Masterarbeit, 2011
89 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Definition- Formen von Gewalt
1.1 Physische Gewalt
1.2 Psychische Gewalt
1.3 Bullying
1.4 Institutionelle Gewalt
1.5 Strukturelle Gewalt
2. Theorieansätze zu Aggression und Gewalt
2.1 Psychologische Erklärungsansätze
2. 2 Soziologische Erklärungsansätze
2.3 Fazit
3. Gewalt an Schulen – Forschungsstand
3.1 Warum werden junge Menschen gewalttätig? – Zum Zusammenhang von Anerkennung, Missachtung und Gewalt
Zum Konzept der Anerkennung
Die Stichprobe
Die Handlungsmotivation
Ergebnis
Fazit
3.2 Das Ausmaß der Gewalt an Schulen
Schulform
Alter
Geschlecht
Herkunft
Täter
Gewaltpräventionsprojekte
Zusammenhang zwischen Gewalt und Schulqualität
3. 3 Fazit
4. Was heißt Schulsozialarbeit
4.1 Definition und Ziele
4.2 Aufgaben
‘Feuerwehr‘-Funktion
Chancengleichheit
Soziales Lernen und Konfliktbewältigung
Prävention
Kooperation und Vernetzung
5. Konzepte der Schulsozialarbeit gegen Gewalt
5.1 Das Streitschlichter-Modell
5.1.1 Vorstellung des Modells
5.1.2 Evaluation
5.1.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.2 Verhaltenstraining mit aggressiven Kindern
5.2.1 Vorstellung des Modells
5.2.2 Evaluation
5.2.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.3 Das Coolness-Training
5.3.1 Vorstellung des Modells
Ziele des Coolness-Trainings
Inhalte
Methoden
Organisationsmöglichkeiten des Coolness-Trainings
5.3.2 Evaluation
5.3.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.4 Das Anti-Mobbing Programm nach Dan Olweus
5.4.1 Vorstellung des Modells
5.4.2 Evaluation
5.4.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.5 Das Konstanzer Trainingsmodell
5.5.1 Vorstellung des Modells
5.5.2 Evaluation
5.5.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.6 Das Modell FAUSTLOS – gegen aggressives Verhalten bei Grundschulkindern
5.6.1 Vorstellung des Modells
5.6.2 Evaluation
5.6.3 Perspektiven der Schulsozialarbeit
5.7 Zusammenfassung
6. Schlussbetrachtung: Gewalt an Schulen – Perspektiven der Schulsozialarbeit
Die Lernkultur entwickeln
Hilfestellung beim Erwerb von Geschlechterrollen
Herausforderungen im Zuge der Ganztagsschule
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt an deutschen Schulen und analysiert, welche spezifischen Perspektiven die Schulsozialarbeit zur Prävention und zum Umgang mit aggressivem Verhalten bietet.
3.1 Warum werden junge Menschen gewalttätig? – Zum Zusammenhang von Anerkennung, Missachtung und Gewalt
Die im Jahre 2009 von Peter Sitzer durchgeführte Studie über jugendliche Gewalttäter setzt die Gewalttätigkeit junger Menschen in Beziehung zu missachteten Anerkennungsbedürfnissen und -ansprüchen. Demnach ist die Anwendung von Gewalt ein Verarbeitungsmechanismus der jungen Menschen von erfahrener Missachtung. Anerkennung ist besonders in der Kindheit und Jugend wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, da sich hier das Selbst und die Identität der Kinder und Jugendlichen entwickelt. Zentrale Entwicklungsaufgabe in der Jugendphase ist es eine autonome Ich-Identität herauszubilden, in der soziale Rollenerwartungen und individuelle Selbstverwirklichung miteinander integriert werden. Die Studie versteht die jungen Menschen als produktive Realitätsverarbeiter. Demnach wird die Gewalttätigkeit als Produkt der aktiven Verarbeitung der erfahrenen Missachtung von Anerkennungsbedürfnissen verstanden.
Als Kontexte möglicher Missachtung von Anerkennungsbedürfnissen werden in der Studie die Sozialisationskontexte Familie, Schule und Peergroup betrachtet. Anschließend werden die befragten jungen Menschen drei Kategorien zugeordnet, die sich in Bezug auf die Motivation ihrer Gewalthandlungen unterscheiden. Die Kategorien lauten: defensiv-orientierte Gewalthandlungen, offensiv- sozial motivierte Gewalthandlungen und offensiv-materiell bezogene Gewalthandlungen.
Als erste Sozialisationsinstanz hat die Familie einen verhältnismäßig großen Einfluss auf die Gewalttätigkeit Jugendlicher. Empirische Untersuchungen zeigen, dass direkte Misshandlungserfahrungen in der Familie im Zusammenhang mit der Gewalttätigkeit junger Menschen stehen (vgl. Sitzer 2009: 9). Des weiteren kann auch die Erfahrung von gewalttätigen Konflikten zwischen den Eltern die Gewalttätigkeit junger Menschen fördern. Weitere Prädikatoren für ein späteres Gewalttätigwerden sind emotionale Vernachlässigung, Ablehnung durch die Eltern und Missbrauch. Hierbei korreliert die Gewalttätigkeit in den Familien mit der sozioökonomischen Lage; insbesondere in sozial benachteiligten Familien wird häufiger Gewalt angewendet (vgl. Sitzer 2009: 10).
0. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Gewalt an Schulen ein, räumt mit medialen Verzerrungen auf und definiert das Ziel der Masterarbeit.
1. Definition- Formen von Gewalt: Hier werden zentrale Gewaltbegriffe wie physische und psychische Gewalt, Bullying sowie institutionelle und strukturelle Gewalt theoretisch eingeordnet.
2. Theorieansätze zu Aggression und Gewalt: Das Kapitel erläutert psychologische und soziologische Theorien, die erklären, wie und warum Aggression und Gewalt bei jungen Menschen entstehen.
3. Gewalt an Schulen – Forschungsstand: Hier erfolgt eine ausführliche Analyse des Forschungsstandes, inklusive einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Studie von Sitzer sowie Statistiken zum Ausmaß der Gewalt.
4. Was heißt Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel definiert die Aufgaben, Ziele und die Positionierung der Schulsozialarbeit innerhalb des Systems Schule.
5. Konzepte der Schulsozialarbeit gegen Gewalt: Es werden verschiedene Präventionsprogramme wie das Streitschlichter-Modell, Coolness-Training und FAUSTLOS vorgestellt und hinsichtlich ihrer Perspektiven für die Schulsozialarbeit bewertet.
6. Schlussbetrachtung: Gewalt an Schulen – Perspektiven der Schulsozialarbeit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion der Möglichkeiten und Herausforderungen für eine nachhaltige Gewaltprävention an Schulen.
Gewalt an Schulen, Schulsozialarbeit, Aggression, Prävention, Anerkennung, Missachtung, Jugenddelinquenz, Peergroup, Schulklima, Interventionsmodelle, Sozialisation, Identitätsbildung, Mobbing, Konfrontative Pädagogik, Schulentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Gewalt und Aggression an Schulen und analysiert, welchen Beitrag die Schulsozialarbeit zur Prävention und Bewältigung dieser Herausforderungen leisten kann.
Zentrale Felder sind die theoretische Fundierung von Gewaltentstehung, der aktuelle empirische Forschungsstand zu Gewalt an Schulen, die Konzepte der Schulsozialarbeit sowie verschiedene Gewaltpräventionsprogramme.
Das Ziel ist es, Perspektiven der Schulsozialarbeit in Bezug auf die Gewaltprävention an Schulen aufzuzeigen und zu prüfen, wie Sozialpädagogik als Unterstützung im System Schule wirksam werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. Sitzer 2009, Tillmann 2000, Baier et al.) und einer theoretischen Aufarbeitung erziehungswissenschaftlicher sowie soziologischer Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdefinition, eine Analyse des Forschungsstandes, die Rolle der Schulsozialarbeit und die detaillierte Vorstellung sowie Evaluation konkreter Interventionsmaßnahmen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Schulsozialarbeit, Gewaltprävention, Anerkennung, Sozialisation, Schulklima und Interventionsmodelle.
Laut Sitzer ist Gewalt oft ein Verarbeitungsmechanismus für erlebte Missachtung. Junge Menschen suchen durch gewalttätiges Verhalten nach Anerkennung, Bestätigung oder einem Gefühl von Macht und Überlegenheit.
Es bestehen oft strukturelle Spannungen zwischen dem pädagogischen Auftrag der Lehrkräfte (Wissensvermittlung) und dem sozialpädagogischen Ansatz der Jugendhilfe (Lebensweltorientierung), was zu Kooperationsbarrieren führen kann.
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