Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Hexen, Frauen und das Andere
2.1 Die Frau als das Andere in feministischer Theorie
2.2 The Weird Sisters – das Andere in Macbeth
2.3 the… other one: Pratchetts Wyrd Sisters
3. Stereotype Weiblichkeitsentwürfe und deren Subversion
3.1 Mutterschaft als Mittel zur Unterdrückung oder Selbstermächtigung?
3.2 The Weird Sisters und Lady Macbeth als Macbeths (Anti)Mütter
3.3 Mütterlichkeit bei Pratchett
4. Genderperformanz und Narrative Kausalität
4.1 Genderperformanz bei Butler
4.2 Geschlechterrollen bei Lord und Lady Macbeth
4.3 Materialisation und performatives Theater bei Pratchett
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Subversion von Weiblichkeitsentwürfen anhand der Hexenfiguren in Shakespeares Macbeth und Pratchetts Wyrd Sisters. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch den intertextuellen Vergleich und die Anwendung feministischer Theorien – insbesondere von Beauvoir, Cixous und Butler – stereotype Genderrollen hinterfragt und parodistisch aufgebrochen werden.
The Weird Sisters – das Andere in Macbeth
“What are these? So withered and so wild in their attire, [t]hat look not like the inhabitants of the earth (eigene Kennzeichnung), [a]nd yet are on’t?”50 fragt Banquo, als er die drei Gestalten erblickt, die sich selbst die ‚weird sisters‘51 nennen, und bemerkt im selben Absatz: „You should be women, [a]nd yet your beards forbid me to interpret [t]hat you are so.“52 Shakespeares Weird Sisters sind also auf den ersten Blick als ‚unnatürlich‘ erkennbar, sie sind im eindeutigen System der binären Oppositionen nicht klar zu verorten. Zwar sehen sie nicht wie Erdbewohner aus und haben auch körperliche Eigenschaften, die im Bereich des Irrealen liegen (wie etwa, sich in Luft aufzulösen53), sind jedoch dennoch anwesend und können somit nicht eindeutig in das Gegensatzpaar Real-Imaginär eingeordnet werden. Auch das System maskulin-feminin scheint auf sie aufgrund ihrer äußeren Erscheinung nicht anwendbar.
Spricht man mit der Terminologie Cixous‘, kann aus der Ambiguität der drei Schwestern geschlossen werden, dass diese die eindeutige Zuordnung des patriarchal geprägten binären Systems schwächt, was nach Cixous auch die écriture feminine leistet. In einer differenzfeministischen Lesart stellen die Weird Sisters also subversive Elemente dar, die sich außerhalb der binären Normen bewegen und über das Potential verfügen, hierarchische Strukturen aufzubrechen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Magie und Hexerei in der Literatur sowie Vorstellung des Forschungsinteresses an den Weird Sisters und Wyrd Sisters.
2. Hexen, Frauen und das Andere: Theoretische Grundlegung des Konzepts der Frau als „Anderes“ bei Beauvoir und Cixous sowie erste Analyse von Macbeth.
3. Stereotype Weiblichkeitsentwürfe und deren Subversion: Analyse der Rolle der Mutter und der Antimutter bei Shakespeare und deren parodistische Spiegelung bei Pratchett.
4. Genderperformanz und Narrative Kausalität: Anwendung von Butlers Performativitätstheorie auf die Geschlechterrollen und die Materialisierung von Identität.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Subversion stereotypen Rollenverhaltens durch Literatur und komische Distanz.
Weiblichkeitsentwürfe, Subversion, Macbeth, Wyrd Sisters, Simone de Beauvoir, Hélène Cixous, Judith Butler, Hexenfigur, Feministische Literaturtheorie, Genderperformanz, Antimutter, Comic Fantasy, Dekonstruktion, Patriarchat, Mütterlichkeit.
Die Arbeit analysiert, wie literarische Darstellungen von Hexen – von Shakespeares Macbeth bis zu Pratchetts Wyrd Sisters – genutzt werden, um traditionelle Weiblichkeitsentwürfe darzustellen, zu festigen oder zu untergraben.
Die zentralen Themen umfassen feministische Theorie (Gleichheits-, Differenz- und spiritueller Feminismus), das Konzept der Mutterschaft, Genderperformanz und die parodistische Nutzung des Fantasy-Genres.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Pratchett durch den Vergleich mit Shakespeare und den Einsatz komischer Effekte stereotype Rollenbilder dekonstruiert, während Macbeth diese eher reproduziert.
Die Autorin verwendet eine feministisch-literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf die Theorien von Simone de Beauvoir, Hélène Cixous, Judith Butler und Michel Foucault.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Analyseschritte: Die Verortung der Frau als „Anderes“, die kritische Betrachtung von Mütterlichkeit als soziales Konstrukt und die Untersuchung von Geschlechterrollen durch das Konzept der Performativität.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Weiblichkeitsentwürfe, Subversion, Genderperformanz, Dekonstruktion und die Gegenüberstellung von Patriarchat und weiblicher Selbstermächtigung aus.
Während bei Shakespeare die Hexen als bedrohliches „Anderes“ und dämonisierte Antimütter fungieren, nutzt Pratchett komische Elemente und „Headology“, um diese Stereotype zu normalisieren und die Hexen zu eigenständigen, handelnden Subjekten zu machen.
„Headology“ bezeichnet die psychologische Manipulation, durch die Pratchetts Hexen ihre Ziele verfolgen, anstatt sich auf übernatürliche Magie zu verlassen, was ihre menschliche Agency stärkt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

