Bachelorarbeit, 2011
150 Seiten, Note: 1,2
1 Thematik und Aufbau der Arbeit
1.1 Thematik und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Informationsverhalten
2.1 Konsumenten-Wissen
2.1.1 Modales Gedächtnismodell
2.1.2 Das Langzeitgedächtnis
2.1.3 Das Arbeitsgedächtnis
2.2 Informationsaufnahme
2.2.1 Interne und externe Informationsaufnahme
2.2.2 Aktive Informationsaufnahme
2.2.3 Involvement und Aktivierung
2.3 Kaufentscheidungsprozess
2.3.1 Allgemeines Kaufentscheidungsmodell
2.3.2 Kaufentscheidungsprozess nach Engel, Kollat, Blackwell
2.3.3 Entscheidungsmodelle nach Mazanec und ihre Bedeutsamkeit im Versicherungsgeschäft
3 Charakteristika des Versicherungsmarkts
3.1 Definition der Markleistung „Versicherung“
3.1.1 Versicherungsleistung als Unique Selling Proposition
3.1.2 Spezifika von Versicherungsprodukten
3.2 Empfängerbezogene Perspektive
3.2.1 Kenntnisstand der Versicherungskonsumenten
3.2.2 Interesse für Versicherungsprodukte
3.3 Ausprägungen des Informationsmangels
4 Studentische Zielgruppe
4.1 Besonderheiten von Studierenden
4.1.1 Einnahmen
4.1.2 Ausgaben
4.1.3 Beratungs- und Informationsbedarf
4.1.4 Einstieg in den Beruf
4.2 Umfang der Sozialversicherung
4.2.1 Krankenversicherung
4.2.2 Unfallversicherung
4.3 Versicherungsbedarfs von Studenten
4.3.1 Gesetzliche Unfallversicherung
4.3.1.1 Gefahrenpotential durch Unfall
4.3.1.2 Absicherungsmöglichkeit
4.3.2 Gesetzlicher Versicherungsschutz bei Minderung der Erwerbsfähigkeit
4.3.2.1 Gefahrenpotential durch Erwerbsminderung
4.3.2.2 Absicherungsalternativen
4.3.2.3 Studentenklausel
5 Empirische Analyse zum Informationsverhalten
5.1 Stand der Forschung
5.2 Hypothesen
5.3 Forschungsdesign
5.3.1 Wahl der Methode
5.3.2 Vor- und Nachteile der Online-Befragung
5.4 Konzeption des Fragebogens
5.5 Testung der Hypothesen / Interpretation
6 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Informationsverhalten von Studierenden in Bezug auf Versicherungsprodukte. Ziel der Arbeit ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Studierende Informationen über Versicherungen beschaffen, interpretieren und wie diese den Kaufentscheidungsprozess beeinflussen, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für das Versicherungsmarketing abzuleiten.
2.1.2 Das Langzeitgedächtnis
Das gespeicherte Vorwissen ist verantwortlich, welche aus Umwelt stammenden Reize aufgenommen, interpretiert und weiterverarbeitet werden. Die Forschung zum Langzeitgedächtnis (Buchner und Brandt, 2008) vertritt zwei Ansätze.
(1) Zum einen der „systemorientierte Zugang“ zum Langzeitgedächtnis, der sich mit der Frage wie das Gedächtnis organisiert ist beschäftigt.
(2) Zum andern setzt sich der sogenannte „prozessorientierte Zugang“ mit den Gedächtnisprozessen auseinander.
Zu (1): Systemorientierte Zugang zum Langzeitgedächtnis
Das Langzeitgedächtnis umfasst das deklarative sowie das nondeklarative System. Während das deklarative System „verbal berichtbare Episoden und Wissensbestände“ umfasst, werden im nondeklarativen System eine „Vielzahl von Situationen, in denen sich Erfahrungsnachwirkungen zeigen, auch wenn diese nicht berichtet werden können“ gespeichert.
Ein Beispiel: Ein Student kauft sich ein Textverarbeitungsprogramm. Die Bedienung dieses Programm macht ihm zunächst große Schwierigkeiten. Der Student kauft sich daraufhin ein Handbuch, und lernt nach dieser Anleitung das Programm zu bedienen. Er eignet sich auf diesem Weg „verbalisiertes Wissen“ über Fakten zur Handhabung des Programms an. In dieser Phase ist es dem Studenten noch möglich seinen Kommilitonen die Handhabung dieses Programms zu erklären. Ein paar Monate später beherrscht der Student das Programm perfekt. Nach einer Anfrage eines Kommilitonen, wie eine bestimmte Funktion zu nutzen sei, ist es ihm jedoch nicht mehr möglich dies verbal zu kommunizieren. Er muss den Ablauf am Computer zeigen. An dieser Stelle hat ein Anteil nondeklaratives Wissen den Platz des deklarativen Wissens eingenommen.
Innerhalb des deklarativen Systems unterscheidet man zwischen episodischen Wissen und semantischem Wissen. Das semantische Wissen bezieht sich ausschließlich auf Faktenwissen ohne zeitlichen oder räumlichen Bezug. Hierbei werden Gedächtnis-Inhalte wie die Eigenschaft einer Marke, oder die Bedeutung eines Wortes zusammengefasst. (z.B.: „Allianz ist eine Versicherung“). Beim erstgenannten Terminus, dem episodischen Wissen, werden persönlich erfahrene, räumlich und zeitlich festgelegte Ereignisse gespeichert. (z.B.: Nach einem Autounfall wurde man bestens von der Telefonhotline des Versicherers unterstützt.)
1 Thematik und Aufbau der Arbeit: Einleitung in die Relevanz des Versicherungsmarktes und Darstellung der Forschungsziele sowie der Struktur der Arbeit.
2 Informationsverhalten: Theoretische Darstellung kognitiver Prozesse, Wissensstrukturen und Kaufentscheidungsmodelle im Kontext der Konsumentenentscheidung.
3 Charakteristika des Versicherungsmarkts: Analyse der Besonderheiten des Versicherungsproduktes und des Informationsbedarfs aus Sicht der Kunden.
4 Studentische Zielgruppe: Untersuchung der ökonomischen Situation von Studierenden sowie des gesetzlichen Sozialversicherungsschutzes und möglicher Versicherungslücken.
5 Empirische Analyse zum Informationsverhalten: Vorstellung des Forschungsdesigns und Interpretation der Ergebnisse der durchgeführten Online-Befragung bei Studierenden.
6 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Versicherungsunternehmen.
Informationsverhalten, Versicherungen, Studierende, Kaufentscheidungsprozess, Involvement, Sozialversicherung, Versicherungsbedarf, Online-Befragung, Kundenbindung, Produktwissen, Informationsaufnahme, Versicherungsmarketing, Konsumentenpsychologie, Berufsunfähigkeit, Studienpolice.
Die Arbeit untersucht das Informationsverhalten von Studierenden bei der Auseinandersetzung mit Versicherungsprodukten, um die Kommunikationsstrategien von Versicherungen für diese Zielgruppe zu optimieren.
Die zentralen Felder umfassen die konsumentenpsychologischen Grundlagen (Gedächtnis, Involvement), die spezifischen Eigenschaften von Versicherungsprodukten sowie die ökonomische Situation und den Absicherungsbedarf von Studierenden.
Das Ziel ist es, Erkenntnisse über die Informationsbeschaffung und -verarbeitung von Studierenden zu gewinnen, um die Effektivität von Versicherungsansprachen zu verbessern.
Es wurde eine empirische Primärerhebung in Form einer standardisierten Online-Befragung durchgeführt, um quantitative Daten über die studentische Einstellung zu Versicherungen zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Informationsverhaltens, eine Marktanalyse, eine detaillierte Betrachtung der studentischen Lebensverhältnisse sowie die Auswertung der eigenen empirischen Studie.
Typische Begriffe sind Informationsverhalten, Involvement, studentische Zielgruppe, Versicherungsschutz, Kaufentscheidungsprozess und empirische Analyse.
Die Arbeit zeigt, dass klassische Werbebotschaften oft ihre Wirkung verfehlen und Studierende aufgrund des geringen Involvements eine persönliche, „mundgerecht“ aufbereitete Beratung bevorzugen.
Der Autor schlägt ein „Kombiprodukt“ in Form einer sogenannten Studienpolice vor, die Finanzierungsbausteine mit notwendigem Versicherungsschutz verbindet, um den Bedarf der Studierenden direkt zu decken und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.
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