filme noch heute nicht unerheblich das Geschichtsbild über Bismarck prägen und Einfluss auf die Frage nach der nationalen Identität der Deutschen ausüben, indem sie in dritten Programmen von Zeit zu Zeit als Abendunterhaltung ausgestrahlt und kommerziell vertrieben werden, bleibt die Auseinandersetzung mit Propaganda- und Unterhaltungsfilmen der NS-Zeit wichtig, um ihrer einschüchternden Art in Form der Autorität von Geschichte und Mythisierung des Vergangenen entgegenzuwirken.
1. Vorüberlegungen: Die Einleitung beleuchtet die propagandistische Rolle historischer Spielfilme in der NS-Zeit und definiert das Ziel, durch eine kritische Filmanalyse eine bewusste Distanz zu mythisierenden Darstellungen zu schaffen.
2. Theoretische Fundierung: Dieser Teil legt die fachdidaktischen Grundlagen für das „historische Denken“ fest und diskutiert die Methoden der Re- und De-Konstruktion zur Beförderung von Medienkompetenz.
3. Planungsüberlegungen: Hier werden die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Bedingungsanalyse der Schülerschaft sowie die fachwissenschaftlichen und didaktisch-methodischen Strategien zur Durchführung des Filmworkshops erarbeitet.
4. Reflexion: Der Autor evaluiert den tatsächlichen Verlauf des Workshops, identifiziert Diskrepanzen zwischen Planung und Durchführung und reflektiert den Erkenntnisgewinn der Schüler sowie methodische Fehlentscheidungen.
De-Konstruktion, Film, Medienkompetenz, Geschichte, Geschichtsbewusstsein, Nationalsozialismus, Bismarck, Propaganda, Filmanalyse, Historischer Historienfilm, Identität, Preußenkult, Methodenkompetenz, Geschichtskultur, Unterrichtsplanung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Dekonstruktion von historischem Filmmaterial im Unterricht, um Schülern ein kritisch-reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu vermitteln.
Im Zentrum stehen der Umgang mit NS-Propagandafilmen, die De-Konstruktion von Geschichtsmythen und die Förderung fachdidaktischer Kompetenzen im Geschichtsunterricht.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob Schüler durch die gezielte De-Konstruktion des Spielfilms „Bismarck“ in der Lage sind, propagandistische Wirkmechanismen zu erkennen und zu artikulieren.
Die Arbeit nutzt als fachdidaktisches Kerninstrument die Methoden der Re- und De-Konstruktion, basierend auf dem Kompetenz-Struktur-Modell (FUER).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Unterrichtsplanung und eine kritische Reflexion über die tatsächliche Durchführung der Filmanalyse mit Schülern.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Medienkompetenz, historische De-Konstruktion, NS-Propaganda, Bismarck-Filme, Geschichtskultur und reflektiertes Geschichtsbewusstsein.
Der Autor stellt fest, dass das Filmprotokoll für eine erstmalige Filmanalyse zu komplex und zu lang war, was die Konzentration der Schüler minderte und die eigentliche De-Konstruktionsarbeit behinderte.
Unvorhergesehene organisatorische Änderungen (Klausurkonsultation) führten zu einer erheblichen Zeitnot und Hektik, was das Ziel eines ruhigen und ununterbrochenen Arbeitsprozesses unmöglich machte.
Es dient der kritischen Untersuchung der Intermedialität, um zu zeigen, wie der Film ein bekanntes Historiengemälde für eigene propagandistische Zwecke instrumentalisiert und historisch verzerrt.
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