Lizentiatsarbeit, 2011
124 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. EINFÜHRUNG
1.1 HIV/AIDS AUF DEM AFRIKANISCHEN KONTINENT
1.2 THEMENRELEVANZ UND ZIEL DER ARBEIT
1.3 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN
1.4 BEGRIFFSERKLÄRUNG HIV/AIDS-MEDIKAMENTE
1.5 AUFBAU DER ARBEIT
2. THEORETISCHE EINBETTUNG
2.1 ETHNOLOGISCHE EINBETTUNG
2.2 SCHWIERIGKEITEN EINER EINHEITLICHEN STIGMA DEFINITION
2.3 STIGMATISIERUNG NACH GOFFMAN
2.3.1 STIGMA IM SOZIALEN UMFELD
2.3.2 STIGMA-SYMBOLE
2.4 NEUERE STIGMA KONZEPTE
2.5 VERÄNDERBARKEIT DES HIV/AIDS-STIGMAS
2.6 HINTERGRÜNDE EINES KRANKHEITSSTIGMAS
2.6.1 ENTSTEHUNG EINES STIGMAS
2.6.2 HINTERGRÜNDE DES HIV/AIDS-STIGMAS
2.7 ANNÄHERUNG AN EINE DEFINITION VON STIGMA
2.7.1 STIGMA UND DISKRIMINIERUNG
2.7.2 SELBST-STIGMA
2.7.3 STIGMA-DEFINITION
3. METHODEN
3.1 ZUGANG ZUM FORSCHUNGSORT
3.2 FORSCHUNGSMETHODEN
3.3 DURCHFÜHRUNG
3.4 AUSWERTUNGEN DER DATEN
3.5 EINSCHRÄNKUNGEN DER FORSCHUNG
4. FORSCHUNGSKONTEXT
4.1 DEMOGRAPHISCHER ÜBERBLICK
4.2 HISTORISCHER UND POLITISCHER ÜBERBLICK
4.3 GESUNDHEITSSYSTEM
4.4 HIV/AIDS EPIDEMIE IN KENIA
4.4.1 MASSNAHMEN ZUR BEKÄMPFUNG VON HIV/AIDS
4.4.2 FINANZIERUNG
4.4.3 ANTIRETROVIRALE THERAPIE IN KENIA
4.4.4 HIV/AIDS-PRÄVENTION
4.5 KERICHO
4.5.1 DEMOGRAPHISCHE DATEN
4.5.2 GESUNDHEITSSEKTOR
4.5.3 HIV/AIDS-ORGANISATIONEN
5. HINTERGRÜNDE UND VERÄNDERUNGEN DES HIV/AIDS-STIGMAS
5.1 URSACHEN DER HOHEN HIV/AIDS-RATEN IN AFRIKA
5.1.1 ERKLÄRUNGSVERSUCHE FÜR DIE AUSBREITUNG VON HIV/AIDS IM SUBSAHARISCHEN AFRIKA
5.1.2 DIE BEDEUTUNG VON GLEICHZEITIG VERLAUFENDEN PARTNERSCHAFTEN
5.1.3 FEHLENDE KENNTNISSE DER BEVÖLKERUNG UND DER REGIERUNG
5.1.4 HIV/AIDS-PRÄVENTION IN UGANDA
5.2 VOM SCHWEIGEN ZUM SPRECHEN ÜBER HIV/AIDS
5.2.1 ERFOLGE IN DER HIV/AIDS-PRÄVENTION
5.2.2 DIE BEDEUTUNG VON KIRCHEN UND GLAUBEN IN KERICHO
5.2.3 DIE HOFFNUNG DURCH DIE KIRCHE UND DEN GLAUBEN
5.3 BIOMEDIZINISCHES WISSEN, LOKALE AUFFASSUNGEN UND RELIGIÖSE IDEALE
5.3.1 DIE BEDEUTUNG VON BIOMEDIZINISCHEM WISSEN
5.3.2 LOKALE VORSTELLUNGEN ÜBER HIV/AIDS
5.3.3 VERMITTLUNG VON IDEALEN
6. ERFAHRUNGEN VON HIV-POSITIVEN MENSCHEN
6.1 DIE BEDEUTUNG VON STIGMA
6.2 ERSTE ERFAHRUNGEN NACH EINEM POSITIVEN HIV-TEST
6.3 NEUE SICHTBARKEIT DURCH DEN ZUGANG ZU HIV/AIDS-MEDIKAMENTEN
6.3.1 VORTEILE DER TRENNUNG
6.3.2 NACHTEILE DER TRENNUNG
6.4 SPRECHEN ÜBER HIV/AIDS ALS IDEALVORSTELLUNG
6.4.1 SPRECHEN ÜBER HIV/AIDS MIT DEM EIGENEN PARTNER
6.4.2 SPRECHEN ÜBER HIV/AIDS MIT FAMILIENMITGLIEDERN
6.5 SELBSTAKZEPTANZ
6.5.1 ERFAHRUNGSAUSTAUSCH MIT ANDEREN HIV-POSITIVEN MENSCHEN
6.5.2 PERSÖNLICHE AKZEPTANZ DES EIGENEN HIV-STATUS
6.5.3 AUSWIRKUNGEN VON FEHLENDER ARBEIT UND ARMUT
6.6 BEDEUTUNG DER KRANKHEIT IM ALLTAG
7. KONKLUSION
7.1 STIGMA UND DISKRIMINIERUNG
7.2 STIGMA ALS PROZESS UNTERSUCHEN
7.3 HIV/AIDS-MEDIKAMENTE ZUR REDUZIERUNG DES STIGMAS
7.4 HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT
Die vorliegende Arbeit untersucht aus ethnologischer Perspektive, ob und wie sich die Stigmatisierung von HIV/AIDS in Kericho (Kenia) durch den Zugang zu antiretroviralen Medikamenten in den letzten Jahren verändert hat. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen der medizinischen Verfügbarkeit von Therapieformen und den fortbestehenden sozialen, kulturellen sowie religiösen Barrieren, die den Umgang der Betroffenen mit ihrer Krankheit prägen.
1. EINFÜHRUNG
Lena ist 33 Jahre alt und hat 3 Kinder. Im Jahr 2000, als ihr erster Ehemann verstarb, kehrte sie zu ihren Eltern zurück, da sie die Familie des verstorbenen Mannes nicht mehr willkommen hiess. Obwohl ihre Schwiegereltern die Todesursache des Sohnes kannten, erfuhr Lena zu dieser Zeit nicht, wieso ihr Ehemann verstarb. Ein Jahr später erkrankte sie immer öfter und konnte schon bald nicht mehr für sich selbst sorgen. Obschon sich ihre Familie ihrer Pflege annahm, distanzierten sie sich immer mehr von Lena. Sie bekam Geschirr, aus dem nur sie essen durfte, die Familienmitglieder wollten nicht die gleiche Toilette mit ihr teilen und sie versuchten, sich nicht in ihrer Nähe aufzuhalten. Da sich ihr Gesundheitszustand in den folgenden Monaten weiter verschlechterte, beschlossen die Eltern, sie zu ihrem Bruder nach Kericho zu bringen, wo sie im Spital HIV-positiv getestet wurde.
Das Ergebnis wurde ihr nie mitgeteilt, sondern nur den Eltern und dem Bruder, der Arzt ist. Zu dieser Zeit waren die ersten antiretroviralen Medikamente erhältlich und ihre Familie beschloss, monatlich 10‘000 KSh. (ca. 105.-) zu bezahlen, um ihr die Therapie zu ermöglichen. Ihr wurde nicht erklärt, wieso sie die Medikamente einnehmen musste, aber sie hörte, wie ein Arzt zu ihrem Bruder sagte, dass sie auch mit diesen Medikamenten in den nächsten Monaten sterben würde.
Innerhalb von drei Monaten ging es ihr, entgegen den Vorhersagen des Arztes, jedoch deutlich besser. In dieser Zeit erhielt sie Besuch einer Nonne, welche in einer Organisation namens Live with Hope arbeitete und HIV-positive Menschen unterstützte. Diese erklärte Lena, woran sie erkrankt war und dass sie von nun an die Medikamente regelmässig einnehmen müsse, damit sich die Viruslast in ihrem Blut verringere. Durch das Live with Hope Center kam sie in Kontakt mit anderen HIV-positiven Menschen und konnte erstmals Erfahrungen über ihre Krankheit austauschen.
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die soziale Realität von HIV-positiven Menschen anhand eines Fallbeispiels und definiert die Zielsetzung der Untersuchung im Kontext von Stigmatisierung.
2. THEORETISCHE EINBETTUNG: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Stigma-Konzepts (nach Goffman) und diskutiert die Komplexität einer einheitlichen Definition von Stigma.
3. METHODEN: Hier werden die qualitative Vorgehensweise, die Datenerhebung durch Interviews, Gruppendiskussionen und Fallstudien sowie der Zugang zum Forschungsort beschrieben.
4. FORSCHUNGSKONTEXT: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Kenia, das Gesundheitssystem, die HIV/AIDS-Epidemie und liefert spezifische Informationen zum Forschungsort Kericho.
5. HINTERGRÜNDE UND VERÄNDERUNGEN DES HIV/AIDS-STIGMAS: Das Kapitel analysiert die Ursachen hoher Infektionsraten und untersucht die Rolle von Prävention, Kirchen und Wissensvermittlung bei der Veränderung des Stigmas.
6. ERFAHRUNGEN VON HIV-POSITIVEN MENSCHEN: Der Fokus liegt auf der persönlichen Perspektive der Betroffenen, insbesondere auf dem Prozess der Selbstakzeptanz und dem Umgang mit der Krankheit im Alltag.
7. KONKLUSION: Abschließend werden die zentralen Thesen zusammengefasst, die Ergebnisse zur Stigma-Verminderung diskutiert und Herausforderungen für die Zukunft aufgezeigt.
HIV/AIDS, Stigmatisierung, Kenia, Kericho, Ethnologie, Antiretrovirale Therapie, Diskriminierung, Selbst-Stigma, Prävention, Gesundheitswesen, Gesellschaft, Krankheitsverlauf, Wissensvermittlung, Selbstakzeptanz, soziale Folgen.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Stigmatisierung von Menschen mit HIV/AIDS im kenianischen Kericho durch den Zugang zu medizinischer Therapie und neuen gesellschaftlichen Diskursen in den letzten Jahren gewandelt hat.
Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen medizinischer Versorgung (ART), den Auswirkungen von Präventionskampagnen, dem Einfluss von religiösen Institutionen sowie den persönlichen Erfahrungen der Betroffenen.
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob der Zugang zu antiretroviralen Medikamenten automatisch zu einer Reduktion des gesellschaftlichen Stigmas führt, wie es internationale Organisationen wie die WHO postuliert haben.
Es wurde eine qualitative ethnologische Feldforschung durchgeführt, bestehend aus Einzelinterviews, Gruppendiskussionen, Fallstudien und teilnehmender Beobachtung.
Der Hauptteil analysiert die Hintergründe der HIV-Epidemie, die Rolle der Regierung und der Kirchen sowie die alltäglichen Bewältigungsstrategien HIV-positiver Menschen.
Stigmatisierung, HIV/AIDS, Ethnologie, Kenia, Antiretrovirale Therapie, Selbstakzeptanz und soziale Diskriminierung.
Das Zentrum dient als primärer Forschungsort und Zugangspunkt zu HIV-positiven Informanten, an dem neben medizinischer Versorgung auch psychosoziale Unterstützung geleistet wird.
Die Kirchen agieren als ambivalente Akteure: Einerseits trugen sie durch ihre Haltung zu Abstinenz und Treue zur Stigmatisierung bei, andererseits leisten sie durch ihre Netzwerke heute wichtige Aufklärungsarbeit.
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