Masterarbeit, 2005
81 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Die Euroregion Neiße
2.1. Kurze historische Streiflichter
2.2. Wo der Westen auf den Osten trifft
3. Bildende Künstler in der Region – ein Leben ohne lautes Kunstgeschrei
3.1. Gesellschaftliche Wahrnehmung und regionale Künstler
3.2. Bildende Künstler im deutschen Teil der Euroregion
3.3. Künstler im Riesengebirge
3.4. Nordböhmische Künstler
3.5. Vermittelnde Instanzen in der Region
4. Das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ – Versuch einer Annäherung
5. Zu den Barrieren
5.1. Dialog, Distinktionen, Wahrnehmungen
5.2. Von kunstgeschichtlichen Unterschieden und dem Beliebigkeitsspiel postmoderner Kunstausweitung
5.3. Kunstrezeption im Konflikt zwischen Künstler und Publikum
5.4. Barrieren aus der Sicht der Kunstvermittler
6. Zu den Möglichkeiten
6.1. Möglichkeiten von Künstlern und deren kreatives Potential
6.2. Möglichkeiten aus der Kunstvermittlung heraus
6.3. Die Sprache der Kunst und die daraus erwachsenen Möglichkeiten
7. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht Akteure und Handlungsräume bildender Kunst in der Euroregion Neiße, wobei das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, Möglichkeiten und Barrieren für Künstler und Kunstvermittler in diesem trinationalen Grenzraum zu identifizieren, um das Zusammenwachsen der Region durch künstlerischen Austausch zu analysieren.
3.1. Gesellschaftliche Wahrnehmung und regionale Künstler
Auch wenn die Region als Kunstmarkt kaum eine Rolle spielt, verfolgen die kulturell interessierte, intellektuell tonangebende Schicht des Mittelstands und ein gewisses Bildungsbürgertum, die sich mit der politischen Situation in der Region auseinander und für deren Aufbau einsetzen, mehr oder weniger die Kunstszene. Auch ein Teil der im kaufmännischem Bereich Tätigen begrüßt künstlerische Projekte, weil darin die Möglichkeit gesehen wird, dass sich mehr in der Region bewegt und dies sich positiv in der Wirtschaft niederschlägt. Dem schließen sich gesellschaftliche Entscheidungsträger der Region an und benutzen darüber hinaus Kunst als gelenkte dekorative Offerte.
Kunst wird von diesen Menschen bisweilen auch als ein kreatives Potential zur Entwicklung der Region wahrgenommen, das gebraucht wird, um neue Ideen zu entwickeln. Und ganz allgemein gehört für diesen Personenkreis zur kulturellen Attraktivität eines Ortes einfach auch ein florierendes Kunstleben. Trotzdem ist die gesellschaftliche Akzeptanz von künstlerischer Kreativität sehr gering. Kreativität wird von den Menschen der Region mehr auf den Erhalt der Existenz verwandt. Kunst leistet man sich nur, wenn man die alltäglichen Lebensbedürfnisse finanziell abgesichert hat, als Sinnstiftung ist sie bislang kaum gefragt.
Überdies sind sich die Bürger des künstlerischen Potentials in ihrer Region nicht bewusst. Ungenügende oder ausbleibende Wahrnehmung der Existenz der Künstler verhindert auch, dass im Kulturleben ein Selbstverständigungsprozess über Kunst in Gang kommt. Diese Feststellung kann auch auf große Teile der Regionalpolitiker übertragen werden. Selbst von Kulturpolitikern, die sich nicht vorrangig mit bildender Kunst beschäftigen, sondern mit anderen Sparten der Kunst, kommt auf Nachfrage zu diesem Thema wenig Substanzielles.
1. Einleitung: Die Studie thematisiert Akteure und Handlungsräume der bildenden Kunst in der Euroregion Neiße mit Fokus auf das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“.
2. Die Euroregion Neiße: Dieses Kapitel beschreibt die geographischen, politischen und historischen Rahmenbedingungen des trinationalen Dreiländerecks.
3. Bildende Künstler in der Region – ein Leben ohne lautes Kunstgeschrei: Der Hauptteil analysiert die gesellschaftliche Stellung, Lebenssituation und die Rolle von Vermittlungsinstanzen für Künstler in den verschiedenen Teilregionen.
4. Das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ – Versuch einer Annäherung: Hier wird das Fallbeispiel des Künstleraustausch-Projekts sowie dessen Genese und Organisation detailliert vorgestellt.
5. Zu den Barrieren: Dieses Kapitel beleuchtet sprachliche, kommunikative und strukturelle Hindernisse, die den Dialog zwischen den Akteuren in der Region erschweren.
6. Zu den Möglichkeiten: Es werden Potenziale für die Zukunft aufgezeigt, wie Künstler und Kunstvermittler durch kreatives Handeln zur Entwicklung und Identität der Euroregion beitragen können.
7. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass trotz bestehender Barrieren ein kontinuierlicher künstlerischer Prozess die Voraussetzung für eine gelebte regionale Gemeinsamkeit ist.
Euroregion Neiße, bildende Kunst, künstlerischer Austausch, Grenzregion, Kunstvermittlung, regionale Identität, Kulturraum, Polen, Tschechien, Deutschland, Künstleraustausch, kreatives Potential, Sprachbarrieren, Strukturwandel, Soziologie der Kunst
Die Masterarbeit untersucht das Zusammenwirken von Künstlern und Kunstvermittlern im trinationalen Grenzgebiet der Euroregion Neiße am Beispiel des Projektes „Künstler der Euroregion Neiße“.
Die Themen umfassen die soziologische Betrachtung von Kunst als Kommunikationsform in Grenzregionen, die Rolle von Museen als Vermittler und die Barrieren, die durch historische, ökonomische und sprachliche Unterschiede bestehen.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Schwierigkeiten eines grenzüberschreitenden kulturellen Dialogs aufzuzeigen und Strategien zu reflektieren, wie Kunst zur Identitätsstiftung und Entwicklung der Euroregion beitragen kann.
Die Autorin kombiniert eine teilnehmende Beobachtung aufgrund ihrer eigenen Tätigkeit im Projekt mit der Auswertung von elf Experteninterviews, Transkriptionen von Gruppengesprächen sowie der Analyse von Statistiken und Briefmaterial.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Lebensbedingungen von Künstlern im deutschen, polnischen und tschechischen Teil, die Organisation des Austauschprojektes sowie die vielfältigen Barrieren und Chancen der interkulturellen Kunstvermittlung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Euroregion Neiße, kulturelle Identität, grenzüberschreitender Austausch, Kunstvermittlung und Soziologie der Kunst charakterisieren.
Da das Projekt aktiv Akteure aus drei verschiedenen Nationen zusammenführt, bietet es einen idealen „Laborraum“, um reale Konflikte und Chancen einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Kunstpraxis empirisch zu beobachten.
Kunstvermittler, insbesondere Museen, agieren in der Region oft als einzige strukturelle Ankerpunkte. Ihre Arbeit ist entscheidend dafür, ob Kunst als lebendiges Potenzial wahrgenommen wird oder in einem bürokratischen „Brotberuf“ untergeht.
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