Magisterarbeit, 2002
102 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1. Fragestellung
2. Literatur
3. Quellenlage
II. Die Narbonnensis 1179
1. Die Herrschaftsverhältnisse
2. Die Stellung der einzelnen Bischöfe
3. Die Einflüsse der Kirchenreform
4. Religiöse Entwicklungen
III. Das Papsttum und die Narbonnensis
1. Der Kampf gegen die Häresie
a) Pastorale Maßnahmen
b) Repressive Maßnahmen
c) Probleme der Umsetzung
d) Die Wende der Jahre 1178 – 1181 im Midi
2. Päpstliche Präsenz im Languedoc
a) Der Pontifikat Innozenz’ III.
b) Legatentätigkeit
c) Personelle Eingriffe in die Hierarchie
IV. Der Kreuzzug Montforts
1. Der Aufruf
a) Der Ruf nach dem König
b) Der Charakter des Krieges
c) Der Verlauf des Kreuzzuges Montforts
2. Die Bischöfe und der Kreuzzug
a) Unterstützung durch die Kirche
b) Unterstützung für die Kirche
c) Konflikte
V. Die Bischöfe und das Königtum
1. Die Bischöfe zwischen Aragon und Frankreich
a) Das aragonesische Zwischenspiel
b) Lateran IV – Entscheidung für Frankreich
c) Anlehnung an den französischen König
2. Das Königtum im Languedoc
a) Die Zeit bis Ludwigs VII.
b) Philipp II. Augustus
c) Ludwig VIII.
d) Blanka von Kastilien
3. Der Preis für den Anschluss an den Norden
a) Die Verträge von Meaux und Paris
b) Der Languedoc nach 1229
c) Königlicher / päpstlicher Zugriff auf den Episkopat
VI. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Entwicklung der Bischöfe der Kirchenprovinz Narbonne im Spannungsfeld zwischen dem Papsttum und dem französischen Königtum während der Albigenserkriege (1179–1229). Zentrale Forschungsfrage ist, wie die südfranzösischen Prälaten auf die einschneidenden politischen und religiösen Veränderungen reagierten und wie sie ihre Beziehungen zu den übergeordneten Mächten in Rom und Paris neu gestalteten, um ihre Stellung sowie die kirchlichen Strukturen in dieser turbulenten Epoche zu sichern.
1. Fragestellung
En réalité, ce fut le clergé méridional qui livra à Louis VIII les clés du Languedoc hérétique. Mit dieser Feststellung beschreibt Petit-Dutaillis die Rolle des Klerus während der Ereignisse des 13. Jahrhundert, die zum Anschluss des Languedoc an das französische Königtum führten. Im Blickpunkt der folgenden Erörterungen sollen die Bischöfe Südfrankreichs stehen; und zwar sowohl hinsichtlich ihrer Beziehungen zum französischen Königtum, als auch zum Papsttum. Die Entwicklung der Beziehungen des Erzbischofs von Narbonne sowie seiner Suffragane, den Bischöfen von Agde, Béziers, Carcassonne, Elne, Lodève, Maguelonne, Nîmes, Toulouse und Uzès zu den beiden ihnen einerseits im weltlichen, andererseits im geistlichen Bereich übergeordneten Mächten sind gerade in den Jahren zwischen 1179 und 1229 von besonderem Interesse, da sich zu dieser Zeit einschneidende Veränderungen in der Geschichte Frankreichs und der Kirche insgesamt beobachten lassen.
Ein langer Zeitabschnitt dieser 50 Jahre fällt in die Regierungszeit von König Philipp Augustus (1180-1223). Zu seiner Zeit war der Episkopat nicht mehr das, was er in den ersten Jahren des Feudalismus noch gewesen war. Die Bischöfe hatten viel von ihrer weltlichen und selbst von ihrer geistlichen Vorherrschaft verloren. Zwei Mächte wollten sich den Episkopat unterwerfen: Papst und König.
Der königliche Zugriff auf den Languedoc unterlag im Betrachtungszeitraum tiefgreifenden Veränderungen. Die genannten südfranzösischen Bistümer befanden sich um 1200 im weltlichen Machtbereich der Vizegrafschaften des Hauses Trencavel und vor allem der mächtigen Grafschaft Toulouse. Diese aber war das letzte große Lehen, das an die Krone Frankreichs gefallen ist, so dass der Languedoc um 1270, gemäß den Verträgen von Meaux und Paris 1229, vollständig in der Krondomäne des französischen Königtums aufgegangen war.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein und erläutert die Bedeutung der Rolle des Klerus für den Anschluss des Languedoc an Frankreich.
II. Die Narbonnensis 1179: Dieses Kapitel analysiert die herrschaftliche und religiöse Ausgangslage in Südfrankreich zu Beginn des Untersuchungszeitraums.
III. Das Papsttum und die Narbonnensis: Das Kapitel befasst sich mit der päpstlichen Strategie der Ketzerbekämpfung und dem Versuch, den Gehorsam der lokalen Bischöfe zu erzwingen.
IV. Der Kreuzzug Montforts: Hier wird der Verlauf des Albigenserkreuzzuges und die aktive Unterstützung durch die Bischöfe und päpstliche Legaten beleuchtet.
V. Die Bischöfe und das Königtum: Dieses Kapitel behandelt die strategische Anlehnung der Bischöfe an die französische Krone, um sich gegen den lokalen Adel und externe Einflüsse, insbesondere aus Aragon, zu behaupten.
VI. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Erkenntnisse über die Verflechtung von Krone, Kirche und Episkopat zusammen.
Albigenserkreuzzug, Languedoc, Narbonne, Bischöfe, Papsttum, Königtum, Katharer, Häresie, Episkopat, Lehenswesen, Innozenz III., Philipp Augustus, Legaten, Kirchenreform, Säkularisation
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Kirche, den Bischöfen Südfrankreichs und den politischen Mächten (Papsttum und französische Krone) im Kontext der Albigenserkriege.
Die Themen umfassen die Rolle der Bischöfe als politische Akteure, den Einfluss päpstlicher Legaten, das Vorgehen gegen die Katharer sowie die Integration des Languedoc in den französischen Staatsverband.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die südfranzösischen Bischöfe durch politische Bündnisse mit dem französischen König ihre kirchliche Machtposition in einer Zeit des Umbruchs zu stabilisieren versuchten.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse von Quellen wie zeitgenössischen Chroniken, päpstlichen Registerbänden, königlichen Urkunden und regionalgeschichtlicher Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der politischen Landkarte des Languedoc, die päpstliche Interventionspolitik durch Legaten, den Verlauf des Kreuzzugs Montforts und die schrittweise politische Einbindung des Episkopats in das kapetingische Frankreich.
Die zentralen Schlagworte sind Albigenserkreuzzug, Languedoc, Bischofshierarchie, päpstliche Legatenpolitik und die kapetingische Expansion.
Die Bischöfe von Toulouse sahen sich in einem besonders starken Konflikt mit dem Grafenhaus von Toulouse, was sie dazu zwang, sich verstärkt als Verbündete der französischen Krone zu positionieren.
Die Arbeit wertet die Legaten als zentrale Akteure, die im Namen des Papstes maßgeblichen Druck auf den lokalen Episkopat ausübten, um sowohl eine Kirchenreform als auch die militärische Unterwerfung der Region durchzusetzen.
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